Deutsche Post: Briefe und Pakete könnten deutlich teurer werden

Die Bundesnetzagentur plant, der Deutschen Post ab 2027 deutlich höhere Preise für Briefe und Pakete zu ermöglichen.

Der heute veröffentlichte Entscheidungsentwurf sieht für Privatkundenbriefe und Geschäftspost einen durchschnittlichen Erhöhungsspielraum von 20,35 Prozent vor. Bei Privatkundenpaketen sind es 10,72 Prozent. Die neuen Preisrahmen sollen vom 1. Januar 2027 bis Ende 2028 gelten.

Deutsche Post: Briefporto könnte deutlich steigen

Die konkreten Portopreise stehen noch nicht fest. Die Deutsche Post darf innerhalb der festgelegten Spielräume selbst entscheiden, welche Produkte sie stärker oder schwächer verteuert. Auch Standardbriefe und Postkarten könnten damit unterschiedlich betroffen sein.

Die geplanten Erhöhungsspielräume im Überblick:

Hauptgrund für die möglichen Preiserhöhungen sind die stark sinkenden Briefmengen. Durch die Digitalisierung werden immer weniger Briefe verschickt, während sich die Kosten für die Zustellung auf weniger Sendungen verteilen. Hinzu kommen Personal- und Versorgungslasten sowie die Inflation.

Die Deutsche Post hatte sogar größere Preisspielräume gefordert. Die Bundesnetzagentur berücksichtigte allerdings nicht sämtliche geltend gemachten Kosten. Für die Berechnung setzt sie eine gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate von 4,04 Prozent über zwei Jahre an.

Bis zum 30. Oktober 2026 können Unternehmen, Wettbewerber und Verbraucherschützer Stellung nehmen. Die endgültige Entscheidung wird im November erwartet. Anschließend muss die Deutsche Post ihre konkreten Portopreise genehmigen lassen.

Für Verbraucher bedeutet das zunächst noch keine beschlossene Portoerhöhung. Die Richtung ist allerdings klar: Der Rückgang klassischer Briefe macht deren Zustellung zunehmend teurer. Wer weiterhin auf Briefpost angewiesen ist, dürfte diese Entwicklung auch beim Porto zu spüren bekommen.

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