Nachdem die Kritik in diesem Jahr immer lauter wurde und die Lobbyarbeit der europäischen Automobilhersteller immer intensiver wurde, ist die EU eingeknickt und hat, wie es sich bereits angedeutet hat, das Verbrenner-Aus offiziell gekippt.

Eigentlich sollten neue Autos ab 2035 keinen CO₂-Ausstoß mehr haben, aber das wird in einem Jahrzehnt doch noch erlaubt sein, der CO₂-Anteil liegt bei 10 Prozent.

Die Bestätigung für das Aus vom Verbrenner-Aus kommt aus den Reihen Manfred Webers (CSU), die EU-Kommission hat ihre Ankündigung erst für nächste Woche vorgesehen. Aus der Autoindustrie ist Jubel zu vernehmen, viele sind erleichtert.

Verbrenner auch über 2040 hinaus erlaubt

Der geringe CO₂-Anteil würde aber auch bedeuten, dass der Fokus in erster Linie auf Plug-in-Hybriden oder Range Extendern liegt, mit „klassischen“ Verbrennern wird sowas nicht mehr machbar sein. Diese Regelung gilt jetzt bis 2040, aber auch nach 2040 soll es kein komplettes Verbot für einen CO₂-Ausstoß in Autos geben.

So, jetzt ist es also beschlossen, jetzt bin ich mal gespannt, wie man die Probleme der kommenden Jahre erklären möchte. Ich vermute nämlich, dass sich an der sehr kritischen Lage der europäischen Automobilbranche damit nicht viel ändern wird.

Doch wem gibt man in Zukunft dann die Schuld?


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  1. Spiritogre 🏅

    An alle Sargnagel-Schreier hier, ganz im Gegenteil. Die deutschen Hersteller sind bei Benziner UND Elektro absolut mit führend. Sich beide Optionen offen zu halten bietet deutliche Vorteile gegenüber Firmen, die sich nur auf eines konzentrieren.

    Das merken ja auch gerade die Chinesen, wo jetzt nach und nach immer mehr Elektroautohersteller auch mit Verbrennern kommen. Das Vorzeigeunternehmen BYD, was überall im Vergleich zu Tesla rangezogen wird, verkauft schließlich auch zu über 50 Prozent Verbrenner unter dem Deckmantel der Bezeichnung NEV.

  2. Julian 🍀

    Eventuell hat die deutsche/europäische Autoindustrie damit ihren dicksten Sargnagel eingeschlagen.

    Die werden so nur noch schneller durch die außereuropäischen Hersteller angehängt werden, die voll auf zukunftsfähige Technologie setzen. Sogar die USA unter Trump sind da ja weit besser als Europa aufgestellt (Tesla, Rivian, Lucid, um nur ein paar zu nennen).

  3. MacMuffin 👋

    Aua, damit hat man den Turbo beim eigenen Untergang gezündet. Sollen Sie aber ruhig machen, deren Schicksal ist ja somit klar. Wir hatten ja bisher noch nicht genug Beispiele, wie es nicht laufen sollte, kommen nun noch ein paar dazu :D

  4. Christian 🔅

    Damit hat die Industrie ihren eigenen Untergang besiegelt. Die Probleme liegen doch in den umsatzstarken Absatzmärkten. China will die Verbrenner nicht und in den USA kommen Zölle obendrauf.

    Das sind doch die Probleme und nicht das Verbrenner-Aus in der EU.

    Wie kann man nur so doof sein?!?

    1. Leif 🏅

      Plus potenziell aufstrebende Märkte wie Indien und einige andere.
      China macht es richtig. Die investieren in die Entwicklung und Infrastruktur der aufstrebenden Länder, versorgen sie mit der notwendigen Energie (Solar / Wind / Batteriespeicher) und im folgerichtigen Schritt mit der e-Mobilität in allen Kategorien. Vom Roller übers Auto bis zum Bus und Baumaschinen. Die haben frühzeitig erkannt welches großes Potenzial und welch große Wertschöpfungskette sich aus dem Transformationswandel, in dem so gut wie alles elektrifiziert wird, ergibt.

      Die Chance hätten wir auch gehabt, aber hier geht man leider immer 3 Schritte vor und 2 zurück…..

  5. Carlo 🔅

    Gute Entscheidung!
    Noch mehr Elektroschrott brauchen wir nicht.

