Entwickler von Cyberpunk und Witcher führen Woke-Gegner vor
Woran erkennt man einen Vegetarier? Er erzählt es dir. Diesen Witz kennen viele, auch wenn nicht viel Wahrheit dahinter steckt, weiß jeder, was gemeint ist. Woran erkennt man einen Gender-Gegner? Er erzählt es dir. Und zur Not verbietet er es, wie in Bayern, obwohl er damit argumentiert, dass .. ach lassen wir das einfach.
Mir ist aber im Gaming aufgefallen, dass es da seit einer Weile ein ähnliches Phänomen gibt: Menschen, denen Spiele zu „woke“ sind. Sobald da eine andere Hautfarbe, eine andere Vorliebe beim Geschlecht oder Regenbogenfarben im Spiel vorkommen, ist die fragile Männlichkeit angegriffen und alles ist ganz schlimm.
CD Projekt Red mit klarem Statement
Im Rahmen des Pride Month, der in der heutigen Zeit wieder wichtiger wird, haben auch die Entwickler von The Witcher und Cyberpunk ein klares Statement gesetzt:
Die Ironie ist, dass dieser Beitrag, der mittlerweile Millionen von Menschen erreicht hat, eine gewisse Ironie mitbringt. CD Projekt Red hatte schon immer Spiele, die „woke“ sind. Wobei in der heutigen Zeit ja sogar ein 007 First Light für viele als Spiel zu „woke“ ist, weil Bond eine Chefin (wie in den aktuellen Filmen) hat.
Es gibt eigentlich keine Grenze mehr, es hat sich eine „Dagegen-Kultur“ entwickelt, wenn etwas nicht dem Stand der 90er entspricht. In den Kommentaren, die man sogar schließen musste (traurig), drohen „Spieler“ damit, dass sie die Spiele der Entwickler jetzt boykottieren. Dabei waren sie, und das ist die Ironie, immer „woke“.
Es ist nur eine sehr kleine Bubble
Das Schöne ist aber, dass es vollkommen egal ist, wie „woke“ ein Spiel, Filme oder was auch immer ist, dieser „Boykott“, den viele da immer androhen, hat am Ende keine Wirkung. In der Liste der erfolgreichsten Spiele der letzten Jahre gibt es so viele, die als „woke“ bezeichnet wurden und selbst das Bond-Spiel startet durch.
Am Ende sieht man auch hier, dass es eine kleine und unbedeutende Gruppe an „Spielern“ ist, die ihren eigene Einfluss für zu wichtig hält. Wenn juckt es, ob ein Spiel „woke“ ist oder nicht. Am Ende zählt für den normalen Spieler, ob es gut ist. Ist es das, wird es gekauft, ist es das nicht, dann verkauft sich ein Spiel nicht.
In den Kommentaren sieht man dann gerne Beispiele wie ein Concord oder auch Dragon Age, das waren aber eben schlechte Spiele, die auch von denen abgestraft wurden, denen sowas egal ist. Die Qualität entscheidet. Wer glaubt, dass es daran liegt, dass ein Entwicklerstudio „woke“ ist, der hält am Ende an einer Ideologie fest.
Das beste Beispiel wird im Herbst aber GTA 6 sein, welches nach den Standards vieler Nutzer als „woke“ eingestuft wird, erscheint (es reicht heute schon, wenn eine Hauptprotagonistin dabei ist, siehe God of War). Und sich über genau diese Gruppe, weil Rockstar Games schon immer gesellschaftskritisch war, lustig macht.
Wir leben in einer Zeit, in der sich viele irgendwie „bedroht“ fühlen, weil ihr eigenes Selbstbewusstsein nicht mit ein paar Regenbogenfarben klarkommt. Nervig, weil sich diese kleine Gruppe sehr laut sein kann und aktiv ist, aber ich hoffe, dass auch das wieder vorbeigeht und der Fokus wieder mehr auf die Qualität der Spiele rückt.
Und ja, ich weiß, es gibt auch Beispiele, in denen Spiele bei Reviews abgestraft wurden, weil sie nicht „divers“ genug sind, auch das kritisiere ich. Darum geht es hier zwar nicht, aber ich will damit nur sagen, dass eine Schwarz-Weiß-Denke nie gut ist. Das Leben ist bunt und daher darf es auch bei Spielen eine Auswahl geben.
