Apps auf Rezept: Viele kennen sie, doch längst nicht alle nutzen sie
Jeder fünfte Mensch in Deutschland hat laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage bereits eine Gesundheits-App auf Rezept verschrieben bekommen.
Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, sollen Patienten beispielsweise bei Rückenschmerzen, Depressionen oder chronischen Erkrankungen unterstützen. Bekannt sind diese Angebote inzwischen 56 Prozent der Menschen in Deutschland. Tatsächlich eingelöst haben eine entsprechende Verschreibung allerdings erst 15 Prozent.
Apps auf Rezept: Interesse vorhanden, Informationsbedarf bleibt
Die repräsentative Befragung unter 1.132 Personen ab 16 Jahren zeigt, dass digitale Therapien durchaus auf Interesse stoßen. So würden 44 Prozent eine App nutzen, um längere Wartezeiten auf eine medizinische Behandlung zu überbrücken.
Weitere Ergebnisse der Bitkom-Umfrage:
- 33 Prozent glauben, dass Apps auf Rezept die Behandlung im Alltag erleichtern.
- 49 Prozent wünschen sich mehr Informationen durch Ärzte und Psychotherapeuten.
- 41 Prozent sehen für sich persönlich keinen Nutzen.
- 27 Prozent verstehen den Nutzen solcher Anwendungen nicht.
Die Zahlen verdeutlichen, dass Bekanntheit allein noch keine Nutzung bedeutet. Gerade die Aufklärung durch medizinisches Fachpersonal könnte hier eine wichtige Rolle spielen.
Auch auf Anbieterseite gibt es Probleme. In einer separaten, nicht repräsentativen Befragung unter 34 Unternehmen berichten 85 Prozent von einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Zudem bewerten 76 Prozent die Investitionssicherheit als gering oder sehr gering.
Trotzdem plant die Hälfte der befragten Anbieter, innerhalb der nächsten 24 Monate weitere Gesundheits-Apps auf den Markt zu bringen.
Apps auf Rezept sind damit längst kein unbekanntes Nischenangebot mehr. Ihr praktischer Nutzen hängt aber auch davon ab, ob Patienten passende Anwendungen kennenlernen und unkompliziert darauf zugreifen können. Eine digitale Therapie hilft schließlich wenig, wenn sie zwar verfügbar ist, aber im Behandlungsalltag nicht ankommt.
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