Meta unter Druck: EU will WhatsApp für fremde KI öffnen

Die Europäische Kommission wirft Meta vor, den Zugang externer KI-Assistenten zu WhatsApp kartellrechtswidrig eingeschränkt zu haben.

Die Europäische Kommission hat Meta eine Mitteilung der Beschwerdepunkte übermittelt und darin ihre vorläufige Auffassung dargelegt, dass der Konzern gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben könnte. Hintergrund ist eine Änderung der Nutzungsbedingungen von WhatsApp, durch die Drittanbieter von allgemeinen KI-Assistenten von der Nutzung der Plattform ausgeschlossen wurden.

Nach Angaben der Kommission besteht die Gefahr, dass dieses Vorgehen den Wettbewerb im wachsenden Markt für KI-Assistenten erheblich beeinträchtigt. Um möglichen schweren und irreparablen Schaden zu verhindern, erwägt die Behörde die Anordnung von einstweiligen Maßnahmen. Eine endgültige Entscheidung steht dabei noch aus, da Meta zunächst Gelegenheit zur Stellungnahme erhält.

Bild: European Commission

Hintergründe der kartellrechtlichen Prüfung

Meta hatte am 15. Oktober 2025 eine Aktualisierung der WhatsApp-Business-Bedingungen angekündigt, die faktisch ein Verbot externer KI-Assistenten vorsieht. Seit dem 15. Januar 2026 ist damit ausschließlich der konzerneigene Dienst Meta AI auf WhatsApp verfügbar. Die Kommission sieht darin laut vorläufiger Einschätzung einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

Nach Ansicht der Behörde ist Meta im Markt für Kommunikationsanwendungen im Europäischen Wirtschaftsraum wahrscheinlich dominant, insbesondere durch WhatsApp. Diese Stellung könne genutzt worden sein, um anderen Unternehmen den Zugang zu einem wichtigen Vertriebskanal zu verwehren und so Markteintritt und Expansion von Wettbewerbern zu erschweren.

Zentrale Punkte der vorläufigen Bewertung:

Die Untersuchung läuft seit dem 4. Dezember 2025 und stützt sich auf Artikel 102 AEUV sowie die entsprechenden Regelungen des EWR-Abkommens. Italien ist von dem aktuellen Schritt ausgenommen, da dort bereits nationale Zwischenmaßnahmen verhängt wurden. Meta kann nun Akteneinsicht nehmen und seine Position schriftlich oder in einer Anhörung darlegen.

Ich halte es für nachvollziehbar, dass die Kommission in diesem frühen Stadium auf Zwischenmaßnahmen setzt, weil digitale Plattformen wie WhatsApp schnell marktprägende Effekte entfalten können. Mich persönlich nervt weniger die Einschränkungen an sich, sondern die Meta-KI in WhatsApp, die sich nicht abschalten lässt.

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