PS: Das bedeutet natürlich auch, dass die Anti-Woke-Bubble ihre Kritik äußern darf, wir leben in einer freien Welt, das ist wichtig. Dieses Beispiel sollte nur zeigen, da die Spiele von CD Projekt Red mehrmals in den Top 30 der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten zu finden sind, dass es eine Debatte ist, die vielen komplett egal ist.
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Das was viele aus der Woke-Community nicht verstehen, das wir nicht Anti-Woke sind sondern das wir kein Bock darauf haben ständig politisch belehrt zu werden. Wir wollen von dem Alltag abschalten.
Was die Anti-Woke-Community nicht versteht: Wir Spieler wollen weder euch noch wollen wir die „Woke-Community“, wir wollen einfach nur gute Spiele, ihr macht ein politisches Thema daraus. Wenn ein Entwicklerstudio sich für Diversität entscheidet, dann ist das ihre Entscheidung, es ist ein freier Markt, das hat nichts mit „Politik“ zu tun, die beeinflusst nicht die Entwicklung von Spielen. Und genauso wie es weiterhin Games nach dem „klassischen Muster“ gibt, darf es auch andere Spiele geben. Packt nicht immer alles im Schubladen und lasst Spielestudios und Spieler einfach in Ruhe zocken.
„Da ist eine Frau als Protagonistin in dem Spiel, es soll aufhören mich politisch zu belehren“.
So meinst du also?
Wo hat er das gesagt?
Ich verstehe seinen Kommentar so, dass „Woke“ Spiele für ihn eine politische Belehrung sind. Daher die Nachfrage.
Du hast mit deiner wirtschaftlichen Grundaussage völlig recht, demontierst deine eigene Argumentation aber durch eklatante Widersprüche und genau die Schwarz-Weiß-Denke, die du am Ende ironischerweise selbst kritisierst.
Zu den Fakten, bei denen du recht hast: Ja, die „Go woke, go broke“-Regel greift bei echten AAA-Meisterwerken wie Baldur’s Gate 3 oder Cyberpunk 2077 nicht. Qualität setzt sich am Ende durch, und die extreme Anti-Woke-Bubble überschätzt ihre Marktmacht gewaltig. Wer The Witcher kennt, weiß zudem, dass CD Projekt Red schon immer politische und gesellschaftskritische Themen verarbeitet hat.
Aber abseits dieser Marktanalyse strotzt der Text vor intellektueller Unsauberkeit.
Erstens: Du forderst im letzten Absatz Differenzierung, weil „eine Schwarz-Weiß-Denke nie gut ist“, startest aber direkt im zweiten Absatz mit psychologisierenden Pauschalabwertungen („fragile Männlichkeit“) und billigen Vergleichen.
Zweitens: Deine Einordnung von Flops wie Concord ist Cherry-Picking. Concord war spielmechanisch kein Komplettausfall, sondern ein solider Shooter. Es ist grandios gescheitert, weil das Charakterdesign, welches in einem Hero-Shooter das absolute Kernstück ist , von der Zielgruppe massiv abgelehnt wurde. Und dieses Design war unbestreitbar das Resultat starker interner Diversitäts-Vorgaben. Deine Logik ist hier maximal inkonsistent. Wenn ein Spiel erfolgreich ist, ist die „Wokeness“ irrelevant und nur die Qualität zählt. Wenn es aber floppt und das Design massiv kritisiert wird , war plötzlich einfach nur das Spiel schlecht. Man kann sich die Realität nicht einfach so zurechtbiegen, wie sie in die eigene Ideologie passt.
Am Ende machst du genau das, was du den Boykott Rufern vorwirfst.Du machst es dir in deiner eigenen ideologischen Blase bequem und bist blind für deine eigenen Widersprüche.
Zu Erstens: Eine „fragile Männlichkeit“ trifft ja nicht alle „Männer“, das ist also keine Pauschalaussage und keine Schwarz-Weiß-Denke.
