Bundestag befasst sich mit Abschaffung der Krypto-Haltefrist

Das Bundesfinanzministerium will die einjährige Haltefrist für steuerfreie Kryptogewinne abschaffen.

Der Petitionsausschuss des Bundestages hat sich am Montag mit einer Petition gegen die geplante Neuregelung beschäftigt. Die Eingabe von Nicole Nowak wurde von 44.439 Menschen mitgezeichnet. Sie fordert, die bisherige steuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowerten beizubehalten.

Nach geltendem Recht sind Gewinne aus privaten Kryptoverkäufen grundsätzlich steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Bei einem Verkauf innerhalb dieser Frist unterliegen steuerpflichtige Gewinne dem persönlichen Einkommensteuersatz.

Bitcoin-Gewinne sollen künftig mit 25 Prozent besteuert werden

Ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, Kryptogewinne künftig grundsätzlich der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent zu unterwerfen. Dazu sollen Kryptowerte steuerlich nicht mehr unter Paragraf 23, sondern unter Paragraf 20 des Einkommensteuergesetzes fallen.

Das Ministerium begründet den Vorschlag mit einer rechtssicheren Einordnung und gerechteren Besteuerung. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung. Beschlossen ist die Änderung also noch nicht.

Petentin Nowak kritisiert, dass die Reform langfristige Anleger benachteiligen könnte. Gleichzeitig würden kurzfristige Händler mit einem hohen persönlichen Einkommensteuersatz unter Umständen weniger Steuern zahlen als bisher.

Der Steuerberater und Fachanwalt Ingo Heuel stellte zudem die geplante steuerliche Einordnung infrage. Er verwies auf Gold, das weiterhin nach anderen Regeln behandelt würde, obwohl auch hier private Veräußerungsgewinne entstehen können.

Für private Anleger wäre die Abschaffung der Haltefrist ein erheblicher Einschnitt. Besonders betroffen wären Menschen, die Bitcoin über mehrere Jahre als langfristige Geldanlage halten. Die Diskussion berührt damit nicht nur die Besteuerung kurzfristiger Spekulationen, sondern auch die Frage, wie der Staat langfristigen Vermögensaufbau mit Kryptowerten behandelt.


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