Kommentar: Warum ein Plug-in-Hybrid eine schlechte Lösung ist

Ich habe es wieder getan und mir nach vielen vollelektrischen Testautos auch mal wieder einen Plug-in-Hybriden angeschaut. Genau genommen den Volvo XC60, da ich auf den EX60 nächstes Jahr gespannt bin. Aber mein Fazit fällt bescheiden aus.
Man hört und liest ja immer mal wieder, dass so ein Hybrid eine gute Lösung für den Alltag sei und man elektrische fahren kann und dennoch weit kommt. Und es gibt auch einige, für die das sicher so passt, aber für mich ergibt es keinen Sinn.
Plug-in-Hybrid mit zu vielen Nachteilen
Am Volvo XC60 selbst liegt es nur bedingt, das ist ein grundsolides Auto, aber an dieser Stelle sei angemerkt, dass es mittlerweile Hybride gibt, die mehr können. Für mich ändern die Optimierungen an meinen Problemen im Alltag allerdings wenig:
- Die elektrische Reichweite ist bescheiden, um es freundlich auszudrücken und man kommt mit dem XC60 keine 50 km weit. Das bedeutet, dass man ständig am Laden ist und in meinen Augen daheim eine Ladesäule benötigt, wenn man den recht kleinen Akku halbwegs ausreizen möchte. Und wenn man daheim laden kann, wieso dann nicht gleich ein Elektroauto? Klar, die können noch nicht ganz mit einigen Verbrennern bei der Reichweite mithalten, das verstehe ich. Aber dann muss man schon in die Zielgruppe fallen, die 500+ km am Stück fährt und absolut gar keine Pause zum Laden einlegen will. Gibt es, respektiere ich auch, aber der Anteil dürfte sehr gering sein.
- Ich habe mir den XC60 als „Polestar Engineered“ (sehr schönes Auto optisch) angeschaut und da gibt es über 450 PS. Klingt gut, aber elektrisch ist man mit eher mageren 107 kW (145 PS) unterwegs und hinkt somit selbst einem VW ID.3 oder anderen Kleinwagen hinterher. Wer gerne, und ich zähle mich dazu, etwas mehr elektrische Leistung abrufen will, der findet das bei den meisten Hybriden nicht. Der Elektromotor ist stark gedrosselt, damit die geringe Reichweite der kleinen Akkus nicht zu sehr schmilzt. Das elektrische Fahren mit dem XC60 hat jedenfalls keinen Spaß gemacht und war eher Mittel zum Zweck. Und auf der Autobahn ist man schnell mit dem Verbrenner unterwegs und da habe ich gemerkt, wie sehr ein lauter Verbrenner nervt, wenn man mit der Familie eine längere Strecke unterwegs ist. Ich habe ja auch gerne mal einen sportlichen Sound, aber dann nur auf Wunsch und optional, wenn ich alleine bin und nicht, wenn Frau und Kind mitfahren.
- Ein Argument, was ich ebenfalls wichtig finde, ist die Anfälligkeit eines Autos. Wie sagte meine Oma so schön, ein Auto fängt mit A an und hört mit O auf. Es entstehen Kosten nach dem Kauf und wer sich einen Hybriden holt, der holt sich beide Welten ins Haus, den Verbrenner und das Elektroauto. Das ist nicht optimal, da man oft nicht die Vorteile einer Technologie bekommt, aber die Nachteile beider Technologien kombiniert.
- Was meine ich mit Vorteile? Beispielsweise das Platzangebot. Der XC60 hat für ein 4,7 Meter langes Auto ein echt schlechtes Platzangebot. In unserem deutlich kompakteren MG4 sitze ich vorne und hinten luftiger. Der Kofferraum ist kleiner, klar, das Auto ist deutlich kürzer, aber der Unterschied nicht gewaltig. Vergleichbare SUVs, die mit einer Elektro-Plattform geplant wurden, wie ein Model Y oder andere SUVs, stecken einen XC60 komplett in die Tasche. Und dann gibt es sogar oft noch einen Frunk (Kofferraum vorne) dazu, in dem man Dinge verstauen kann. Bei einem Hybriden nimmt man das schlechte Platzangebot eines Verbrenners und reduziert es sogar noch, in dem man einen Teil der Technik eines Elektroautos mit hineinpackt.
Ich verstehe, wenn man noch mit einem Verbrenner unterwegs ist. Sei es, weil es das gewünschte Modell noch nicht elektrisch gibt, man nicht gut laden kann oder man einfach einen Verbrenner mag (trifft bei mir nur noch bei reinen Sportwagen zu, da mich, wie oben geschrieben, der laute Sound im Alltag viel zu oft stört).
Aber wie dem auch sei, ich verstehe es, sehr gut sogar. Bei einem Hybriden sehe ich das anders, denn um diesen voll zu nutzen, muss man irgendwo laden können und wenn man das kann, kann man auch direkt elektrisch fahren. Es sei denn, man ist sehr oft über 400 km am Stück unterwegs und legt keine Pause beim Fahren ein.
