E-Autos im Faktencheck: Zehn Irrtümer sollen ausgeräumt werden
Der Verband der Automobilindustrie hat zehn Fakten zur Elektromobilität veröffentlicht und ordnet häufige Fragen rund um E-Autos ein.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat eine Übersicht mit zehn Fakten zur Elektromobilität veröffentlicht. Ziel der Zusammenstellung ist es laut Verband, häufige Fragen zu Reichweite, Ladezeiten, Batterien und Sicherheit zu beantworten sowie verbreitete Missverständnisse aufzugreifen.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller verweist zugleich auf bestehende Herausforderungen wie den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur und niedrigere Ladestrompreise.
Nach Angaben des VDA erreichen aktuelle Elektroautos je nach Modell Reichweiten von rund 200 bis über 700 Kilometern. Spitzenmodelle sollen unter günstigen Bedingungen sogar deutlich höhere Werte ermöglichen. Zudem verweist der Verband auf ein wachsendes Netz öffentlicher Ladepunkte, lange Batteriegarantien und Studien, nach denen moderne Akkus auch nach hoher Laufleistung einen Großteil ihrer Kapazität behalten.
Reichweite, Laden und weitere Aspekte der Elektromobilität
Die wichtigsten Themen im Überblick:
- Reichweite und Schnellladen moderner E-Autos
- Batterielebensdauer und Software-Updates
- Treibhausgasbilanz über den gesamten Lebenszyklus
- Bidirektionales Laden und Nutzfahrzeuge
Darüber hinaus geht der Verband auf die Klimabilanz, die Sicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung der Elektromobilität ein. Laut den zitierten Studien verursachen Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus weniger Treibhausgase als vergleichbare Verbrenner.
Außerdem verweist der VDA auf Investitionen der deutschen Automobilindustrie, neue Fahrzeugmodelle sowie den Ausbau von Anwendungen wie dem bidirektionalen Laden. Auch das Brandrisiko von Elektroautos sei nicht höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Die ausgewählten Punkte des VDA im Überblick:
- Viele Strecken lassen sich problemlos mit dem E-Auto zurücklegen
Laut VDA erreichen aktuelle Elektroautos je nach Batterie Reichweiten von rund 200 bis über 700 Kilometern. Spitzenmodelle schaffen unter günstigen Bedingungen bis zu 900 Kilometer. Da 95 Prozent aller Fahrten in Deutschland kürzer als 50 Kilometer sind, können diese laut Verband mit nahezu jedem Elektroauto bewältigt werden. Für längere Reisen empfiehlt der VDA eine entsprechende Ladeplanung. Plug-in-Hybride werden als Alternative für Nutzer genannt, die zusätzliche Flexibilität wünschen. - Spitzenmodelle sind in maximal 20 Minuten fast voll geladen
Die Ladezeit hängt von der Ladeleistung ab. An AC-Ladestationen dauert das Laden meist zwei bis fünf Stunden, an DC-Schnellladesäulen wird eine Batterieladung auf etwa 80 Prozent häufig innerhalb einer Stunde erreicht. Spitzenmodelle sollen laut VDA dafür weniger als 20 Minuten benötigen. Zudem verweist der Verband auf rund 206.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland, darunter etwa 53.000 Schnellladepunkte (Stand: 1. Juni 2026). - Batterien halten lange
Moderne Batterien sind laut VDA auf viele Ladezyklen ausgelegt. Üblich seien Garantien über acht Jahre oder 160.000 Kilometer bei mindestens 70 Prozent Restkapazität. In der Praxis würden viele Batterien auch nach dieser Laufleistung noch zwischen 80 und 90 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität erreichen. Studien zeigen laut VDA zudem, dass Batterien häufig deutlich länger genutzt werden können. - E-Autos verursachen über den gesamten Lebenszyklus deutlich weniger Treibhausgase als vergleichbare Verbrennerfahrzeuge
Zwar entstehen bei der Batterieproduktion zunächst höhere CO₂-Emissionen, laut den vom VDA zitierten Studien gleichen Elektroautos diesen Nachteil im Betrieb jedoch aus. Über den gesamten Lebenszyklus sollen sie in Deutschland rund 40 Prozent weniger Treibhausgase verursachen. Bei Nutzung von Grünstrom könne dieser Vorteil laut den zitierten Untersuchungen noch größer ausfallen. - Over-the-air-Software-Updates halten Fahrzeuge aktuell
