Bekannt, aber kaum genutzt: Was bei der Patientenakte schiefläuft
Die elektronische Patientenakte (ePA) wird auch 18 Monate nach ihrem bundesweiten Start nur von einer Minderheit aktiv genutzt.
Laut einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Branchenverbands Pharma Deutschland kennen inzwischen 81,5 Prozent der Befragten die elektronische Patientenakte. Tatsächlich nutzen sie jedoch nur 23,5 Prozent. Die Bekanntheit ist damit deutlich höher als die praktische Nutzung.
Besonders ernüchternd: Nach Angaben des Verbands haben sich die Werte innerhalb des vergangenen Jahres kaum verändert. Für die Untersuchung wurden immerhin 5.000 Befragte berücksichtigt.
Elektronische Patientenakte: Kritik an fehlendem Mehrwert
Pharma Deutschland sieht die Ursachen vor allem in der komplizierten Handhabung und dem bislang begrenzten Nutzen im Versorgungsalltag. Zudem fehlten Krankenkassen, Arztpraxen und Apotheken ausreichende Anreize, die ePA weiterzuentwickeln und stärker einzubinden.
Der Verband nennt insbesondere drei Probleme:
- Die Bedienung der ePA ist für Versicherte zu kompliziert.
- Praktische Funktionen und ein erkennbarer Mehrwert fehlen.
- Für die Weiterentwicklung und Nutzung bestehen zu wenige Anreize.
Als Gegenbeispiel führt Pharma Deutschland das E-Rezept an. Dieses habe den Umgang mit verschreibungspflichtigen Medikamenten bereits deutlich vereinfacht. Auch andere Gesundheits-Apps bieten Funktionen wie Terminerinnerungen oder übersichtliche Impfinformationen.
Die ePA startete bundesweit am 29. April 2025. Der damalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte große Erwartungen an das System geknüpft und eine bessere Versorgungsqualität in Aussicht gestellt.
Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, fordert nun strukturelle Veränderungen. Ohne entsprechende Anreize für die Beteiligten werde die Digitalisierung nicht von selbst vorankommen.
Die Zahlen machen vor allem eines deutlich: Bekanntheit allein reicht nicht. Solange Versicherte im Alltag keinen konkreten Nutzen erkennen, dürfte die elektronische Patientenakte trotz ihrer technischen Möglichkeiten für viele Menschen nebensächlich bleiben.
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Das Ding ist zu kompliziert gehalten, so einfach ist das in der Praxis und für die Patienten gibt es keinen realen und praktischen Mehrwert. Eine Faustregel: Wenn etwas umständlicher gelöst ist, als klassisches Online-Banking (zum Vergleich), dann reißt man Niemanden damit vom Hocker…