    1. P45 💎

      Weil? Lieber weiter abhängig vom Öl aus Schurkenstaaten? Das übrigens gerne auch mal da hinläuft, wo es nichts zu suchen hat, siehe Uckermark.
      Ich fahre meinen „Elektroschrott“ jedenfalls gerne…

      1. Carlo 🔅

        Wo kommen denn die Teile für dein Auto wohl her? Lass mich raten, aus den Schurkenstaaten? Nur weil du ohne Emissionen fährst heißt das noch lange nicht, dass dein E-Auto sauberer ist als ein Verbrenner. Was meinst du wie man an Lithium, Kobalt oder Seltene Erden kommt, wie ist wohl die Gewinnung dieser Rohstoffe? Alles aber bestimmt nicht sauber, genauso wie dein Strom den du unter Umständen beziehst.

        1. Neuhier 🔅

          Ach Gottchen….. jetzt kommt die Leier schon wieder….

          Du hast die Infraschallwellen von den Vogelschreddermaschinen während der Dunkelflauten noch vergessen…. Deswegen müssen wir jeden Abend Atomstrom von kleinen Kindern aus Frankreich beziehen. Und wenn die damit fertig sind, werden die zu Akkus für E-Autos weiterverarbeitet. Und dabei könnten wir aus Elfenkacke, hocheffiziente Verbrenner herstellen…. aber die Grüüüüüüneeeen!

          psst….. es ist längst belegt, welche Antriebsart nach wenigen Kilometern bereits umweltfreundlicher ist… Gut…. Hat sich in Eierkopphausen vielleicht noch nicht rumgesprochen….

          1. P45 💎

            Danke für die Zusammenfassung. Dann kann ich mir das sparen. Obwohl ich glaube, dass Carlo seine vorgefertigte Meinung auf tiefstem Stammtischniveau so schnell nicht aufgeben wird. Selbst „Robert“ gesteht ja ein, dass der e-Antrieb dem Verbrenner technisch überlegen ist, er glaubt halt nur nicht, dass die Leute bereit sind, es zu kaufen. Mein Skoda Händler erzählt mir übrigens aus seiner täglichen Arbeit ganz was anderes. Und er muss mir nichts vorflunkern, ich habe ja bereits gekauft. Carlo scheint eher aus der Fraktion „arme afrikanische Kleinkinder graben 23 Stunden am Tag mit blutigen Fingern Kobalt aus der Erde“.
            Da gehe ich von Faktenresistenz aus…

          2. Carlo 🔅

            In Doofkopphausen glaubt man halt immer noch an den Weihnachtsmann und den grünen Osterhasen.

  6. mccrain 🪴

    Da unsere Autoindustrie vom Export sehr abhängig ist, sollte man nun eine Prämie für ausländische Käufer einführen, um den Verkauf unserer deutschen hocheffizienten Verbrenner anzukurbeln.

  7. Nico 🏅

    So funktioniert Demokratie in der EU. Die Länder die mächtiger sind als die anderen können durch drück bereits beschlossene Entscheidungen kippen oder verändern.

    1. Nemoi ☀️

      Nein – das sind die Auswirkungen der Europawahlen, in denen die EVP (europ. Partei von CDU/CSU) und die Rechtsaußen-Parteien gewonnen haben. Die können jetzt im EU-Parlament eine Mehrheit bilden und sind dabei vieles von der EU-Klimapolitik abzuräumen. Finde ich persönlich nicht gut, ist aber eben ein Ausdruck davon dass Wahlen in der EU durchaus Auswirkungen haben.

  8. P45 💎

    Entgegen der Meinung vieler hier wird sich mMn die Lage der deutschen Autobauer sogar noch rasanter verschlechtern, zumindest auf längere Sicht. Da die Entwicklung neuer Akkus vor allem in China rasant voranschreitet, kommt in nicht allzu ferner Zukunft der Punkt, an dem e-Autos deutlich preiswerter im Verkauf sind als Verbrenner. Da der Kunde seine Kaufentscheidung zum großen Teil über den Blick ins Portemonnaie trifft, werden dann sehr viele Käufer zu chinesischen Produkten greifen. Dann werden die deutschen Produzenten jammern, dass niemand mehr ihre ach so technisch überlegenen Verbrenner kaufen will, in deren Entwicklung sie aufgrund der jetzigen Entscheidung der EU nochmals Milliarden investiert haben. Der letzte macht das Licht aus…

    1. Sam 🎖

      Das gilt für viele Produkte, aber bei Autos hast du einfach das Problem Werkstattnetz, welches sich nicht so einfach beheben lässt und worauf sich die deutschen Hersteller aktuell noch ausruhen können.

