Das Kabinett hat umfassende Änderungen für Ausweise, Pässe und digitale Identitäten beschlossen, die Bürokratie abbauen sollen.

Die Bundesregierung treibt mehrere Reformen voran, die den Umgang mit Personalausweis und Reisepass vereinfachen sollen. Menschen, die bei der Beantragung ihres aktuellen Personalausweises bereits 70 Jahre oder älter waren, sollen diesen künftig nach Ablauf der zehnjährigen Gültigkeit unbegrenzt weiter nutzen dürfen. Eine Neubeantragung wäre dann nicht mehr erforderlich.

Parallel dazu ist vorgesehen, dass bei Reisepässen künftig keine Wohnortänderung mehr eingetragen werden muss. Bisher erfordert ein Umzug einen Gang zum Bürgeramt oder eine Online-Änderung. Diese Pflicht soll entfallen, sodass der im Pass vermerkte Wohnort unverändert bestehen bleiben kann.

Digitale Brieftasche und neue Identitätsfunktionen

Geplante Maßnahmen im Überblick:

  • Einführung der digitalen EU-Brieftasche (EUDI-Wallet) für Ausweise auf dem Smartphone
  • Nutzung des Smartphones als digitale Identität gegenüber Behörden und Unternehmen
  • Freiwillige Nutzung der digitalen Ausweisfunktionen
  • Schrittweise Erweiterung um weitere Dokumente wie Führerschein
  • Vereinfachte Alters- und Identitätsnachweise im Online-Bereich

Die EUDI-Wallet soll ab Anfang 2027 starten und auf einer EU-Verordnung basieren. Deutschland schafft dafür derzeit die rechtlichen Grundlagen. Nutzer sollen sich damit online und perspektivisch auch vor Ort ausweisen können. Dabei werden nur die jeweils notwendigen Daten übertragen, etwa das Alter statt vollständiger Geburtsdaten.

Zusätzlich sind technische Änderungen geplant. Wer einen abgelaufenen Ausweis weiterverwendet, soll bestimmte Funktionen wie die Online-Ausweisfunktion nicht mehr nutzen können. Auch Sicherheits- und EU-weite Nutzbarkeit könnten dadurch eingeschränkt sein. Die Nutzung der digitalen Identität ist freiwillig, und die App soll durch PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung geschützt werden.

Ich halte die Maßnahmen für einen logischen Schritt in Richtung digitaler Verwaltung, sehe aber zugleich deutliche Unterschiede in der praktischen Umsetzbarkeit zwischen digitalem Anspruch und realem Behördensystem, die sich erst im Alltag zeigen werden.


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  1. Maximilian 🔱

    Warum nur für Senioren? Schon ein bisschen diskriminierend. Ach halt weil die Senioren die größte Wählerschaft der Union ist…

  2. Michael 🏅

    …bestimmte Funktionen wie die Online-Ausweisfunktion nicht mehr nutzen können. Auch Sicherheits- und EU-weite Nutzbarkeit könnten dadurch eingeschränkt sein.

    Ja da schießen wir uns doch wieder ins Knie. Mag sein, dass viele Ältere den Ausweis heute nicht nutzen, aber in Zukunft wird sich das verschieben. Und gerade die EU-weite Nutzbarkeit ist elementar, wenn ich als Rentner dauerhaft im Wohnmobil auf Tour bin 😎

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