Der VDA weist darauf hin, dass Software vieler Fahrzeuge heute drahtlos aktualisiert werden kann. Dadurch lassen sich Funktionen und Systeme ohne Werkstattbesuch aktualisieren. Dies gelte sowohl für Elektroautos als auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und könne dazu beitragen, Fahrzeuge langfristig auf dem aktuellen Stand zu halten. - Mit dem E-Auto lässt sich künftig sogar Geld verdienen
Der Verband sieht im bidirektionalen Laden Potenzial, Elektroautos als mobile Stromspeicher einzusetzen. Fahrzeuge könnten künftig Strom ins Haus oder ins Stromnetz zurückspeisen. Laut VDA könnten dadurch Erlöse erzielt werden, sofern technische und rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden. - E-Mobilität bietet auch bei Nutzfahrzeugen große Potenziale
Der VDA verweist auf batterieelektrische Lastwagen mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern sowie Wasserstofffahrzeuge mit bis zu 800 Kilometern Reichweite. Der Straßengüterverkehr verursache einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen, weshalb der Verband hier großes Potenzial für alternative Antriebe sieht. - Deutsche Hersteller treiben die Elektromobilität voran
Nach Angaben des VDA investieren deutsche Hersteller und Zulieferer bis 2030 weltweit rund 320 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung sowie weitere 220 Milliarden Euro in Sachinvestitionen. Deutschland sei der weltweit zweitgrößte Produktionsstandort für Elektroautos. Zudem verweist der Verband auf zahlreiche verfügbare Modelle und einen hohen Anteil deutscher Hersteller bei den Neuzulassungen. - E-Autos sind bei Bränden ebenso sicher wie Verbrenner
Laut den vom VDA angeführten Quellen ist das Brandrisiko von Elektroautos nicht höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zwar könne die Brandbekämpfung bei Lithium-Ionen-Batterien aufwendiger sein, Feuerwehren verfügten jedoch über entsprechende Einsatzkonzepte und Handlungsempfehlungen. - E-Autos beschleunigen schnell und sind nicht langsamer als Verbrenner
Elektromotoren stellen ihr maximales Drehmoment sofort bereit und ermöglichen dadurch eine schnelle Beschleunigung. Spitzenmodelle erreichen laut VDA Beschleunigungswerte von unter drei Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Viele Serienfahrzeuge werden jedoch elektronisch auf etwa 160 bis 200 km/h begrenzt, um Energieverbrauch und Reichweite zu optimieren. Zusätzlich weist der Verband auf mögliche Vorteile wie Parkvergünstigungen oder die Nutzung bestimmter Busspuren in einigen Regionen hin.
Ich finde es sinnvoll, wenn Verbände ihre Positionen mit Daten und Quellen untermauern. Gleichzeitig bleibt es wichtig, unternehmensnahe Aussagen kritisch einzuordnen und sie mit unabhängigen Studien sowie der praktischen Entwicklung bei Infrastruktur, Strompreisen und Fahrzeugangebot zu vergleichen.
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Punkt 5 OTA:
a) die meisten traditionellen Autobauer haben es nicht so sehr mit Software.
b) manche geben nur die ersten Over The Air, danach darf man entweder zahlen, oder die Update werden OTA = Over The Autohaus gemacht.
Punkt 8: Deutsche Hersteller eiern eher herum. Wir setzen voll auf BEV; 1 Jahr später ähm wir bauen wieder verbrenner.
Punkt 6 ist komplett sinnfrei für nicht Eigenheimbesitzer mit PV auf dem Dach.
Aber Punkt 2 ist das große Problem. „Spitzenmodelle“ sind der Punkt. Wenn ich in einem Golf-Klasse E-Auto das soviel kostet wie Golfs vor 2020 bzw. mir nur ein gebrauchtes Auto zwischen 5000 und maximal 25.000 leisten kann und damit auch im Urlaub will, dann will ich natürlich auch, dass es genauso komfortabel geht wie mit dem Verbrenner. Und da hapert es momentan noch gewaltig.
Zwar kommen erste Modelle mit langer Reichweite und kurzen Ladezeiten auf den Markt, aber es wird sicher noch zehn Jahre dauern, bis das in Kleinwagen anzutreffen ist, die auch ansonsten schlicht praktisch und bezahlbar sind.
Punkt 9 klingt mir viel zu konservativ. Nach Daten verschiedener Versicherer brennen Elektro Autos tatsächlich signifikant seltener als Verbrenner. Zudem ist es für moderne feuerwehren ebenfalls kein Problem mehr zu löschen. Das gehört deutlich besser raus gearbeitet um dem narrativ entgegen zu wirken.
Das ist der VDA!
Zu 1.: Ich finde die Ladezeiten fast wichtiger als die Akkukapazität des anvisierten Fahrzeuges. Ich fahre privat und beruflich nur noch BEVs (privat seit 2,5 Jahren und beruflich seit einem knappen Jahr) und kenne diverse Vor- und Nachteile.