  9. Stfan 🏅

    War abzusehen. Ist aber auch die richtige Entscheidung. Da E Autos ja sowieso so viel besser sind???, sollten trotzdem die Verkäufe von Verbrenner nach und nach sinken. Freie Marktwirtschaft ist einfach wichtig, sollen die Kunden entscheiden was wirklich besser ist.
    Klimaschutz funktioniert nur mit den Wählern nicht gegen Sie. Ist trotzdem traurig wie viel MRD Euro die EU mit dem Verbrenner aus verbrannt hat, auch die vielen Jobverluste hätten verhindert werden können. Das muss sich die EU eingestehen.

    1. Leif 🏅

      Solche Entscheidungen wie jetzt sind für die Jobs in der Regel viel fataler. Es hilft der ganzen Industrie und den Zulieferern (wovon einige langfristig Obsolet werden) wenn sie sich auf klare Ziele ausrichten oder früh genug umstellen können.
      Wenn eins Jobs kostet dann das mehrgleisige fahren anstatt sich auf die E-Mobilität zu konzentrieren. Dadurch haben sie schon jetzt den Anschluss verloren und der Abstand wird durch solche Entscheidungen immer größer.
      Zumal solche Ziele ja auch beim Ausbau der Infrastruktur helfen.

  10. zoula ☀️

    „Währenddessen bestellt die Bahn Elektrobusse bei BYD“ [reddit]

    1. P45 💎

      Das ist allerdings wirklich bedauerlich. Hier hätte die Bahn ein Zeichen setzen müssen. Und bitte nicht argumentieren, dass das Angebot der Chinesen günstiger war. Die Bahn versenkt gerade Milliarden (!) in einen Prestigebahnhof, der alles schlechter macht, als der dort zuvor befindliche aus dem letzten Jahrhundert.

  11. D3P 🌀

    Das heißt im Fazit? Entweder darf Jedes Auto 10% CO2 ausstoßen, oder 90% keine Emissionen und 10% dürfen zu 100% mit Diesel/Benzin oder was auch immer fahren?

    1. Bisher gab es eine Angabe von g/km, jetzt hieß es nur 10 Prozent CO₂, aber so ganz schlau wurde ich bisher auch nicht. Es soll heute wohl noch mehr Details geben, der Kanzler wird in Heidelberg auf dem Treffen erwartet und vielleicht gibt es noch eine Pressekonferenz. Sonst gilt es nächste Woche abzuwarten, dann folgt die Ankündigung der EU.

    2. Ronald 💎

      Auch Tegesschau:

      Das zusätzliche CO2 muss nach ARD-Informationen aber auf anderem Wege ausgeglichen werden, zum Beispiel durch die Nutzung von „grünem Stahl“.
      Auch weitere mögliche Maßnahmen wie eine Batterie-Strategie und Vorschläge für umweltfreundlichere Dienstwagen sollen kommende Woche vorgelegt werden.

      Was für eine Schwurbelei.
      Später muss dann die Stahlindustrie in Europa geschützt werden, also wird dann auf „grünen Stahl“ verzichtet. Es werden sich schon weitere Ausreden finden lassen.

  12. Ronald 💎

    Laut Tagesschau:

    „Damit ist das Technologieverbot für den Verbrenner vom Tisch. Alle derzeit in Deutschland gebauten Motoren können damit weiterproduziert und verkauft werden.“

    Was für ein Glück dass wir nur „hocheffiziente“ Verbrenner in Deutschland haben.

    Nun müssen aber noch alle Mitgliedsländer zustimmen. Ich weiß nicht wie die Stimmung in den einzelnen Ländern ist. Wie ist die Meinung der Länder, die keine Automobilindustrie haben, dazu?

    1. Es klang in den letzten Tagen so, als ob genug Support da ist. Die finanziell starken Länder mit Herstellern und Werken vor Ort werden das sicher vorher geklärt haben.

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