Huawei P20 Pro: Mein erster Eindruck

Huawei P20 Pro Handson
Huawei P20 Pro

Das Huawei P20 Pro ist offiziell und die Details sind bekannt. Ich konnte mir das Modell vorab anschauen und möchte euch einen ersten Eindruck liefern.

Das Flaggschiff-Frühjahr hat gerade erst begonnen und Samsung hat in diesem Jahr mit dem Galaxy S9 vorgelegt. Weitere Hersteller wie HTC und LG werden folgen und auch Sony schickt schon sehr bald das Xperia XZ2 ins Rennen. Als nächstes ist aber erst mal Huawei an der Reihe, die mit dem P20-Lineup an den Start gehen.

Huawei P20 Pro Handson8

In diesem Artikel möchte ich mich auf das Huawei P20 Pro konzentrieren, das P20 kommt auch nach Deutschland, unterscheidet sich bei der Haptik aber nicht so sehr vom P20 Pro. Hinzu kommt, dass es beim Event von Huawei (zu dem wir eingeladen wurden) fast nur das P20 Pro gab. Ich hatte das P20 auch mal in der Hand, das P20 Pro konnte ich jedoch über eine halbe Stunde begutachten.

Huawei P20 Pro: Eindruck als Video

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Huawei P20 Pro: Die Spezifikationen

Als Huawei den ausgewählten Medien vor Ort das Gerät präsentierte, gab es erst mal eine kleine Einführung mit Details. Quasi eine Mini-Keynote, bei der schon nach wenigen Minuten klar war: Der Fokus liegt voll und ganz auf der Kamera, über die wurde dann auch knapp 80-90 Prozent der Zeit vor Ort gesprochen.

Erst am Ende gab es die Details und falls ihr sie bisher noch nicht kennt:

  • 6,1 Zoll großes OLED-Display mit Notch
  • 2240 x 1080 Pixel (18,7:9-Seitenverhältnis)
  • Kirin 970 mit 6 GB RAM
  • 128 GB interner Speicher
  • Akku mit 4000 mAh
  • SuperCharge, aber kein Qi
  • IP67-Zertifizierung

So sehen die Details für das deutsche Modell aus, es wird noch andere Versionen in anderen Ländern geben. Und natürlich gibt es auch Details zur Triple-Kamera:

  • RGB-Sensor mit 40 Megapixel (f/1.8)
  • Monochrom-Sensor mit 20 Megapixel (f/1.6)
  • Telephoto-Sensor mit 8 Megapixel (f/2.4)

Der Standard sind Fotos mit 10 Megapixel, dazu gibt es noch einen Laserfokus, Blitz und Farbtemperatursensor. Die Kamera benötigt 0,3 Sekunden aus dem Standby, es gibt eine Art 4D Fokus dank AI (bewegliche Objekte), Slow Motion mit 960 fps (720p und 3 Sekunden Aufnahme) und eine Art Langzeitbelichtung (8 Sekunden) dank AI.

Die Videostabilisierung funktioniert auch mit AI (OIS gibt es wieder nicht) und die Frontkamera löst mit 24 Megapixel (f/2.0) auf. Dank AI erkennt das P20 Pro eine bestimmte Szene und wählt dann automatisch den richtigen Modus (zum Beispiel Porträtmodus). AI steht beim P20 Pro (wie auch beim Mate 10) im Fokus.

Huawei P20 Pro: Der erste Eindruck

Ausgeliefert wird mit Android 8.1 Oreo und der EMUI 8.1 und die Geräte vor Ort waren auch alle sehr flott. Das Mate 10 Pro überzeugte mich damals nicht so sehr zum Start, wurde mit Updates aber später besser. Über Dinge wie die Performance, Kamera und Akkulaufzeit kann man natürlich noch nicht viel sagen.

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Der erste Eindruck ist aber sehr gut gewesen. Wir haben finale Geräte in die Hand gedrückt bekommen und die waren sehr gut verarbeitet. Die Haptik erinnerte mich an das Huawei Mate 10 Pro, beide nehmen sich gar nicht so viel. Die Kombination aus Aluminium und Glas ist hochwertig, wobei ich es immer noch schade finde, dass Huawei trotz Glas nicht auf Qi setzt. Dafür gibt es immerhin 4000 mAh.

Die gibt es aber auch im Mate 10 Pro und ich habe mir nach ein paar Minuten überlegt: Warum sollte man das P20 Pro kaufen? Die Ausstattung ist unter der Haube quasi identisch, nur das Design ist neu. Und ich sehe schon jetzt die vielen Kommentare: Die Notch wird nicht jedem gefallen. Und ja, es wirkt ein bisschen komisch, wenn es trotz Notch einen Home-Button auf der Front gibt.

