Deutschlands Ladeproblem: 61 Prozent der Gemeinden ohne Schnelllader

Das öffentliche Ladenetz für Elektroautos wächst in Deutschland deutlich, doch 30 Prozent der Gemeinden haben weiterhin keinen Ladepunkt.

Das geht aus dem neuen E-Ladenetzranking des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hervor. Zum 1. Juli 2026 gab es bundesweit 211.025 öffentliche Ladepunkte, darunter 55.011 Schnellladepunkte. Gegenüber dem Vorjahr kamen 38.875 Ladepunkte hinzu.

Gleichzeitig stieg der Bestand an Elektroautos und Plug-in-Hybriden um rund 715.000 auf 3,59 Millionen Fahrzeuge. Damit teilen sich rechnerisch 17 E-Autos einen öffentlichen Ladepunkt. Im Vorjahr waren es 16,7. Das Verhältnis hat sich also trotz des Ausbaus kaum verbessert.

VDA-Ladenetzranking 2026: Schnellladen legt deutlich zu

Besonders stark wächst das Schnellladenetz. Innerhalb eines Jahres entstanden 14.234 zusätzliche Schnellladepunkte. Mittlerweile bieten 40.320 Ladepunkte eine Leistung von mehr als 149 kW. Auf einen Schnellladepunkt kommen bundesweit durchschnittlich 65,3 E-Autos, gegenüber rund 71 im Vorjahr.

In 30 Prozent der deutschen Gemeinden ab 500 Einwohnern gibt es weiterhin überhaupt keine öffentliche Lademöglichkeit. Noch größer sind die Lücken beim Schnellladen: 61 Prozent der Gemeinden verfügen über keinen öffentlichen Schnellladepunkt mit mehr als 22 kW Leistung.

Regional gibt es demnach erhebliche Unterschiede (siehe auch PDF).

Die wichtigsten Ergebnisse des Rankings:

  • Heilbronn bietet mit 5,7 E-Autos je öffentlichem Ladepunkt das beste Verhältnis aller Zulassungsbezirke.
  • Hamburg verzeichnete mit 2.165 zusätzlichen Ladepunkten den größten absoluten Zuwachs.
  • Duisburg legte mit 43 Prozent beziehungsweise 463 Ladepunkten besonders stark zu.
  • Mecklenburg-Vorpommern führt das Bundesländerranking mit 11,5 E-Autos je Ladepunkt an.
  • Berlin erhielt mit 372 neuen Schnellladepunkten den größten absoluten Zuwachs in diesem Bereich.

Öffentliche Ladepunkte nach Bundesland

Bundesland Ladepunkte E-Pkw je Ladepunkt
Mecklenburg-Vorpommern 3.193 11,5
Berlin 7.537 11,8
Thüringen 4.272 12,4
Bremen 1.596 12,7
Sachsen 7.281 12,9
Sachsen-Anhalt 3.791 13,1
Hamburg 5.825 14,5
Schleswig-Holstein 8.163 15,4
Brandenburg 5.055 15,6
Baden-Württemberg 35.644 15,8
Bayern 40.186 16,7
Niedersachsen 20.951 17,9
Nordrhein-Westfalen 41.451 19,5
Hessen 16.389 19,6
Rheinland-Pfalz 8.131 21,9
Saarland 1.560 25,3
Deutschland gesamt 211.025 17,0

Öffentliche Schnellladepunkte nach Bundesland

Bundesland Schnellladepunkte E-Pkw je Schnellladepunkt
Mecklenburg-Vorpommern 1.243 29,4
Thüringen 1.666 31,7
Sachsen-Anhalt 1.499 33,2
Sachsen 2.246 41,9
Brandenburg 1.749 45,1
Schleswig-Holstein 2.381 52,6
Niedersachsen 6.707 56,0
Bremen 353 57,4
Rheinland-Pfalz 3.029 58,9
Bayern 10.451 64,2
Berlin 1.273 70,1
Hessen 4.367 73,7
Nordrhein-Westfalen 10.255 78,7
Saarland 487 81,1
Baden-Württemberg 6.364 88,4
Hamburg 941 89,8
Deutschland gesamt 55.011 65,3

VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur und der Stromnetze. Auch das geplante Deutschlandnetz mit mehr als 1.000 Schnellladeparks liegt wegen Rechtsstreitigkeiten hinter dem Zeitplan.

Die Statistik berücksichtigt übrigens auch Plug-in-Hybride, die nicht zwingend auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sind. Zudem sagt die reine Anzahl der Ladepunkte wenig über deren tatsächliche Verfügbarkeit oder Auslastung aus. Für Autofahrer dürfte letztlich wichtiger sein, ob sie dort zuverlässig laden können, wo sie unterwegs sind.


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  1. Robert 🔅

    Wer nicht zu Hause laden kann, ist weiterhin der große Verlierer dieser erzwungenen Mobilitätswende.

    1. Warpig 🏆

      Nö! Es gibt ausreichend externe Lademöglichkeiten. Einkauf, Fitnessstudio, Arbeit…

      1. Robert 🔅

        Also entweder hast du den Beitrag nicht verstanden oder blendest die Realität aus. Das, was du aufzählst, gibt es meistens an Orten, wo es sowieso schon genug Ladepunkte gibt. Eine Ladesäule bei Rewe ist auch eine öffentliche Ladesäule. Und wenn es dir nicht gibt, dann gibt es die nicht.

      2. Paul 👋

        Sorry, dass ist bullshit. Weder mein Fitnessstudio, noch meine Arbeit, keiner der beiden Rewe, keiner der beiden Netto, keiner der beiden Aldis, keiner der beiden DMs, nicht der Penny haben überhaupt eine einzige Ladesäule. Ich lebe in einer Stadt mit nahezu 25k Einwohnern und es gibt genau 2 Ladesäule mit 22kw und das war’s. Ohne Eigenheim muss es in 12Km weiter in die nächste Stadt gehen, wo es ein paar mehr Möglichkeiten gibt.

    2. Björn 🪴

      Das stimmt nicht. Also überhaupt nicht. Bin seit mehr als 6 Jahren „Laternenlader“ und das funktioniert prima. Zumindest in meiner Region. Aber auch auf Langstrecke funktioniert es sehr gut.

      1. Robert 🔅

        Du kannst aber nur für dich sprechen. Das es mit einer Wallbox zu Hause eine komplett andere Welt ist, als wenn man immer unterwegs laden muss und dann vielleicht noch in einer Region wohnt, wo es keine oder kaum öffentliche Ladesäulen gibt, das macht einen erheblichen Unterschied. Das sagen selbst Verfechter der Elektromobilität, sogar in diesem Blog hier wurde darüber schon berichtet.

        1. Björn 🪴

          Ja, ich kann nur für mich sprechen. Alles andere wäre ja anmaßend. Du hast aber geschrieben, dass man als Laternenlader der „große Verlierer“ sei. Das stimmt so einfach nicht in meiner Region. Das wollte ich nur ausdrücken. Die Ladeinfrastruktur wurde in den letzten Jahren sehr ausgebaut. Auch in ländlichen Regionen (die ich kenne).

          1. Robert 🔅

            Ja okay, aber es geht doch hier gerade darum, dass noch viele Gemeinden gar keine Ladepunkte haben und ein großer der Gemeinden keine Schnellladepunkte.