Zu Zweitens: Ich habe nicht gesagt, was bei Concord schlecht ist, nur, dass es schlecht bewertet wurde und zu generisch war. Das ist kein „Cherry-Picking“, ich wollte einfach nur zwei Beispiele nennen, die von dieser Bubble gerne geteilt werden. Ironischerweise erkennst du aber, worauf es mir ankommt, die Qualität, ich sage nur, dass diese zählt, das ist richtig. Concord war auch abseits des Designs der Charaktere nicht gut genug. Wie auch Highguard, was nicht von der Woke-Bubble in die Zange genommen wurde, aber auch nicht gut genug war, um zu bestehen.
Du hast das also vielleicht etwas falsch verstanden, denn ich sage nicht, dass ein wokes oder nicht wokes Spiel zum Erfolg führt, darauf achtet die breite Masse nicht, es zählt das Spiel selbst.
Ich finde es lustig wie Selbstbewusstsein und sich nicht alles bieten lassen von der anderen Seite dann mit fragilem Ego abgetan wird. Das Gegenteil ist ja gerade der Fall.
Es gibt keine „andere Seite“, das ist der Punkt. Es gibt Spieler, die dieses ganze Diversitätszeug oder Anti-Woke-Zeug einfach nicht juckt. Selbst Spiele wie CoD sind woke, sie verkaufen einem Waffen mit Regenbogenfarben, aber weiterhin mit die erfolgreichsten Brands der Welt. Weil es eben die breite Masse nicht juckt, das ist der Punkt.
Die Kommentatoren unter Beiträgen wie denen von CDPR glauben aber, dass ihre Meinung relevant bei Verkaufszahlen wäre.
Nun, wie Relevant die sinkenden Verkaufszahlen doch sind zeigen ja gerade die Studioschließungen bei Microsoft und der Stellenabbau bei Sony…
Das Beispiel zeigt auch, dass der Einfluss der anti-woke-user nicht relevant ist, was nicht bedeutet, dass gewisse Studios nicht allgemein zu kämpfen haben, Korrelation und Kausalität.
Nun, dass die Verkaufszahlen sinkend bis nicht vorhanden bei diversen Woke-Spielen sind und die Studios jetzt dicht gemacht werden hat sicher nicht nur damit zu tun, dass die Spiele woke waren sonden weil sie generell nichts besonderes waren. Und weil diese Spiele viel zu teuer und viel zu lange in Entwicklung waren. Da spielt schon alles mit rein. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass selbst mit 10er Wertungen überschüttete und mit Preisen überhäufte Spiele, trotz aller Propaganda der Medien, wie Blei in den Regalen liegen blieben. Sprich, die Spiele haben die Spieler nicht angesprochen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Wokeness eine Mitschuld daran trägt. Während andere Spiele die Woke sind aber vielleicht nicht so mit dem Holzhammer agieren, trotzdem erfolgreich sind, wenn der Rest stimmt.
Ich meine, Dontnod etwa hat einige relativ gute Games gemacht, denen geht jetzt trotzdem das Geld aus und wenn kein Wunder geschieht können sie Ende des Jahres dicht machen. Tencent hat sich geweigert sie weiter zu finanzieren, weil keiner deren Spiele kauft. Und ich habe durchaus meinen Spaß an „woken“ Titeln wie Banishers gehabt. Sooo schlecht sind deren Games also durchaus nicht.
Und Microsoft zieht die Tage bei diversen Studios ja auch die Reißleine. Ist allerdings auch logisch. Wenn ein bestenfalls auf AA Niveau bedindliches Game wie South of Midnight 100 Millionen kostet und sieben Jahre braucht, dreht auch der Geduldigste den Geldhahn ab. Wenn sich dann der Entwickler noch hintellt und bei Release des Games sagt „weiße männliche Gamer sind ein Fehler“ dann sollte sich niemand wundern, wenn der weiße männliche Gamer sein Geld lieber für was anderes auszugeben, denn niemand hat es nötig sich beschimpfen zu lassen. Leider ist die Gruppe der nicht weißen, nicht männlichen Gamer die solche Titel spielen will wohl sehr gering…
Vorab: Das mit den 100 Millionen habe ich auch gesehen, stammt aber von einem 0815-LinkedIn-Beitrag, ich wäre vorsichtig, das als sicher zu verbreiten. Das Spiel hat sich nicht gerechnet, sonst wäre das jetzt kein Thema beim Entwicklerstudio, aber diese Summe scheint eher eine Vermutung zu sein.
