Die SCHUFA setzt trotz ihres neuen transparenten Scores weiterhin auf zusätzliche und teils komplexere Bonitätsbewertungen.
Im März hatte die SCHUFA einen neuen Score mit zwölf statt zuvor rund 100 Kriterien angekündigt. Verbraucher sollen dessen Berechnung nachvollziehen können. Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung zeigen nun jedoch, dass daneben weitere Modelle existieren.
Dazu gehört ein eigener Hypotheken-Score, den die SCHUFA laut Bericht seit Sommer 2025 Geldinstituten anbietet. Er werde derzeit rund 300-mal pro Woche abgefragt. Zusätzlich können einige Großkunden Daten aus einem Pool von 40 Kriterien erhalten.
Schufa-Score: Weitere Bewertungen bleiben bestehen
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Die SCHUFA speichert Daten zu mehr als 68 Millionen Menschen.
- Der neue Standardscore basiert auf zwölf Kriterien.
- Für Immobilienkredite existiert ein gesonderter Score.
- Zusatzinformationen können aus 40 Kriterien stammen.
Die SCHUFA widerspricht dem Vorwurf eines gebrochenen Transparenzversprechens. Sie habe nie angekündigt, künftig nur noch einen Score anzubieten. Der neue Score ersetze bis Ende 2028 lediglich sechs bisherige Branchenscores, etwa für Banken, Telekommunikation und Handel.
Kritik kommt vom Verbraucherzentrale Bundesverband und von „AlgorithmWatch“. Sie bemängeln insbesondere, dass Verbraucher zusätzliche Bewertungen nicht gleichermaßen nachvollziehen können.
Ich finde den neuen transparenten Standardscore grundsätzlich sinnvoll. Wenn daneben jedoch weitere Bonitätsmodelle für wichtige Entscheidungen wie Immobilienkredite bestehen, sollte auch deren Funktionsweise möglichst klar offengelegt werden. Nur dann bringt die Transparenzoffensive Verbrauchern wirklich den versprochenen Mehrwert.
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