Behörden stellen bei Kontrollen im Online-Handel und bei Influencern zahlreiche Verstöße gegen Lebensmittel und Werberecht fest.

EU-weit koordinierte Untersuchungen zeigen laut Behördenangaben erhebliche Probleme im Online-Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln. Bei knapp 80 Prozent der geprüften Internetseiten wurden nicht verkehrsfähige Produkte festgestellt.

Nahrungsergänzungsmittel dürfen rechtlich nicht mit vorbeugenden, lindernden oder heilenden Wirkungen beworben werden, werden aber häufig mit solchen Aussagen angeboten.

Die Europäische Kommission berichtet, dass bei Kontrollen mehrere hundert Produktangebote gegen EU-Recht verstießen. Ein Schwerpunkt lag auf nicht zugelassenen neuartigen Lebensmitteln sowie auf gesundheitsbezogenen Aussagen zu Knochen und Gelenken.

Auch sehr gefährliche Stoffe wie DNP oder DMAA wurden nach Angaben der Behörden identifiziert und aus dem Verkehr gezogen.

Manipulative Praktiken und Influencer-Marketing im Fokus

Zusätzlich zu Produktverstößen stellten Verbraucherschutzbehörden manipulative Verkaufspraktiken fest. Nahezu jeder dritte überprüfte Shop in der EU nutzte sogenannte Dark Patterns, etwa durch irreführende Countdown-Zähler oder das Verbergen wichtiger Informationen. Auch Apps von Online-Händlern waren laut Kommission betroffen.

Zentrale Ergebnisse der Untersuchungen:

  • Rund 55 Prozent der Angebote enthielten nicht zugelassene neuartige Lebensmittel.
  • Fast jeder dritte Shop arbeitete mit unzulässigen Manipulationstechniken.
  • Etwa vier von fünf Influencern kennzeichneten Werbung nicht korrekt.

Eine weitere EU-weite Prüfung ergab, dass Influencer häufig gegen Kennzeichnungspflichten verstoßen und unzulässige oder irreführende Gesundheitsversprechen verbreiten. Laut Angaben der Kommission und von Verbraucherorganisationen ist für Nutzer oft nicht erkennbar, ob Inhalte persönliche Empfehlungen oder bezahlte Werbung sind.

Ich halte die zusammengetragenen Ergebnisse für ein deutliches Signal, dass die bestehenden Regeln im Online-Handel und im Influencer-Marketing konsequenter überwacht und durchgesetzt werden müssen, um Verbraucher besser zu schützen. Andererseits kann man auch an die Verbraucher appellieren, nicht so leichtgläubig zu sein und nicht jeden Quatsch zu kaufen, den irgendein Influencer anpreist.


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