Arbeitet Nokia an zwei weiteren MeeGo-Smartphones für die Einsteigerklasse?

Nachdem Nokia und Microsoft eine Partnerschaft eingegangen sind und bis 2016 das Ende von Symbian angekündigt haben, war das Nokia N9 und MeeGo noch gar nicht offiziell vorgestellt. Nachdem das Unternehmen dann nur wenige Monate vor dem Lumia 800 das erste MeeGo-Smartphone als letztes Flaggschiff und „Disrupting Device“ präsentierte und nur in ausgewählten Märkten auf den Markt gebracht hat, war sehr schnell klar: Nach Maemo wird auch MeeGo nur ein Experiment bleiben, an dem das Unternehmen lernt und welches keine rosige Zukunft haben wird. Angeblich arbeitet man jedoch bereits an zwei neuen MeeGo-Geräten, welche sich bei den Einsteiger-Smartphones einordnen sollen.

Diese Information will man bei Netbooknews erhalten haben, Sascha Pallenberg hat uns heute auf einen exklusiven Bericht von Nicole Scott aufmerksam gemacht. Als Quelle gibt man Nokias „Next Billion Group“ an, bei den beiden Smartphones handelt es sich allerdings nicht um High-End-Geräte wie das N9 es ist, sondern um Einsteigergeräte, mit denen man den Massenmarkt erreichen möchte. Um genau zu sein die nächste Milliarde. Eine Strategie, die Nokia neben Windows Phone für sein Smartphone-Lineup ebenfalls seit Februar letzten Jahres verfolgt. In diesem Markt ist man immerhin schon viele Jahre erfolgreich, natürlich wird man da auch weiterhin den Fokus darauf legen, Handys an Orten verkaufen, wo man noch nicht mal das Logo des angebissenen Apfel gesehen hat.

Als Begründung nennt Nicole, dass die Asha-Reihe keine herausragenden Verkaufszahlen vorzuweisen hat und man mit seinen Windows Phones noch nicht in Preisklassen kommt, die man mit diesen beiden Geräten auf Touch-Basis erreichen möchte. Und Symbian kommt nicht in Frage, da die Entwicklung mittlerweile bei Accenture liegt und Nokia keinen Einfluss mehr auf die Roadmap hat. Das stimmt auch nicht ganz, die Entwicklung übernimmt zwar ab sofort Accenture, die Vorgaben macht aber noch immer Nokia selbst. Spielt aber auch keine Rolle, spätestens 2016 wird man den Support sowieso eingestellt haben.

Natürlich wäre es für Nokia und viele Fans wünschenwert, wenn man auch in Zukunft weiterhin auf MeeGo setzen würde. Ich habe allerdings schon öfter gehört, dass man sich bei Nokia aus folgenden Gründen gegen MeeGo und für Windows Phone entschieden hat: Zusammen mit Microsoft war es für Nokia viel schneller möglich, günstigere Geräte wie das Lumia 610 auf den Markt zu bringen. So etwas hätte man mit MeeGo auf keinen Fall in diesem kurzen Zeitraum geschafft. Es erschließt sich mir also nicht ganz, warum das OS dann plötzlich auf den Einsteigergeräten zum Einsatz kommen soll.

Immerhin ist hier Nokia bereits seit vielen Jahren sehr gut aufgestellt, hat ein großes Portfolio an Applikationen für S40 und seine Feature Phones und die Verkaufszahlen sind in diesem Bereich immer noch gut. Zwar auch mit einem leichten Rückgang von 3 Prozent im letzten Jahr, aber immerhin hat man im letzten Jahr auch die Marke von 1,5 Milliarden verkaufen S40-Phones geknackt. Auf der einen Seite hätte Nokia also hohe Kosten MeeGo an eine so günstige Hardware, wie sie von S40 unterstützt wird, anzupassen, auf der anderen Seite würde man ein moderneres OS bekommen.

Ich sage hier mal kurz, was ich gehört habe: Windows Phone wird das OS für das Smartphone-Linup bleiben, das ist sicher. Auf kurze Sicht gesehen wird das OS für die Einsteigerklasse eine Mischung aus Elementen von Symbian, MeeGo und S40, der Kern wird jedoch geschlossen bleiben und es wird keinen Wechsel zu MeeGo geben. Welche Strategie Nokia auf lange Sicht verfolgt, kann ich nicht sagen. Vielleicht versucht man wirklich eine Linux-Version auf eine günstigere Hardware zu bekommen. Ich behaupte aber einfach, dass man bei Nokia im Moment keinesfalls an zwei günstigen Einsteiger-Smartphones mit MeeGo arbeit – und übrigens auch nicht an einem entsprechenden Tablet.

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