Aber der Rest liest sich wie das, was ich schreibe, am Ende geht es darum, ob Spiele gut (genug) sind und nicht, ob sie „woke“ sind. Spielt es mit rein? Sicher, es gibt ja ein paar Käufer auf X oder Reddit, die das dann per se ablehnen, ich sage nicht, dass es gar keinen Einfluss hat. Aber der ist verschwindend gering und nicht für den Erfolg eines Spiels entscheidend. Genauso, wie es keinen juckt, ob ein Spiel jetzt divers genug ist. Da könnte man noch anmerken, dass einige Spiele eine neue Zielgruppe erreichen wollen, was Statistiken auch schon zeigten, aber grundsätzlich gilt auch hier: Ob dicke T*tten und 0815-Model-Figur oder nicht, das interessiert Spieler kaum, auch da ist das Spiel wichtiger.
Ich halte es hier wie Donald Trump: Woke is Bullshit.
Und bei dem sieht man ja, dass er ein tolles, intelligentes Beispiel ist welches die Welt voran bringt. /s
Bravo! Immer gut sich einen alten, greisen Narzissten zum Vorbild zu nehmen!
Genau wie Disney ist das aber sehr stark von der Lokalität abhängig. Die nicht „westlichen“ Social Media Kanäle von CDPR klingen nämlich ganz anders.
Effektiv ist das alles nur Werbung mit dem üblichen Virtua Signaling und sie versuchen diverse Gruppen (Pun intendet) damit zu erreichen und vermeiden es gleichzeitig wie die Pest sowas in der „falschen“ Region zu posten.
das Ding ist dass man Woke als Grund fürs scheitern einiger Spiele nennt weil die Ressourcen oder Prioritäten bei dem Spiel falsch gesetzt wurden. ich denke dass die wenigsten(ich gehe mal von mir aus) ein Problem damit haben dass ein Spiel woke ist wenn die sonstige Quali nich drunter leidet oder zugunsten des wokem verdrängt oder finanziell nicht mehr realisierbar war.
Ich habe bisher noch keinen Kommentar dieser Art gesehen, die meisten sind einfach nur dagegen, weil sie dagegen sind. Und wieso sollte es Ressourcen kosten? Ein Charakter muss so oder so entwickelt und geschrieben werden, ein anderer Charakter, der dem „klassischen“ Bild entspricht, kostet ja nicht weniger?
nene das meine ich nicht. nur wenn das Budget eben unter anderem an externe Berstungsfirmen geht (die dann ihr Ding reinpressen) fehlt es an anderem das meine ich.
*Beratungsfrimen
Kennst du einen Fall, in dem das Budget für eine Beratungsfirma so hoch war, dass es an anderer Stelle zu Qualitätseinbußen kam? Ich kenne nämlich kein Beispiel für so einen Fall. Entwicklerstudios holen sich schon immer externe Hilfe bei Marktanalysen, sowas kauft man in der Regel ein, weil man es nicht dauerhaft intern benötigt.
ne per se kenne ich keinen Fall wo das kommuniziert wurde (würde es das?) aber ich geh einfach mal von nem logischen Gedanken aus.
Meine logische Denkweise wäre, dass die Kosten für externe Dienstleister, die Marktanalysen liefern, immer da sind. Mal sind deren Empfehlungen „diverser“, mal weniger, aber sparen tut man das deswegen eigentlich nicht.
So nämlich. Und ich bin mir auch sicher, genau die gleichen Leute nennen andere „Snowflakes“ und zu empfindlich, obwohl sie sich selbst einfach über Freiheiten anderer aufregen. Schon irre was für ein beschränktes Weltbild manche haben.
> Diesen Witz kennen viele, auch wenn nicht viel Wahrheit dahinter steckt, weiß jeder, was gemeint ist.
Da steckt meiner Erfahrung nach im Gegenteil sogar sehr viel Wahrheit drin …
Ich habe als Vegetarier (stimmt nicht mehr ganz, ich mache mittlerweile wieder Ausnahmen) es eben anders erlebt und musste oft darüber reden, auch wenn ich es gar nicht wollte, weil es mir sche*ßegal ist, was andere essen.
Super Einstellung von Dir und danke für den Artikel!