Wenn man das aber nicht ist, warum holt man sich dann beide Technologien in ein Auto und nutzt beide in sehr abgespeckter Form und mit Nachteilen? Nochmal, ich wiederhole mich hier sehr gerne, einen reinen Verbrenner verstehe ich und das ist in vielen Fällen absolut sinnvoll, auch im Jahr 2025, aber ein Plug-in-Hybrid?
Selbst mit der neuen Generation, die jetzt 100 km weit kommt und mit der man dann rund 70 km im Alltag fahren kann, wird die Sache nicht viel besser. Und die Schwachstellen bleiben. Klar, am Ende ist das subjektiv, aber ich habe nach dem Test für mich festgestellt: Wenn Verbrenner, dann direkt ein richtiger Verbrenner.
Ich selbst bin elektrisch unterwegs, weil ich den Luxus habe, dass ich daheim und günstig laden kann und uns ein Elektroauto günstiger als ein Verbrenner kommt. Wäre ich das nicht, würde ich aber nicht auf den Gedanken eines Hybriden für den Alltag kommen, denn ich wüsste nicht, wo ich diesen regelmäßig aufladen kann.
Lasst mich hier aber gerne mal wissen, ob ihr das anders seht.
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BEV oder PHEV sind doch aufgrund der aktuell hohen Einstiegspreise zu 80% ein Modell für Geschäftswagen wo man sie durch den niedrigen Steuersatz sehr günstig fahren kann. Wenn es dazu noch die Ladekarte von Arbeitgeber gibt, muss man sich an der Autobahn auch keinen Kopf machen, wenn die kWh mal 80 Cent kostet. Für all die, die aufs Geld schauen müssen, wird es dann maximal bei HEV oder MHEV.
Unser Elektroauto ist günstiger als ein Verbrenner und hat, mit Blick auf die Größe, mehr Platz. Sowas kann man also nicht pauschal sagen.
Spätestens wenn man einen Anhänger bzw. Wohnwagen mit den Auto ziehen muss kommen selbst die teuren BEV Autos leider „noch“ nicht in Frage, da sie mit entsprechender Zuglast praktisch nur noch Kurzstrecke fahren können und zum Laden das Gespann abgekoppelt werden muss.
Sicherlich trifft die Notwendigkeit eines Anhängerns. nicht auf jeden zu, aber gerade auf dem Land ist eine Anhängerkupplung noch sehr oftmals vetreten.
Eigentlich eine interssante Sache, wenn die Batteriereichweite 100km beträgt oder mehr wie in China, dann könnte man nur elektrisch fahren für die meisten Nutzer im Alltag
Die 100 km sind aber auch eher 70 km im Alltag, da darf man also auch nicht viel fahren in der Woche. Und wenn man das macht, dann kann man auch direkt elektrisch fahren.
In China gibts Plugin Hybride mit bis zu 200km Reichweite zusätzlich zum Verbrenner. Was ist dir lieber. Die Skeptiker lieber mit so etwas mitnehmen und wenn sie merken oh ich fahre ja 95 Prozent elektrisch, mein nächstes Auto wird ein reines E Auto, dann wird es das.
Und die die längere Strecke. regelmäßig fahren nimmst du auch mit.
Da kann man sich aber auch die Frage stellen, warum man dann noch einen Verbrenner mit rumfahren will.
So Xpengs laden den Akku von 10 auf 80 mittlerweile schon in 13 Minuten. Ich glaub das dauert nicht mehr lange bis wir einstellige Werte haben.
Ein ganz ganz paar Modelle sind hier auch schon bei um die 15 Minuten. Einstellige Werte mag es sogar jetzt in China schon hier und da geben, zumindest in Tests – aber dafür braucht man eben auch wirklich viel leistenden Ladesäulen, davon wird es nicht auf einmal wirklich viele geben (Andererseits, wenn es nur ein paar Dutzend entlang der wichtigeren Autobahnstrecken sind, hilft das ja auch schon, am Aldi-Parkplatz wäre es Overkill).
Irgendwann wird es bei Langstrecken auch kaum noch relevant – wenn es Fahrzeuge gibt, mit denen man auf der Autobahn an die 500km kommt, dann 10 Minuten oder weniger lädt für weitere 300 km, dann ist das jetzt schon stark.
Weil die Ladekabel im Kofferraum versammeln in der Originalverpackung.
Deutschland hat erstes mal in 2025 mehr mit Kartr bezahlt als mit Bargeld.
https://www.it-finanzmagazin.de/kartenzahlung-erstmals-vor-bargeld-ruf-nach-digitaler-und-europaeischer-souveraenitaet-waechst-234923/
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/auch-deutschland-wird-zum-kartenzahler-land-110812142.html
Treffend formuliert. Wenn mich Menschen fragen, was ich vom Plugin halte, bekommen sie von mir die gleichen Argumente genannt. Entweder richtig Verbrenner oder richtig elektrisch. Alles dazwischen ist Blödsinn.
Naja, elektrisch für Einkäufe oder kurze Stadttouren und Verbrenner für den Urlaub bzw. für längere Strecken. Ich finde das eigentlich optimal, solange elektrisch zumindest 100km überbrückt werden können.