Das Google Fitbit Air wurde Anfang des Monats vorgestellt und begleitet mich seit dem im Alltag, es gab hier ja schon meinen ersten Eindruck dazu. Ab heute darf ich offen darüber sprechen und euch mein Fazit liefern. Ich habe mir gedacht, dass ich es etwas anders angehe, denn ich habe parallel dazu eine Apple Watch getragen.

Diese diente mir nicht nur zum Vergleich der Daten, ich wollte wissen, ob sich das Band parallel dazu lohnt, weil ich meine Apple Watch nicht in der Nacht trage. Sie ist da einfach nicht bequem und ich schlafe auf meinem linken Handgelenk. So ein Band ist also eine gute Alternative, womit wir direkt zum ersten Punkt kommen.

Für diesen Test habe ich mir ein paar Fragen gestellt, die ich mir hier (und euch) selbst beantworte. Wer weitere Fragen zum Band hat, ab in die Kommentare damit.

Google Fitbit Air: Fragen und Antworten

  • Wie trägt sich das Fitbit Air im Alltag? Es ist grundsätzlich sehr bequem, vor allem mit dem Stoffarmband, welches ich im Test genutzt habe. Sowohl am Tag als auch in der Nacht liegt es angenehm am Handgelenk und trägt nicht so stark wie ein Whoop auf. Es gibt ein Band, sprich eine Größe, und es lässt sich mit Klett flexibel einstellen. Ein kleines Problem von mir war nur, dass die Öffnung unten ist und ich hin und wieder damit hängengeblieben bin und sich das Band so halb öffnete. Nicht so, dass es locker wurde, aber auch nicht ganz optimal.
  • Wie sieht das Fitbit Air aus? Über Design kann man nicht streiten, sowas ist subjektiv, mir gefällt es aber durchaus gut. Wir kommen meiner Vorstellung von einem ganz schlichten Band näher. Oben, wo der Tracker selbst sitzt, ist es etwas dicker, aber das geht technisch noch nicht anders. Das Band sieht sportlich aus, nicht unbedingt elegant. Wenn es „edler“ wird, passt es nicht immer optimal, das finde ich auch oft beim Whoop, wenn ich es bei Promis sehe, aber es gibt hier ein „Premium-Armband“, was etwas hochwertiger sein soll (konnte ich aber nicht testen). Grundsätzlich sieht es aber dezent aus und hält sich eher zurück, vor allem in einem dunklen Grau, das gefällt mir.

  • Wie lange hält der Akku durch? Google gibt eine Woche an, was hinkommt. Ich wäre vielleicht auch noch ein oder zwei Tage länger damit ausgekommen, habe es aber einfach immer am Ende der Woche vollgeladen. Würde mir ausreichen, ich benötige nicht die zwei Wochen eines Whoop, wenn ich dafür ein kleineres Band bekomme, was hier der Fall ist. Ich habe es übrigens 24/7 getragen, außer beim Duschen, weil ich nur ein Stoffband habe. Den Wecker habe ich übrigens nicht genutzt, sondern nur getestet, der Vibrationsmotor ist aber gar nicht so schlecht (besser als früher, aber schlechter als zum Beispiel bei einer Pixel Watch).
  • Wie genau sind die Daten von Fitbit? Der Schlaf war bei mir sehr zuverlässig, aber Fitbit neigt, was ich früher bei mir schon festgestellt habe, dazu, dass man es manchmal etwas „zu gut“ meint. Meine Apple Watch kenne ich, auch durch Diäten, wo ich die Kalorien und Co. gut einschätzen kann, und Fitbit lag bei mir immer etwas darüber. Aber auch hier gilt das alte Motto, dass man es als Richtwert nimmt, bei jedem Tracker, und mit der Zeit lernt, die Daten zu lesen.
  • Wie gut sind die Daten in der App aufbereitet? Es ist okay. Man bekommt Schritte, Puls, Kalorien, Schritte und mehr, auch Health-Werte wie Atemfrequenz, SpO2, RHF oder HFV. Der Sensor ist laut Google etwas schlechter als in der Pixel Watch, ich war damit aber soweit zufrieden. Die App selbst zeigt euch viele Details und bereitet euch manche mit einem eigenen Wert vor, wie eine Tagesform. Das kommt nicht an Whoop für mich heran, wo es auch Späße wie das „biologische“ Alter gibt, aber für Basics reicht es aus. Wir Tester haben übrigens ein Premium-Abo bekommen, ich kann also nicht sagen, wie gut das alles ohne Abo ist. Die App selbst könnte aber noch ein bisschen schöner sein, jedenfalls bei iOS, die Android-Version habe ich nicht ausprobiert, weil ich es mit einem iPhone genutzt habe.

