Mit dem Digital Markets Act wollte die EU dafür sorgen, dass das Duopol (Apple und Google) offener wird und mehr Konkurrenz möglich ist. Doch Apple war davon natürlich gar nicht angetan, immerhin bedeutet Konkurrenz auch meistens weniger Gewinn. Vor allem Alternativen zur Cashcow (App Store) wurden stark kritisiert.
Was bei macOS beispielsweise vollkommen okay ist und bei Apple keine Bedenken auslöst, sah man bei iOS kritisch für die Sicherheit der Nutzer. Also setzte man die Regeln der EU extrem schlecht um und machte das alles so unattraktiv wie möglich für Entwickler. Das passte der EU nicht, die sich das System von Apple vorknöpfte.
Raider heißt jetzt Twix…
Jetzt hat Apple nachgebessert und die „Meinungsverschiedenheiten“ mit der EU-Kommission beseitigt, wie man selbst in einer Pressemitteilung betont. Aber diese Anpassungen zeigen, dass man in Cupertino gewonnen hat, denn selbst mit den Änderungen ist das weiterhin unattraktiv und Alternativen haben keine Chance.
Entwickler müssen weiterhin eine Provision an Apple zahlen, selbst bei In-App-Käufen und wenn sie eine „eine alternative Zahlungsabwicklung nutzen“, die Apps werden geprüft und die ganzen „Schutzmaßnahmen“ sind eigentlich nicht zum Schutz der Nutzer, sondern nur zum Schutz des Gewinns von Apple vorhanden.
Apple nutzt auch immer wieder gezielte Formulierungen wie „bösartiger Akteur“, wenn es um Entwickler geht, die nicht im App Store vertreten sind. Man sagt nicht, dass alle „böse“ sind, aber man erweckt den Eindruck, als ob nur Apple für die nötige Sicherheit sorgen kann. Der Nutzer ist zu „dumm“ und benötigt den Schutz.
… sonst ändert sich nix!
Wenn also Entwickler weiterhin Geld an Apple zahlen müssen, wenn sie zum Feind der Plattform erklärt werden und jede App eine „Notarization“ benötigt, die sicher nicht kostenlos ist, wird das nicht für Alternativen sorgen. Am Ende war das also nur ein unnötiger und teurer Prozess in der EU, der absolut nichts geändert hat.
Aus Sicht des Kapitalismus kann ich Apple übrigens verstehen, ich finde einige der alten Forderungen, auch wenn sie nicht (gut) umgesetzt wurden auch übertrieben in einer freien Marktwirtschaft. Mich hat hier nur immer gestört, dass Apple mit der Sicherheit argumentierte und uns als Nutzer eben damit für dumm verkauft hat.
Hätte man sich hingestellt und betont, dass man viel dafür getan hat, um so ein Duopol aufzubauen und die wirtschaftlichen Interessen bedroht sieht, wäre das für mich eine andere Sachlage gewesen. Mal schauen, ob das Thema damit für die EU abgehakt ist. Falls ja, dann hätte man sich die Mühe auch wirklich sparen können.
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