Ich habe Alexa+ getestet und nach einer Woche entnervt wieder abgeschaltet

Amazon macht Alexa smarter und verdirbt damit ausgerechnet das, was bisher gut funktioniert hat.

Ich nutze Alexa seit Jahren und habe etliche Echo-Geräte im Haus. Ja, ihre begrenzte Auffassungsgabe hat mich oft genervt. Trotzdem war sie nützlich: Licht schalten, Timer stellen, Wecker setzen, die Einkaufsliste ergänzen oder Radio hören. Sie musste nicht tiefgründig sein. Sie musste funktionieren.

Ich vermute, viele Nutzer haben Alexa genau dafür angeschafft: als Fernbedienung für das Smart Home. Man sagt einen Befehl, und das Licht geht an. Keine App, kein Display, kein Nachdenken. Das war praktisch.

Mit Alexa+ will Amazon den Assistenten intelligenter machen. Ich durfte den Early Access nach dem Kauf eines neuen Geräts ausprobieren. Meine Bilanz nach einer Woche: Ich vermisse die alte, angeblich dumme Alexa. Ein schlichtes „Ich weiß nicht, wie ich dir dabei helfen soll“ war mir lieber als ein System, das einfache Befehle falsch versteht.

Alexa+ macht das Smart Home im Alltag schlechter

Mein Eindruck: Viel zu oft gerät eine künstliche Intelligenz zwischen Sprachbefehl und Aktion. Selbst eine simple Lichtsteuerung dauert gefühlt ewig. Räume, Gruppen und Geräte werden durcheinandergebracht oder gar nicht mehr erkannt. Ich nenne eine Lampe und die gewünschte Helligkeit, und Alexa+ will die Heizung hochdrehen. Das ist eine unberechenbare Fernbedienung.

Natürlich kann KI ihre Stärken ausspielen, wenn ich eine offene Frage stelle oder Hintergrundwissen brauche. Dafür darf Alexa gerne schlauer werden. Aber warum muss dafür kaputtgehen, was vorher zuverlässig funktioniert hat?

Amazon verwechselt hier offenbar neu und kompliziert mit besser. Dabei ist die Reihenfolge simpel: Erst müssen die Grundfunktionen schnell und verlässlich laufen. Danach kann die KI zeigen, was sie zusätzlich draufhat. Einen Smart-Home-Befehl sollte Alexa direkt ausführen, statt ihn kreativ zu interpretieren.

Ich bin zur alten Alexa zurückgekehrt. Nicht, weil ich Fortschritt ablehne, sondern weil ich zu Hause keine Beta-Version brauche, die meine Familie bei jeder Lampe zur Geduldsprobe zwingt. Alexa+ mag die Zukunft sein. In meinem Alltag fühlt sie sich wie ein Rückschritt an. Was nützt mir die ganze künstliche Intelligenz, wenn ich mich nicht einmal mehr darauf verlassen kann, dass Alexa das Licht einschaltet?

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