Kommentar: Legion Go 2 ist als Gaming-Handheld nicht (mehr) wettbewerbsfähig

Bildquelle: Lenovo

Ich beobachte seit einigen Monaten den Markt der Handhelds und möchte mir in naher Zukunft ebenfalls eine dieser tragbaren Gaming-Konsolen kaufen. Lenovo bietet den Legion Go S und den Legion Go 2 an, wobei letzterer als Flaggschiff-Modell gilt und sich mit dem AMD Ryzen Z2/Z2 Extreme durchaus als mobile Gaming-Konsole eignet.

Das Gehäuseformat und die technischen Daten, inklusive des OLED-Displays, sind mir sofort ins Auge gefallen. Sie heben sich meiner Meinung nach auch gegenüber der Konkurrenz ab – das Modell Legion Go 2 galt daher lange Zeit als Kaufoption für mich. Die Tatsache, dass die Preise aber jetzt ständig steigen, macht mir jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Teuer und noch teurer

Im Rahmen der letztjährigen IFA hatte das Unternehmen die Preise für die zweite Generation des Legion Go offiziell enthüllt. So wurde die kleinste Modellvariante mit Z2-Prozessor und 512 GB SSD-Festplatte für 999 Euro gelistet, die Variante mit Z2 Extreme-Prozessor für ca. 1.500 Euro. Dies sind bereits bemerkenswerte Preise für einen Gaming-Handheld, doch in den letzten Monaten zeigt sich eine eindeutige Tendenz hinsichtlich der Preisentwicklung.

Wenn man sich die offizielle UVP auf der offiziellen Webseite anschaut, sieht man nämlich einen drastischen Preisanstieg für sämtliche Modelle. Das kleinste Modell wird bereits für 1.649,01 Euro aufgelistet und das Modell mit dem leistungsfähigen Prozessor Z2 Extreme knackt fast die 2.000 Euro-Grenze. Das Modell mit 2 TB SSD-Festplatte wird sogar mit einem Preis von unglaublichen 2499 Euro vermarktet. Ich wiederhole mich: 2499 Euro!

Eine offizielle Pressemitteilung von Lenovo gab es diesbezüglich nicht, stattdessen hat Lenovo die Preisanpassung „still und heimlich“ durchgeführt, wobei zwischen den UVPs und den üblichen Marktpreisen unterschieden werden muss. Dennoch wird der Markt auf die Preise reagieren, denn verschiedene Modelle sind schon seit einiger Zeit ausverkauft.

Ich bin zwar ein großer Fan von Handhelds, aber bei einem solchen Preis schreckt mich diese Modellreihe komplett ab. Zwar stecken wir mitten in einer Speicherkrise und die allgemeine Inflation im Hardware-Sektor lässt die Preise steigen, aber so viel bin ich nicht bereit zu bezahlen.

Die große Frage ist, ob Lenovo sich mit der Preisentwicklung einen Gefallen tut – dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der sehr langsamen Treiber-Thematik, von der auch das Legion Go 2 betroffen ist.

Besser zur Konkurrenz greifen?

Ob das gleiche Schicksal auch die SteamOS-Variante des Legion Go 2 ereilt, wird sich zeigen. Eine Alternative wäre das ROG Xbox Ally (X) von ASUS, das mit 600 bzw. 900 Euro deutlich günstiger ist und ebenfalls mit dem Z2 Extreme ausgestattet ist.

Wer hingegen einen Intel-Prozessor bevorzugt, sollte sich das MSI Claw 8 AI+ von MSI anschauen. Der Handheld erreicht ebenfalls knapp die 1000 Euro-Grenze, ist aber oft unter 900 Euro im Angebot. Der größte Vorteil gegenüber dem Legion Go 2? Die Intel-Treiber werden aktiv weiterentwickelt und stehen jederzeit zum Herunterladen bereit.

Während lange Zeit Intel AMD in Sachen Gaming-Prozessor unterlegen war, hat sich das mit dem Lunar-Lake-Prozessor geändert. Dieser stellt einen Wendepunkt in dieser Hinsicht dar und Intel hat gut Land zurückgewonnen. Mit dem für dieses Jahr geplanten Panther Lake-Prozessor will Intel weiter Marktanteile zurückgewinnen und ausbauen.

MSI Claw 8 AI+ ist das Flaggschiff der neuen Generation | Bild: MSI

Technische Weiterentwicklungen in Form von besserer Performance und längerer Akkulaufzeit sind immer gut. Ich bezweifle jedoch, dass die Preisentwicklung mit der Einführung einer neuen Prozessor-Generation für kommende Gaming-Handhelds eine andere Richtung als nach oben kennt.

In jüngster Zeit greife ich wiederholt zu meinem Game Boy Advance, lege eine Game-Cartridge ein und die Begierde nach einem neuen, zeitgemäßen Gaming-Handheld schwindet augenblicklich – unter anderem auch, weil mein persönlicher Frust beim Kauf von Videospielen neben der Preis-Thematik immer größer wird.

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