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Das bringt den Vorteil mit, dass der Fingerabdrucksensor nach vorne wandert, aber noch weniger Rand wäre mir lieber gewesen. Aber das ist ein rein subjektiver Punkt, ich glaube vor allem hier gehen die Meinungen stark auseinander.

Allgemein kann man sagen, dass das Huawei P20 Pro ein leicht optimiertes Mate 10 Pro ist. Es gibt einige Vorteile, aber auch ein paar Nachteile. Und einige meiner Kritikpunkte (Qi und Bluetooth 5) wurden leider auch nicht behoben. Doch es gibt noch einen Punkt, der das Flaggschiff besonders machen soll.

Huawei P20 Pro: Die Triple-Kamera

Das P20 Pro ist das erste und aktuell einzige Smartphone mit drei Kameras auf der Rückseite. Insgesamt sind also sage und schreibe vier Kameras verbaut. Das P20 Pro steht und fällt mit der Kamera und hier muss Huawei wirklich abliefern. Auf dem Event teilte man uns direkt am Anfang mit: Es ist die beste Kamera auf dem Markt. Das ist eine Aussage, die verdammt hohe Erwartungen mitbringt.

So wirklich testen kann man so eine Kamera in knapp 45-60 Minuten (abzüglich der Zeit für Videoaufnahmen und Fotos) natürlich nicht. Das was ich so gesehen habe, hat mir ganz gut gefallen – auf einem 6 Zoll großen OLED-Display. Ich bin nun sehr gespannt, wie es dann im Alltag mit dem Huawei P20 Pro aussieht.

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Die Idee hat mich direkt an das erinnert, was Nokia mal beim Lumia 1020 gemacht hat. Huawei hat für den 3x und 5x Zoom jedoch drei Kameras zur Auswahl und laut dem Produktmanager von Huawei kommen auch alle drei bei jedem Foto zum Einsatz. Die KI des Gerätes erstellt im Anschluss das finale Foto. Den Vergleich mit dem Lumia 1020 hat er akzeptiert, jedoch darauf bestanden, dass Huawei dieses Konzept in einer deutlich besseren Version entwickelt hat.

Ob die Triple-Kamera am Ende nur ein Marketing-Trick ist, oder tatsächlich den Unterschied mitbringt, das wird sich bald zeigen. Ich freue mich auf den Test.

Huawei P20 Pro: Ein erstes Fazit

Das Huawei P20 Pro ist, wie das Huawei Mate 10 Pro, ein sehr rundes Paket. Mich stört die Notch überhaupt nicht, mir ist sie dank iPhone X noch nicht mal in den ersten Minuten aufgefallen. Ist halt so. Geht es besser? Klar. Ist es möglich? Nein. Sensoren unter dem Display kommen, aber 2018 wohl noch nicht für den Massenmarkt. Warum man dann jedoch nicht „all in“ geht und auf einen Rand unten verzichtet? Schwer zu sagen. Diese Entscheidung lässt die Frontseite etwas „unrund“ wirken.

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Die Verarbeitung war gut, das Display war schön hell und hatte knackige Farben, die Performance stimmte in den ersten Minuten, nur EMUI ist für mich immer noch ein Dorn im Auge. Hätte ich bei Huawei etwas zu sagen, ich würde dieses Modell als Android One-Edition bringen. Habe ich aber nicht. Aber wie wir alle wissen: Das ist ein Kritikpunkt, den man leicht (Launcher) in den Griff bekommen kann.

Doch darum soll es nicht gehen, worauf ich hinaus will: Ich habe in den ersten paar Minuten keinen großen Schwachpunkt gefunden. Klar, Qi fehlt mir immer noch und Bluetooth 5 hätte dabei sein müssen, aber davon abgesehen ist das Paket rund.

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Das ist es aber auch beim Huawei Mate 10 Pro und ich glaube Huawei wird daher das gleiche Problem wie Samsung haben: Sie haben ein etwas älteres Modell, dass etwas schlechter, aber dafür deutlich günstiger ist. Das Huawei P20 Pro steht und fällt mit der Kamera und zu der kann man in so kurzer Zeit leider ein Fazit ziehen.

Würde ich mir das Huawei P20 Pro heute noch vorbestellen? Vielleicht, aber mit den Bose QC35 II, die den Preis von 899 Euro stark drücken. Ansonsten bin ich ehrlich, ich würde die Testberichte und die Eindrücke zur Kamera abwarten. Die ist vielleicht der große Bonus des P20 Pro, das kann euch heute aber noch keiner so genau beantworten. Unser Testbericht ist übrigens ab heute in Arbeit.

PS: Falls ihr fragen zum Gerät habt, dann ab in die Kommentare damit, ich werde sobald wie möglich darauf eingehen und falls ihr Anregungen für den Test habt, dann schreibt uns ebenfalls, vielleicht greife ich dann ein paar Punkte auf.

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