Privat n Mittelklassefahrzeug mit 60kWh Akku, aber halbwegs guter Ladeleistung von 10 auf 80% in ca. 25 Minuten. Da auf Fernstrecken die Fahrzeugladeplanung aber meist Ladestopps mit gut 10 bis 15 min plant, ist uns das mit Espresso und Pinkeln meist fast zu schnell! :)
Der Zweitwagen hat nur ne geringe Reichweite, aufs Arbeitspendeln ausgerichtet und kann entspannt in der Garage alle 2 Tage auf 80% nachgeladen werden.
In der Arbeit nutze ich meist einen Hyundai (800V), manchmal einen BMW (400V). Hierauf bezieht sich meine oben genannte Meinung. Der Hyundai braucht ca. 25kWh auf 100km, der BMW ca. 22kWh auf 100km. Der Akku vom Hyundai ist ca. 10kWh kleiner als vom BMW, weshalb die Reichweite geringer ist. Der Hyundai keine 300km (100 auf 0%), der BMW maximal knappe 400km. Ich fahre den Hyundai dennoch lieber als den BMW, da ich eh mal ne Pause brauche, der Hyundai aber in ca 18 Min wieder auf 80% lädt, der BMW braucht ca. 30min! Das stört mich definitiv mehr im Arbeitsalltag als die geringere Reichweite. (Entsprechend passende Schnellladesäulen vorausgesetzt, für die ich von der Firma ne Ladekarte habe)
Daher würde ich lieber ein Fahrzeug wählen, dass vielleicht nen etwas kleineren Akku hat (was bis auf wenige Ausnahmefälle im Jahr völlig ausreichend ist), dafür aber schneller laden kann. Insbesondere im Arbeitsalltag. Privat ist mir das eher egal, bei Urlaubsfernreisen habe ich Zeit für die Ladestopps – der Weg ist das Ziel ;)
PS: Musste erst in der Arbeit auf nen ziemlich gut motorisierten Audi ausweichen, von dem die Kollegen immer schwärmen… boa war der ätzend! Viel zu laut, bei jedem Ampelstopp geht der Motor aus und wenn es grün wird war das Ding ne gefühlte Ewigkeit mit Motor starten, Turbo aufblasen und Gänge sortieren beschäftigt, bis das Ding dann endlich losgefahren ist. Wollte man spontan mal beschleunigen um in irgend ne Lücke rein zu kommen ist man als BEV Nutzer erst mal erstaunt, dass man es früher als normal betrachtete, dass bei nem Verbrenner halt 2 Sekunden dazu kommen, bis irgendwas passiert ab Tritt aufˋs Pedal :D Und an der Tanke, an der ich anstehen musste, verging auch nicht wirklich so viel weniger Zeit als bei nem Ladestopp im Arbeitsalltag – aber das muss jeder für sich selbst herausfinden und beurteilen.
Zu 7.: Welcher LKW kommt denn mit Wasserstoffantrieb 800km weit?! Was ich so gelesen, gesehen und gehört habe, taugen die eh genau überhaupt nix (aber Robert wird mir widersprechen). Die kommen nicht wirklich weiter als n reiner BEV-LKW, brauchen auch min. 15min an einer der noch wenigen vorhandenen Wasserstofftankstellen und weiter als 600km kommt eh kein Trucker am Tag aufgrund seiner Lenk- und Ruhezeiten. Da reicht ein zB Mercedes eActros völlig aus und ist deutlich billiger als ein Wasserstoff-LKW, insbesondere über die Nutzungsdauer hinweg.
Die Zahlen zur CO2 Einsparung sind aber nach neueren Studien deutlich zu niedrig angesetzt. Laut ICCT sind diese beim Europäischen Strommix rund 73% über die Lebenszeit. Für meinen persönlichen, konkreten Fall waren es letztes Jahr 82% ggü einem Verbenner.
Das sind aber keine Zahlen für Deutschland in Deutschland ohne Atomkraftwerke ist das illusorisch
Was für ein Unsinn. Der Deutsche Strom ist zu über 62% Erneuerbar, Tendenz steigend. In meinem konkreten Fall ist sogar 70% des Stroms für mein E-Auto direkt vom eignene Dach gewesen und 30% eben mit dem deutschen Strommix. Ich habe es wochengenau auf Basis der Energycharts des Fraunhofer-Instituts nachgerechnet.
Es geht aber nicht nur um den Strom, das steht auch nirgendwo ….
Um was geht es denn dann, wenn du Atomkraftwerke ansprichst? Um Erdgas?
Das weiß doch Robert doch selber nicht, er wollte einfach nur mal wieder gegen E-Autos stänkern.