RTL bringt erstmals KI-generierte Strafgericht-Folgen ins TV

RTL

RTL Deutschland zeigt ab 7. September wie angekündigt fünf Folgen von „Das Strafgericht“, deren bestehende Geschichten mit KI verändert wurden.

Die Folgen laufen ab 15:55 Uhr und basieren auf bereits produzierten Episoden. Gemeinsam mit Constantin Entertainment veränderte RTL Figuren, Handlungsverläufe und Urteile mithilfe generativer KI. Dafür kamen unter anderem Bildbearbeitung, Sprachsynthese und Lipsync-Anpassungen zum Einsatz.

Bild links: original Folge. Bild rechts: echter Darsteller mit KI in original Folge integriert.
Foto: RTL / Constantin Entertainment

RTL verändert mit KI Figuren, Täter und Urteile

Die Eingriffe gehen deutlich über kleinere Anpassungen hinaus. Aus einer freigesprochenen Angeklagten wird beispielsweise eine verurteilte Täterin. In einer anderen Folge wird aus einem Mutter-Sohn-Verhältnis ein Geschwisterverhältnis. Auch ein kompletter „Gender-Swap“ einer Hauptfigur wurde umgesetzt.

Die wichtigsten Fakten zum KI-Pilotprojekt:

RTL bezeichnet das Projekt als Praxistest unter realen Produktionsbedingungen. Redaktionelle Verantwortung, Rechteklärung und Qualitätskontrolle sollen weiterhin beim Menschen bleiben. KI setzt der Sender bereits in Postproduktion, Virtual Production, Jugendschutz und Newsroom-Prozessen ein.

Ich finde den Ansatz vor allem deshalb spannend, weil RTL damit nicht nur Prozesse automatisiert, sondern bestehende Inhalte tatsächlich neu erzählt. Entscheidend wird sein, ob Zuschauer solche KI-Versionen als echten Mehrwert akzeptieren oder lediglich als technisch interessante Variante bekannter Folgen. Ich behaupte allerdings, dass das bei Formaten wie „Strafgericht“ fast egal sein dürfte: Wer dafür seine Zeit opfert, dem ist vermutlich ohnehin alles egal.

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