Das öffentliche Ladenetz für Elektroautos wächst in Deutschland deutlich, doch 30 Prozent der Gemeinden haben weiterhin keinen Ladepunkt.
Das geht aus dem neuen E-Ladenetzranking des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hervor. Zum 1. Juli 2026 gab es bundesweit 211.025 öffentliche Ladepunkte, darunter 55.011 Schnellladepunkte. Gegenüber dem Vorjahr kamen 38.875 Ladepunkte hinzu.
Gleichzeitig stieg der Bestand an Elektroautos und Plug-in-Hybriden um rund 715.000 auf 3,59 Millionen Fahrzeuge. Damit teilen sich rechnerisch 17 E-Autos einen öffentlichen Ladepunkt. Im Vorjahr waren es 16,7. Das Verhältnis hat sich also trotz des Ausbaus kaum verbessert.
VDA-Ladenetzranking 2026: Schnellladen legt deutlich zu
Besonders stark wächst das Schnellladenetz. Innerhalb eines Jahres entstanden 14.234 zusätzliche Schnellladepunkte. Mittlerweile bieten 40.320 Ladepunkte eine Leistung von mehr als 149 kW. Auf einen Schnellladepunkt kommen bundesweit durchschnittlich 65,3 E-Autos, gegenüber rund 71 im Vorjahr.
In 30 Prozent der deutschen Gemeinden ab 500 Einwohnern gibt es weiterhin überhaupt keine öffentliche Lademöglichkeit. Noch größer sind die Lücken beim Schnellladen: 61 Prozent der Gemeinden verfügen über keinen öffentlichen Schnellladepunkt mit mehr als 22 kW Leistung.
Regional gibt es demnach erhebliche Unterschiede (siehe auch PDF).
Die wichtigsten Ergebnisse des Rankings:
- Heilbronn bietet mit 5,7 E-Autos je öffentlichem Ladepunkt das beste Verhältnis aller Zulassungsbezirke.
- Hamburg verzeichnete mit 2.165 zusätzlichen Ladepunkten den größten absoluten Zuwachs.
- Duisburg legte mit 43 Prozent beziehungsweise 463 Ladepunkten besonders stark zu.
- Mecklenburg-Vorpommern führt das Bundesländerranking mit 11,5 E-Autos je Ladepunkt an.
- Berlin erhielt mit 372 neuen Schnellladepunkten den größten absoluten Zuwachs in diesem Bereich.
Öffentliche Ladepunkte nach Bundesland
| Bundesland | Ladepunkte | E-Pkw je Ladepunkt |
|---|---|---|
| Mecklenburg-Vorpommern | 3.193 | 11,5 |
| Berlin | 7.537 | 11,8 |
| Thüringen | 4.272 | 12,4 |
| Bremen | 1.596 | 12,7 |
| Sachsen | 7.281 | 12,9 |
| Sachsen-Anhalt | 3.791 | 13,1 |
| Hamburg | 5.825 | 14,5 |
| Schleswig-Holstein | 8.163 | 15,4 |
| Brandenburg | 5.055 | 15,6 |
| Baden-Württemberg | 35.644 | 15,8 |
| Bayern | 40.186 | 16,7 |
| Niedersachsen | 20.951 | 17,9 |
| Nordrhein-Westfalen | 41.451 | 19,5 |
| Hessen | 16.389 | 19,6 |
| Rheinland-Pfalz | 8.131 | 21,9 |
| Saarland | 1.560 | 25,3 |
| Deutschland gesamt | 211.025 | 17,0 |
Öffentliche Schnellladepunkte nach Bundesland
| Bundesland | Schnellladepunkte | E-Pkw je Schnellladepunkt |
|---|---|---|
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.243 | 29,4 |
| Thüringen | 1.666 | 31,7 |
| Sachsen-Anhalt | 1.499 | 33,2 |
| Sachsen | 2.246 | 41,9 |
| Brandenburg | 1.749 | 45,1 |
| Schleswig-Holstein | 2.381 | 52,6 |
| Niedersachsen | 6.707 | 56,0 |
| Bremen | 353 | 57,4 |
| Rheinland-Pfalz | 3.029 | 58,9 |
| Bayern | 10.451 | 64,2 |
| Berlin | 1.273 | 70,1 |
| Hessen | 4.367 | 73,7 |
| Nordrhein-Westfalen | 10.255 | 78,7 |
| Saarland | 487 | 81,1 |
| Baden-Württemberg | 6.364 | 88,4 |
| Hamburg | 941 | 89,8 |
| Deutschland gesamt | 55.011 | 65,3 |
VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur und der Stromnetze. Auch das geplante Deutschlandnetz mit mehr als 1.000 Schnellladeparks liegt wegen Rechtsstreitigkeiten hinter dem Zeitplan.
Die Statistik berücksichtigt übrigens auch Plug-in-Hybride, die nicht zwingend auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sind. Zudem sagt die reine Anzahl der Ladepunkte wenig über deren tatsächliche Verfügbarkeit oder Auslastung aus. Für Autofahrer dürfte letztlich wichtiger sein, ob sie dort zuverlässig laden können, wo sie unterwegs sind.
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