Die fehlende Infrastruktur beim Laden ist ein häufig genannter Kritikpunkt, wenn es um die Anschaffung eines Elektroautos geht. Dabei kommt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für 2025 zu einem anderen Ergebnis.

Eine neue Studie hat sich damit beschäftigt, wie gut oder schlecht Ladesäulen im letzten Jahr ausgelastet waren und das Resultat der Untersuchung ist, dass öffentliche Ladepunkte im Durchschnitt nur zu zwölf Prozent gleichzeitig belegt waren.

So kommt man zum dort also Ergebnis, dass „die geringe zeitgleiche Belegung zeigt, dass der Ausbau des Ladeangebots weiter deutlich vor dem Hochlauf der vollelektrischen Pkw liegt“. Ich würde hier allerdings ein ganz anderes Fazit ziehen.

Die Ladesäulen in Deutschland wurden in den letzten Jahren nicht optimal geplant und können daher nicht gut ausgelastet werden, da sie auch oft an Stellen sind, die für Menschen im Alltag unpraktisch sind. Bei unserem Bauhaus stehen viele Säulen, bei unserem Aldi keine einzige. Ratet, wo sich Menschen viel häufiger aufhalten.

Laden muss einfacher und günstiger sein

Hinzu kommt, dass das öffentliche Laden auch kein guter Indikator ist, denn vor allem die Lademöglichkeit daheim ist für viele entscheidend. Ich fahre seit Jahren vollelektrisch und mir sind Schnelllader komplett egal, ich laste diese so gut wie nie aus. Mich wundert also nicht, dass diese an Raststätten und Co. oft frei sind.

Hinzu kommt, dass viele Menschen eben oft gleichzeitig laden, wenn ich unterwegs bin, dann sind Ladesäulen an einem Samstag um 8 Uhr natürlich alle komplett frei, am Mittag um 12 Uhr aber gerne komplett ausgelastet. Der „Durchschnitt“ ist hier also relativ egal. Ich hoffe, dass das jetzt kein falsches Signal an die Politik sendet.

Wichtig ist, dass man mit einem Elektroauto günstig und bequem im Alltag laden kann, ein teurer Schnelllader sollte die Ausnahme für die Langstrecke sein, die man ab und zu fährt. Laut Automobilwoche liefert die Studie noch ein paar Details:

So gab es in Deutschland zum Stichtag 1. Januar 2026 genau 200.830 öffentliche Ladepunkte. Damit nahm ihre Zahl innerhalb eines Jahres um mehr als 22 Prozent zu. Fast jeder fünfte Ladepunkt (19 Prozent) bietet ultraschnelles Laden (HPC, High Power Charging) mit einer Leistung von mindestens 150 Kilowatt. Schnellladen mit einer Leistung zwischen 22 und 150 Kilowatt, bieten aktuell 6,5 Prozent der Ladepunkte.

Aber wie gesagt, die Zahl der Schnelllader ist meiner Meinung nach vollkommen egal, wenn man das Thema richtig angehen möchte, dann muss man dafür sorgen, dass Menschen immer und überall bequem laden können. Und dann wird das Elektroauto auf einmal attraktiver als der Verbrenner, was bei uns der Fall ist.


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  1. rogh 💎

    Liegt halt alles auch am Preis. Wenn der Preis zu hoch ist, gibt es auch keine Auslastung. Als die Preise beim SuC von Tesla noch ok waren, waren die Ladeparks auch immer gut besucht.
    Abo und Preise jenseits von 55ct schrecken die Leute halt ab und die Säulen werden dann nur von Dienstwagenfahrern angesteuert.

    Wenn ich bei Aral oder TE 70ct+ für die kWh bezahlen soll, fahre ich halt weiter.

  2. Peter 👋

    Echt. Hab das Video von IKnowReview gesehen der jetzt ein E Auto seit einem Jahr fährt und genau so sehe ich das auch. Autos gut, Ladeinfrastruktur scheiße. Und ja, unter seinem Video wie auch hier, wird jeder sagen.

    Ich fahre seit……. Und das ist mir noch nie passiert und so weiter.

    Wenn er erzählt, da gibt’s eine Ladestation bein Aldi, die ist so langsam das er dort 4 Stunden lädt und 40% geladen hat und dann wieder weg muss, wegen Strafe. Oder mit 5% irgendwo ankommen, das öfter, sorry, wäre ein Alptraum. Oder belegte Charger, defekte Charger und so weiter. Blöde Orte für Charger wenn man in der Innenstadt wohnt.

    Sorry, wenn man Zuhause ne Wallbox hat ist alles toll und keine weiten Strecken fährt. Aber selbst das ist einem Freund passiert, der eine beantragen wollte und die Stadt sagte, nein, in seiner Straße haben schon zuviel eine. Top!

    Deshalb Sorry, aber ich denke unsere Politik mit der Energiepolitik und die Ladestationenstruktur in Deutschland werden ein E Auto für mich min. die nächsten 2-5 Jahre und mehr unattraktiv machen.

    1. gast 🏆

      Wenn ich mich nicht täusche, dürfen 11kW Wallboxen nicht mehr abgelehnt werden. Nur bei 22kW darf der Netzbetreiber, nicht die Stadt, ablehnen.

      Ansonsten ist deine Perspektive vollkommen ok. Ich hatte halt auch schon einige Situationen in denen ich geflucht habe und auf die letzten Prozente geschielt habe. Im Gesamtbild für mich aber vernachlässigbar, da die Vorteile eines BEVs einfach überwiegen. Freiwillig fahre ich in diesem Leben keinen Verbrenner mehr.

      Aus deinem letzten Absatz meine ich dann auch herauslesen zu können, dass Du grundsätzlich keinen Bock auf E-Mobilität hast und selbst mit ner Station direkt vor der Haustür nicht umsteigen würdest.

  3. Neuhier 🔆

    Glaub in einem Interview von einem Energiekonzern Vorstand (glaub ENBW war es) gehört zu haben, dass die Gesamtauslastung bei iwas mit 20% liegt.

  4. gast 🏆

    wenn man das Thema richtig angehen möchte, dann muss man dafür sorgen, dass Menschen immer und überall bequem laden können.

    Ich gebe Dir recht, nur wer soll diese Infrastruktur aufbauen und betreiben, wenn es sich wegen geringer Auslastung nicht rechnet? Seitdem ich ein Zuhause und einen Job mit Wallbox habe, lade ich im Alltag kaum noch in der freien Wildbahn, ärgere mich auf längeren Touren aber dann, wenns nicht gescheit läuft…

    1. Dom 🏆

      Das gilt für mich auch, aber man muss auch die Laternenparker mitdenken. Hier bietet es sich an, Schnellladesäulen an Supermärkten o.ä. zu installieren. Das müssen auch keine 300kw+ Charger sein, aber so, dass es nebenbei passieren kann. Wenn man aktuell so laden will, wie man getankt hat, müssten die meisten auf einen Rasthof. Das ist halt unattraktiv.

      1. gast 🏆

        Absolut. War früher auch Laternenparker. Aber noch mal mit der Sonderlocke, dass das Auto in der Stadt nicht gebraucht wurde. Also Laden am Supermarkt hätte mir nichts gebracht, da wir nicht mit dem Auto eingekauft haben. Dafür waren die AC Stationen abends nette Parkplätze. Während die Verbrenner um den Block gezirkelt sind, konnte ich zumindest den Wagen zumindest erst mal abstellen. Ich hatte 3 AC Stationen fußläugig und eine war eigentlich immer frei.

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