Apple nutzt Siri als politisches Mittel im EU-Streit

Der Digital Markets Act ist Apple seit langer Zeit ein Dorn im Auge, denn man muss sich so anpassen, dass eine Monopolstellung auf der eigenen Plattform zunehmend schwierig ist. In diesem Streit mit der EU leiden mittlerweile die Nutzer unter der Vorgehensweise von Apple, die gewisse Funktionen nicht in der EU anbieten.

Apple ist von der EU „enttäuscht“

Statt sich also zu öffnen und anzupassen, verzichtet man lieber auf Funktionen. Mit iOS 27 baut Apple jetzt wieder Druck auf, denn Siri AI kommt in die EU, man hat die neue KI nicht ausgeschlossen, aber sie kommt „später“, wie man in einer langen und ausführlichen Pressemitteilung erklärt. Apple sei selbst davon „enttäuscht“.

Da sie sich jedoch weigern, konstruktiv mit uns auf Lösungen hinzuarbeiten, die Datenschutz und Sicherheit gewährleisten, können wir derzeit keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit von Siri AI in iOS und iPadOS in der EU nennen.

Exakt zwei Jahre, nachdem Apple also eine bessere Version von Siri auf der WWDC 2024 ankündigte, benötigt der (oft) wertvollste Konzern der Welt mehr Zeit, um die neue Siri anzupassen? Nein, schaut man sich die Features von iOS 27 an, die sehr überschaubar sind, dann liegt es nicht an der Zeit, es ist ein politisches Mittel.

Apple möchte die EU in ein negatives Licht rücken und kritisiert sie öffentlich. Das wäre ja grundsätzlich okay, wenn man hier nicht die Doppelmoral ausspielen würde und andere Regionen auch kritisiert. Was ist mit der Diktatur in China, wo es die Siri AI auch nicht gibt? Das politische System in China wird von Apple nicht kritisiert.

Würde man das öffentlich tun, wäre Apple nicht mehr in China verfügbar.

Und was ist mit den politischen Änderungen in den USA? Dort kommen auch immer mehr Regularien dazu. Kritisiert Tim Cook öffentlich Donald Trump? Nein. Ganz im Gegenteil, man positioniert sich auf der Seite der US-Regierung. Apple traut sich das nur in der EU, weil unser politisches System so eine Kritik öffentlich akzeptiert.

Wieso benötigt Apple so viel Zeit?

Kann man machen, ich finde auch nicht alles optimal, wenn es um den Digital Marktes Act geht, aber es ist schwach, dass Apple „derzeit keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit von Siri AI in iOS und iPadOS in der EU nennen“ kann. Man muss Siri AI anpassen, okay, von mir aus, aber wieso dauert das für Apple bitte so lange?

Und wieso schreibt man bei China einfach nur das hier, wohlgemerkt auch in einer Fußnote ganz am Ende einer langen Pressemitteilung, wo es kaum einer liest:

Siri AI und die anderen neuen Apple-Intelligence-Funktionen werden in China vorerst nicht verfügbar sein, da Apple derzeit die behördlichen Auflagen erfüllt.

Wieso gibt es keine eigene Pressemitteilung, dass die „behördlichen Auflagen“ in China die Technik von Google verbieten, weil es kein offenes Land ist? Wo bleibt die scharfe Kritik? Und wieso benötigt man zusätzliche Zeit, wenn es bei iOS 27 und iPadOS 27 (der Rest bekommt Siri AI) sonst kaum Neuerungen in diesem Jahr gibt?

Google befindet sich in diesem Fall (also der KI) auch in einem Rechtsstreit mit der EU, aber man nimmt das auf sich und lässt nicht die Nutzer leiden. Und man trägt es selbst aus und nicht auf den Keynotes, wie der Google I/O vor ein paar Tagen.

Apple könnte das auch machen, erst liefern, oder die finanziellen Mittel nutzen, um die Regularien direkt zu erfüllen, man will es aber nicht, das ist der entscheidende Punkt hier. Und genau das macht Android für viele Nutzer immer attraktiver.


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  1. Herr P. 🏆

    Wie schon beim anderen Bericht als Kommentar geschrieben.

    Man muss doch erst wieder eine Kampagne gegen due EU fahren. Man dürfe angeblich dieses und jenes wegen den strengen Regeln nicht. Dabei ist es Quatsch.

    Und so ist es auch.

    Die EU: https://orf.at/stories/3432827/

    Ein Kommissionssprecher wies heute die Darstellung zurück, Apple könne Siri AI wegen geltender EU-Digitalgesetze in Europa nicht einführen. „Absolut nichts“ verbiete Apple, in der EU neue Produkte einzuführen, sagte der Sprecher.

