OnePlus: Wie viel BBK Electronics steckt im Unternehmen?

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Mittlerweile sollte bekannt sein: OnePlus ist kein eigenständiges Unternehmen, man gehört zu BBK Electronics, der Nummer 4 auf dem Weltmarkt.

Was haben Vivo, Oppo und OnePlus gemeinsam? Sie gehören alle zu BBK Electronics. Doch ganz so einfach ist das nicht, denn der chinesische Gigant macht weiterhin ein Geheimnis aus dem Auftritt der drei Marken. Sie agieren selbstständig und versuchen ihr eigenes Image zu verkaufen. Bei OnePlus ist das der Startup-Charakter.

Wir haben uns daher mittlerweile angewöhnt vor einer Ankündigung von OnePlus bei Oppo und Vivo umzuschauen und berichten – obwohl die Modelle nicht offiziell bei uns verkauft werden – gerne über deren Produkte. BBK Electronics nutzt oft die gleiche Basis, die jeweiligen Hersteller passen ihre Produkte dann aber an.

Dabei sind sie angeblich selbstständig und frei in der Entscheidung, doch so wirklich transparent ist BBK Electronics dabei nicht. Ab und zu sind sich die Modelle außerdem sehr ähnlich und manchmal ist der Unterschied etwas größer. Ein OnePlus 6 bedient aber zum Beispiel auch eine andere Zielgruppe, als ein Oppo R15.

Was sagen Oppo, Vivo und OnePlus?

Doch was sagt eigentlich OnePlus dazu? Oppo und OnePlus sind zwei komplett eigenständige Unternehmen, alle Bereiche (R&D, Sales, …) sind getrennt. Man hat nur gleiche Investoren. OnePlus bestätigt auch, dass man sich die Produktionsstätte bei Oppo ausleiht. OnePlus produziert also selbst keine Smartphones.

Und was sagt Oppo? Man ist unabhängig, Pete Lau – CEO von OnePlus – ist jedoch ein ehemaliger Mitarbeiter von Oppo. Er wollte aber Premium-Modelle entwickeln. Oppo gibt außerdem auch an, dass man unabhängig von BBK Electronics ist. BBK Electronics äußerte sich zu keinem der Themen, man äußert sich öffentlich gar nicht.

Und was sagt Vivo? Dort behauptet man, dass man komplett unabhängig von OnePlus und Oppo ist. In allen Bereichen der Software und Hardware. Vivo ist – und das ist die offizielle Aussage – auch kein Tochterunternehmen. Auf die Frage, ob man komplett unabhängig von BBK Electronics agiert gibt es jedoch keine Antwort.

Die Frage ist nun: Können wir diesen Aussagen vertrauen? Aussagen, die von großen chinesischen Unternehmen kommen, die sich absolut gar nicht in die Karten blicken lassen. Ich glaube das nicht. Die drei Hersteller agieren in gewisser Weise natürlich selbstständig, doch eine Gemeinsamkeit können sie nicht abstreiten.

Ich glaube sogar, dass sie gar nicht so selbstständig agieren, wie sie behaupten, dazu waren die Modelle in der Vergangenheit viel zu ähnlich. Ich glaube alle drei bekommen eine „Basis“ vorgelegt, mit der sie dann planen können. OnePlus hatte zum Beispiel die Freiheit eine eigene Rückseite zu entwickeln und wollte sich damit abheben.

OnePlus und BBK: Ist das überhaupt relevant?

Die andere Frage ist: Ist das überhaupt relevant? Ja und nein. Schlechter macht es die Smartphones mit Sicherheit nicht, aber seit dem ich das weiß, bin ich auch nicht mehr so „locker“ mit OnePlus. Mit der Nummer 4 auf dem Smartphone-Markt habe sie mehr Möglichkeiten, als sie vielleicht öffentlich zugeben wollen.

Wenn OnePlus also eine Notch einbaut, dann hatte man keine Wahl. BBK Electronics wird diese Entscheidung getroffen haben. Oppo, Vivo und OnePlus bekamen die Basis und entwickelten anhand von dieser das Produkt. OnePlus verkauft Entscheidungen „von oben“ aber eben gerne als eigene Entscheidung.

Die Notch ist das beste Beispiel dafür, denn wenn man sich die Reaktionen in den Foren und im Vorfeld angeschaut hat, dann wollten viele Fans der Marke definitiv keine Notch. Ich glaube das ist auch der Grund, warum man das schon viele Wochen vor dem Event bestätigt hat. OnePlus wollte, dass sich die Lage bis dahin beruhigt hat.

Heißt: Am Ende ist OnePlus ein Hersteller wie jeder andere auch. Ihre Geräte sind gut und haben Vor- und Nachteile. Die Nachteile sind aber nicht damit begründet, dass wir hier ein kleines Startup vor uns haben, sondern weil OnePlus nicht alle Entscheidungen selbst treffen kann. Das spielt für die Qualität der Modelle jedoch keine Rolle.

Für mich als „Technik-Nerd“ ist sowas aber interessant, denn damit agiert OnePlus auf dem Markt nicht als Startup, welches die anderen „verfolgt“, sondern als Player, der theoretisch mehr Ressourcen als LG und HTC besitzt. Man spielt in einer ähnlichen Liga wie Samsung oder Huawei, tritt jedoch gerne als Underdog auf.

PS: Wie viel finanzielle Mittel der Mutterkonzern hat zeigt derzeit Vivo, die mal eben die Weltmeisterschaft als Hauptsponsor begleiten. Das kostet richtig (!) viel Geld.

Quelle The Verge

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