Kupfer-Aus rückt näher: Bundesregierung stellt neue Weichen

Die Bundesregierung will mit Änderungen am Telekommunikationsgesetz den Glasfaser- und Mobilfunkausbau beschleunigen.

Der Gesetzentwurf 21/8277 soll unter anderem den Ausbau von Glasfaser bis in Gebäude und Wohnungen erleichtern. Dazu sollen das Telekommunikationsgesetz an die EU-Gigabit-Infrastrukturverordnung angepasst und Regeln für gebäudeinterne Netze überarbeitet werden.

Ein weiterer Baustein ist ein Gigabit-Grundbuch. Dort sollen Informationen gebündelt werden, die für den Ausbau von Telekommunikationsnetzen relevant sind. Die Bundesregierung verspricht sich davon einfachere Planungen und zusätzliche Dynamik beim Netzausbau.

Kupfernetze sollen schrittweise Glasfaser weichen

Der Entwurf setzt mehrere Schwerpunkte:

  • schnellerer Glasfaser- und Mobilfunkausbau
  • neue Regeln für Netze innerhalb von Gebäuden
  • Aufbau eines zentralen Gigabit-Grundbuchs
  • Vorbereitung der Migration von Kupfer auf Glasfaser

Die Bundesregierung bezeichnet den Wechsel von Kupfer zu Glasfaser als eines der größten Infrastrukturprojekte der vergangenen und kommenden Jahre. Verbraucher sollen dabei ohne Unterbrechung versorgt bleiben. Im Ausnahmefall soll mindestens eine gleichwertige und perspektivisch bessere Alternativtechnologie bereitstehen.

Der Bundestag soll am 9. Oktober 2026 erstmals über den Entwurf (siehe PDF) beraten. Anschließend geht er in die Ausschüsse. Federführend ist der Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung.

Ich halte vor allem klare Regeln für die Kupfer-Glasfaser-Migration für wichtig. Ob der Ausbau dadurch tatsächlich schneller wird, dürfte aber davon abhängen, wie stark Genehmigungen und praktische Ausbauprozesse vereinfacht werden.

Ich selbst sehe mich in der komfortablen Situation, quasi drei Leitungen Anliegen zu haben, Kabel-Internet, VDSL und Glasfaser. Aus Kostengründen und weil ich bisher schlicht nicht mehr benötige, bin ich immer noch in einem VDSL-Tarif.

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  1. Marco 🌀

    Ich baue gerade ein Einfamilienhaus nördlich von München und bekomme keinen Glasfaseranschluss von der Telekom, sondern nur DSL, weil laut Telekom an meinem Haus DSL so gut funktionieren wird (anscheinend kaum Leute mit DSL Anschlüssen) und deshalb Glasfaser von der Telekom nicht verbaut wird. Schon lustig, was man in Deutschland für 1000 €/m2 Bauplatz erhält.

  2. Ronald 🔅

    Manchmal frage ich mich, woher die Leute immer ihre „Weisheiten“ bezüglich eines Glasfaseranschlusses her haben.
    Wenigstens wurden die bisher hier kolpotierten 30k € für das Verlegen der Glasfaser unter Putz nicht wieder angeführt!

    Dass es in diese Richtung gehen würde, war Jahre vorher bekannt, trotzdem wurden langfristige Verträge geschlossen, die jetzt natürlich eingehalten werden müssen.

    Wurde der Vertrag vor dem 1. Dezember 2021 geschlossen, besteht frühestens mit Wirkung ab dem 1. Juli 2024 ein Sonderkündigungsrecht ohne Einhaltung von Kündigungsfristen (§ 230 Abs. 5 TKG).
    Wenn der Vermieter den Kabelvertrag nicht kündigt, liegt es nicht an den rechtlichen Gegebenheiten.
    Glasfaser gehört inzwischen zu den priviligierten Baumaßnahmen und kann nicht einfach so verweigert werden.

    …Vermieter dazu zwingen müssen, Glasfaser bis in die Wohnung zu legen.

    Warum? Die Glasfaser muss nur bis ins Haus (Keller) gelegt werden. Ja, das ist Vermietersache.
    Mein Mehrfamilienhaus bekam einen Glasfaseranschluss bis in den Keller (der Vermieter zahlte einmalig 800 €).
    Ich habe einfach einen Glasfaservertrag abgeschlossen und es war Sache der Telekom-Techniker wie sie die GF in meine Wohnung bekommen (toter Schornstein).
    Dafür zahlt man ja u.a. die Anschlussgebühr.
    Manchmal etwas weniger Meinung und etwas mehr Fakten wäre schön.

  3. RolliC 🏆

    Das Problem sind Mietshäuser in den Städten. Genossenschaften und andere größere Wohnungsbaugesellschaften haben sich von den Kabelanbietern wunderbar „Vear***en“ lassen. Da wurden langfristige Verträge geschlossen, GigaBit-Internet gibts dann z. B. über Vodafone Kabel und das Koaxkabel innerhalb des Hauses. Das war ja auch super für die Vermieter, konnte ja alles über die Nebenkosten abgerechnet werden… bis das Nebenkostenprivileg weg fiel… Dass es in diese Richtung gehen würde, war Jahre vorher bekannt, trotzdem wurden langfristige Verträge geschlossen, die jetzt natürlich eingehalten werden müssen.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Man wird so manchen Vermieter dazu zwingen müssen, Glasfaser bis in die Wohnung zu legen. Solange auf schnelles Internet über die Kabelanschlussdose verweisen werden kann, gibts in den Städten ein echtes Problem. Je mehr Leute dies dann nämlich tatsächlich nutzen, desto größer ist die Chance für Engpässe zu Stoßzeiten (Shared Medium).

    1. Hugo Popovic 💎

      GPON ist auch ein shared Medium.

    2. Stefan K. 🔆

      Das Problem der „Verarsche von Genossenschaften“ hab ich auch mit meiner Genossenschaft. Mein Wohnblock ist der einzige, der Stand jetzt kein Glasfaser bekommen soll, alle anderen drumherum haben bereits Glas oder sind im Ausbauplan der Telekom.
      Vielleicht sollte ich mal beim Aufsichtsrat nachhaken, zu dem ich persönliche Kontaktwege habe…

  4. faceofingo 🌀

    Es wäre schön, wenn endlich Internet und Festnetz voneinander getrennt werden würde.

    1. RolliC 🏆

      Warum… Festnetz läuft ohnehin über IP, also via Internet und stationäres Internet lässt sich denke ich kaum vergleichen mit Internet „über die Luft“ (5G *g*)…

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