Facebook hat wieder Mist gebaut

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Neues Jahr, neue Negativschlagzeilen bezüglich Facebook. Dieses Mal steht eine eher unbekannte App namens „Facebook Research“ im Fokus.

Der Hunger nach neuen Daten hat Facebook laut TechCrunch dazu veranlasst eine neue App namens „Facebook Research“ zu entwickeln. Die funktioniert im Prinzip ähnlich wie „Onavo Protect“ – diese App wurde letztes Jahr aus dem App Store geworfen. Sie hat nur ein Ziel: Daten sammeln.

Und weil die jüngere Zielgruppe immer weniger aktiv wird und man diese Daten aber dringend benötigt, hat man seit 2016 mehrere Teenager (und auch ältere Personen bis 35) dafür bezahlt die App „Research“ zu installieren. Bis zu 20 Dollar/Monat war es Facebook wert diese Daten zu bekommen.

Research soll alles aufzeichnen, was der Nutzer macht.

Facebook zieht Research-App zurück

Da Apple so eine App vermutlich auch wieder entfernen würde, musste man sie außerhalb des App Store installieren. Facebook nutzte Beta-Dienste wie uTest,  Applause und BetaBound. Facebook hat angekündigt die App zu entfernen, das gilt allerdings nur für iOS, vorerst noch nicht für Android.

Diese Handlung ist im Grunde ein ziemlich großer Mittelfinger, den man an Tim Cook und Apple richtet. Dort macht man seit Monaten mit der Privatsphäre Werbung und dann passiert ausgerechnet sowas nicht nur bei Android, sondern auch bei iOS. Eigentlich müsste man Facebook aus dem Store werfen.

Nutzer, die daran teilgenommen haben, wurden sogar gebeten ihren Verlauf von Amazon zu teilen. Facebook ist gierig nach unseren Daten geworden. Man hat auch ganz bewusst einen Umweg um Testflight von Apple gemacht, denn dort kann man auch Beta-Apps testen, sie werden aber überprüft.

Still und heimlich hat man mit „Project Atlas“ versucht wie bisher zu agieren. Auch wenn Facebook angibt, dass man die Richtlinien von Apple nicht verletzt hat, so sagen die Regeln etwas anderes. So eine Art von App ist nicht erlaubt, weder im App Store, noch außerhalb als Beta-App.

Und wenn es das wäre, würde man die App jetzt nicht einstellen.

Wird Apple hier reagieren?

Ein weiterer Datenskandal von Facebook. Man könnte nun sagen: Selbst Schuld, man muss ja nicht daran teilnehmen, aber wenn die Zielgruppe Kinder im Alter von 13 Jahren sind und man diesen mal eben 20 Dollar pro Monat anbietet, dann kann man sich ja denken, dass die da nicht drüber nachdenken.

Facebook hat eine Schwachstelle von Apple ausgenutzt und die Meldung über solche Praktiken wundert mich noch nicht Mal. Ich bin vielmehr auf Apple gespannt. Dieser Bericht in ein Schlag ins Gesicht und stellt die aktuell groß angelegte Werbekampagne für die Privatsphäre bei iOS auf die Probe.

Eigentlich muss eine Reaktion kommen. Wenn Apple sowas durchgehen lässt, dann schadet man sich damit auch ein Stück weit selbst. Wieder eine Meldung mehr, die zeigt, dass man sich eigentlich von allen Diensten aus dem Hause Facebook distanzieren müsste. Zumindest bei meinem persönlichen Messenger werde ich sowas nicht mitmachen und mich von WhatsApp trennen.

Denn Facebook möchte bekanntlich alle Plattformen vereinen.

Die für mich logische Reaktion wäre nun das Entfernen der Facebook-App aus dem Apple App Store. Mal schauen, ob Apple darauf reagieren wird.

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