    Apple stört sich daran:

    Dieses Gesetz sieht vor, dass Apple sein Betriebssystem für andere Anbieter öffnen muss. Siri AI darf also nicht der einzige KI-Assistent sein, der auf iPhones läuft. Die Vorgabe läuft Apples Geschäftsmodell zuwider, das auf enge Verbindungen zwischen allen Apple-Geräten und -Diensten setzt.

    Der Kommissionssprecher konterte, Apple sei „schlicht nicht in der Lage“ gewesen, einen geeigneten Vorschlag vorzulegen. Stattdessen habe der Konzern die Kommission um eine mindestens eineinhalbjährige Ausnahme von den Regeln gebeten. „Das kommt nicht infrage“, sagte der Sprecher. „EU-Recht ist nicht verhandelbar.“

  2. Marc-Oliver Schmidt 🏅

    Letztlich liegt es an Apple und nicht an der EU. Die Öffnung beinhaltet ja nicht, dass alternative KI zwingend auf dem iPhone laufen. Nutzer könnten weiterhin im Apple System bleiben oder entsprechende KI installieren. Es ist kein Zwang eine andere KI zu nutzen.

    Letztlich möchte aber Apple sich die Pfründe sichern und Alleinstellungsmerkmale behalten, um sich so einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern zu verschaffen. Das war/ist auch schon beim NFC, UWB, Fast Pair, Nachrichten mit Drittanbietersmartwatches etc. der Fall.

    Eigentlich ist das Handeln der EU durchaus nachvollziehbar, handelt es sich bei Apple mit iOS doch, genau wie bei Android und Windows um Gatekeeper. Apple möchte aber weiterhin entscheiden wer was machen darf und eventuell verbieten.

  3. Tobias 🏅

    Alle wissen mittlerweile das Apple & nicht die EU das Problem ist. Google schafft es ja auch , dass man alle Dienste auf einen Android Handy nutzen kann. Ich nutze seit über 20 Jahren Android Handys und hatte noch nie einen Virus oder Schadsoftware auf einem Hand. Keine Ahnung was sich Apple User immer denken , wie es bei Android zu geht.

    Neben den nicht vorhanden sein von AI auf einem iPhone schreckt mich am meisten die Tastatur vom iPhone ab. Eine der größten Fails beim iPhone.

  4. RolliC 🏆

    Unabhängig von Apple ist das aber ein Eingriff in die freie Marktwirtschaft und bezogen auf Apple kann man sagen, die fordert „Dinge“ gegen den Willen der Apple-Nutzer. Ja, das System ist geschlossen und ich bin gar nicht so traurig darum. Irgendwelche Android Würmer und Schadsoftware jeglicher Art kennen Apple Nutzer nicht… woran liegt das?

    1. Apple hat auch schon Malware im App Store zugelassen, so ist es nicht. Android ist in der heutigen Zeit nicht „schlechter“, hängt aber auch von der Marke ab. Welche Schadsoftware meinst du denn?

    2. Marc-Oliver Schmidt 🏅

      Naja, Eingriffe in die freie Marktwirtschaft gibt es immer wieder, um den Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Wäre dies nicht so hätten kleine aufsteigende Firmen gerade im Technikbereich keine Chance.

    3. Marc-Oliver Schmidt 🏅

      Welche Schadsoftware meinst du? Natürlich kannst du dir beispielsweise via Sideloading irgendwelche Trojaner etc. einfangen, aber das Risiko liegt dann bei dir und nicht bei Google. Wenn du ohne Helm beispielsweise Fahrrad fährst ist das doch auch deine Sache.

      Auf iOS gibt es durchaus auch Schad- und Pishingsoftware. Vielleicht nicht in so einem Umfang wie bei Andro, aber es gibt sie durchaus.

  5. Athlonet 🎖

    Ich verstehe beide Seiten.
    Die EU will Monopole verhindern, was aus Konsumentensicht absolut richtig ist.
    Als Apple User teile ich aber auch die Datenschutzbedenken von Apple, wenn sie anderen KIs Zugriff auf iPhone Inhalte geben müssen.

    1. Christian 🔆

      Als Apple User teile ich aber auch die Datenschutzbedenken von Apple

      Korrigiere doch bitte die Aussage zu -> Als Apple Jünger…..

      Sorry nix anderes bist du. Apple ist nicht für den Datenschutz verantwortlich. Du als User bist es.

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