  • Wie groß ist der Mehrwert zu Apple Watch? Google Health ist kein Whoop, aber es ist besser als Apple Health in einigen Punkten. Wobei das nicht schwer ist, denn Apple Health ist komplett veraltet und unübersichtlich. Aber es nimmt auch die Daten von Apple, wo ich alle Dinge, wie auch Gewicht oder Peloton sammle, und vereint diese mit den Fitbit-Daten, was gut funktioniert. Erwartet kein Whoop in günstig, aber man bekommt doch etwas mehr als bei Apple geboten finde ich. Dafür muss man aber a) zwei Wearables tragen und b) auch bereit sein, dass man die Daten, die man bekommt, analysiert und umsetzt. Ohne Punkt b) bringen die ganzen Tracker nämlich nichts. Ich bin aktuell in einer Lage, wo die Umsetzung eher schwer ist, auch wenn ich grundsätzlich zu denen gehöre, die das machen. Doch zwei Kinder, ein Neugeborenes, die Selbstständigkeit und andere Faktoren machen es oft sehr schwer. Wenn also die Empfehlung kommt, dass man mehr schlafen sollte, ist das schön, aber nicht immer machbar.

  • Wie sinnvoll ist der eingebaute Coach? Ich arbeite immer mal wieder mit Gemini für Ernährungspläne oder Sportpläne und man merkt, dass das Gemini im Kern ist. Ein bisschen proaktiver, weil es eure Daten kennt, aber für mich, der viele Jahre sehr viel Erfahrung mit Ernährung, Nährstoffen und Sport hat, eher ein nettes Beiwerk, was ich nicht zwingend benötige. Aber, wer sich gar nicht damit auskennt, für den ist das sicher hilfreich. Die Dinge, wie mir der Coach empfohlen hat, waren gar nicht so schlecht. Der Coach ist aber Teil von Premium.
  • Was kostet das Google Fitbit Air eigentlich? 99,99 Euro, was für ein Band ohne Display nicht günstig, aber auch nicht überteuert ist, es ist gerade noch okay. Ein weiteres Band kostet zwischen 45 und 60 Euro, was auch kein Schnäppchen ist, immerhin ist das keine Smartwatch. Wer Premium nutzen möchte, der zahlt 8,99 Euro im Monat oder 99 Euro pro Jahr – es ist übrigens auch in Google AI Pro und Ultra enthalten. Alle Vorzüge von Premium gibt es hier.

Google Fitbit Air: Mein Fazit zum Band

Ich kann das Google Fitbit Air empfehlen, wenn man ein paar Dinge beachtet. Zum einen, ob man das Premium-Abo benötigt und zahlen möchte. Mit ist es gar nicht so günstig, ohne aber schon. Und wenn man bedenkt, dass die Daten hier nicht immer zu 100 Prozent stimmen, aber sie bieten, wie bei allen, einen Richtwert.

Mir gefällt Whoop vom Umfang und der App noch ein Stück besser, aber ich mag das Band von Whoop nicht, weil es zu groß ist. Die große Stärke des Google Fitbit Air ist in meinen Augen, dass es schlicht ist und sich zurückhält. Es schreit nicht „Ich bin ein Fitness-Tracker“ und trägt sich gleichzeitig sehr bequem im Alltag.

So ein Band kann außerdem eine gute Alternative sein, wenn eure Uhr (wobei das nur auf Apple zutrifft, da man mit Wear OS ja Google Health nutzen kann und oft bessere Daten bekommt) nicht so gut ist oder ihr sie nicht immer tragen wollt, was bei mir der Fall ist. Wobei ich aktuell, wie erwähnt, eben noch ein Sonderfall bin.

Man muss bei so einem Band die Bereitschaft mitbringen, dass man die Daten, die man bekommt, nutzt. Der Google Coach hilft euch auch dabei, sei es mit einem Essensplan, Sportplan oder Atemübungen. Wenn ihr das nicht macht, werdet ihr durch das Tragen alleine logischerweise nicht gesünder, dünner oder sportlicher.

So, neue Google-App, Google als Name vor einem Fitness-Tracker, keine neue Fitbit-Uhr seit Jahren, wann hat man endlich den Mut und trennt sich von Fitbit? Ich hätte es einfach Google Pixel Air genannt und den Hype genutzt und mit dem Neustart der App auch direkt ein komplettes Rebranding bei Google durchgeführt.

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