Das Aus vom „Verbrenner-Aus“ ist wieder ein Thema
Faktisch gibt es zwar kein echtes „Verbrenner-Aus“ ab 2035, aber es wird gerne so bezeichnet, weil der heutige Verbrenner so nicht mehr zugelassen wird. Was viele in der Union für einen Fehler halten, wie Friedrich Merz diese Woche betonte.
Im Sommerinterview der ARD sprach der meiner Meinung nach schlechteste Kanzler, den wir bisher jemals hatten, mal wieder über „hocheffiziente Verbrenner“ für die Zukunft. Das nutzt man in der Union gerne, aber ohne Details zu nennen.
Immerhin gab er auf Nachfrage an, was damit seiner Meinung nach gemeint ist. Die kommenden „Range Extender“ (also Elektroautos, die einen Verbrenner haben, der für mehr Reichweite sorgt) seien hocheffiziente Verbrenner für den Kanzler.
CSU schießt auch direkt gegen die EU
Und auch Kollege Markus Söder nutzte mal wieder die Chance für eines seiner Lieblingsthemen und postet direkt noch hinterher, dass es „das echte Aus vom Verbrenner-Aus“ benötigt. Fakten? Wer benötigt in der Union eigentlich Fakten.
Elektroautos sind die klimafreundlicheren Autos, ein aktueller iX3 wird das schon nach 20.000 km im Vergleich zum X3. So „hocheffizient“ kann kein Verbrenner sein, um da mithalten zu können, denn viele fahren so eine Strecke in einem Jahr.
Das „Aus vom Verbrenner-Aus“ ist ein politisches Thema geworden, kein Thema, welches man mit Wissenschaft und Fakten diskutiert. Aber man hat sowieso den Eindruck, dass das der Wahlkampf der Union ist, die sich immer mehr dem Niveau ihrer größten Konkurrenz anpasst, wo Fakten im Wahlkampf komplett egal sind.
Verbrenner hat so oder so keine Zukunft
Am Ende ist es aber sowieso egal, was die deutsche Politik für Deutschland will, der Markt ist wichtig, aber global nicht relevant. Wer global als Autohersteller eine Zukunft haben möchte, der muss sich dem Wandel dieser Branche anpassen.
Es ist also, wie so oft, eher stumpfes EU-Bashing meiner Meinung nach. Damit kann man in der heutigen Zeit aber eben gut Wählerstimmen abholen, denn es gibt viele, die einen blinden Hass auf die EU haben und denen Fakten egal sind. Ich befürchte also, dass das „Aus vom Verbrenner-Aus“ für die nächsten Wahlen relevant bleibt.
PS: Selbst wenn man das „Verbrenner-Aus“ jetzt komplett kippen würde, wäre das für die europäische Automobilbranche keine Lösung, denn es gibt 2026 noch kein Verbot für diesen Antrieb und die Krise der meisten Marken ist dennoch da. Es liegt am Ende daran, dass man in vielen Märkten wie China massiv an Boden verliert.
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Viele würden es sich wünschen, aber viele würden auch sinkende Spritpreise begrüßen,
Na hoffentlich nicht. Der deutsche Michel ist nur über das Portemonnaie zu Änderungen zu bewegen. Irgendwann versteht vielleicht sogar der dümmste, dass dauerhafte Abhängigkeiten von Schurkenstaaten im Hinblick auf die Versorgung mit fossilen Energieträgern der absolut falsche Weg ist.
Wie wahr, wie wahr….
An sich ist ja schon alles gesagt und man könnte aufgrund der Aussage „Verbrenner hat so oder so keine Zukunft“ einfach zurücklehnen und abwarten. Meine Vermutung ist aber, dass es am Ende noch viel schlimmer sein wird. Nämlich, wenn die ganzen Diesel-Dieter und Verbrenner-Rolands wirklich merken, dass der Sprit so teuer wird, dass den keiner mehr bezahlen kann. Dann kommt am Ende der Weißwurst-Markus um die Ecke und wird den ganzen Scheiß nämlich ohne Ende subventionieren und wir zahlen das alle zusammen mit einer Sonderabgabe.
Mit „Aus vom Verbrenner-Aus“ ist warsch. gemeint, dass wir auf den CO2 Ausstoß wieder scheißen sollen (wie früher halt, als alles besser war). Dass man Verbrenner weiter bauen kann ist klar, aber ohne CO2 Ausstoß wird das niemals sinnvoll anwendbar sein in der Masse. Deshalb ist es eben doch ein faktisches Verbrenner-Aus.
Es gibt kein Verbrenner-Aus und es gab auch nie eins! Ihr müsst diesen Bullshit hier nicht auch noch verbreiten. Wenn ein Benziner ab 2035 0 Gramm CO2 rausgeballert, dann ist er auch nach 2035 zulassungsfähig!
Siehe Anführungszeichen.
So so, Du glaubst also auch noch an das Perpetuum mobile ;-)
Natürlich gibt es das, da das von dir genannte Beispiel doch faktisch unmöglich ist. Das wäre genauso, wenn du sagen würdest, wenn ein Elektroauto bei der Herstellung nicht erhebliche Mengen CO2 erzeugen würde, dann darf es noch zugelassen werden, dann könnte kein Elektroauto mehr auf den Markt kommen.
Ich hätte jetzt erwartet, dass das Twitter Pic einen Auszug der Studie zeigt. Stattdessen klicke ich auf so ein dämliches SharePic vom Söder. Er referenziert also eine Studie der „besten Uni Europas“ (schöner Trumpscher Absolutismus), aber weder zitiert er noch verlinkt er. Stattdessen sehe ich den ersten Kommentar unter seinem Beitrag:
Und jetzt darf ich mir überlegen, wem ich hier mehr Vertrauen schenke: dem Ministerpräsidenten von Bayern oder einem random Twitter Dude. Die Antwort dürfte Herrn Söder nicht gefallen…
Was ein Clown. Wie findet man da eigentlich abends ruhig in den Schlaf?
Jegliches Gewissen ablegen – schafft man nur als Politiker der täglich sein Volk ausraubt.
Letzte Woche habe ich mich noch aufgeregt nach dem Spruch von den „Lügenden Flachzangen in Berlin“, jetzt muss ich ihr, zumindest in diesem Fall, Recht geben.
Katherina Reiche ist übrigens genauso ein Griff ins Klo. Unfassbar.
Söder sitzt zumindest nicht in Berlin…
Ich muss jetzt noch mal nachlegen. Erstaunlicherweise hat die „beste Uni Europas“ bei dieser Studie nicht mal ihre eigenen Autoexperten involviert. Der Leiter des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik Prof. Lienkamp lässt nämlich folgendes verkünden:
Quelle: golem.de
Markus Söder, schäm Dich!