Super Mario Run Testbericht

Seit heute kann man Super Mario Run für iOS im App Store herunterladen. Wir haben uns das Spiel vorab angeschaut und sagen euch, ob sich der Kauf lohnt.

Nintendo kündigte vor einigen Monaten an, dass man mehrere Spiele für mobile Geräte auf den Markt bringen möchte und sich hier mit DeNA zusammengetan hat. Die Spiele werden also nicht intern entwickelt, dafür ist Nintendo maßgeblich an der Entwicklung beteiligt und hat nicht einfach nur Lizenzen verteilt.

Das erste Spiel, Miitomo, war in meinen Augen eher ein Reinfall und ich buche das „Spiel“ als ersten Gehversuch von Nintendo ab. Das erste „richtige“ Spiel ist für mich definitiv Super Mario Run und darauf habe ich mich seit der Ankündigung auf dem iPhone-Event von Apple (es war mein Highlight der Veranstaltung) gefreut.

Seit heute kann man das Spiel für iOS im App Store herunterladen. Es wurde für das iPhone und iPad angepasst, allerdings nicht für den Apple TV. So mutig ist man bei Nintendo dann doch noch nicht. Der Download ist kostenlos, man muss jedoch 10 Euro (einmalig) bezahlen, wenn man den vollen Funktionsumfang möchte.

Das Spiel ist vorerst exklusiv für iOS erhältlich, da Nintendo bei Android einfach zu viele Raubkopien fürchtet. Eine Android-Version wird kommen, wann ist aber im Moment unklar. Dieses Jahr auf jeden Fall nicht mehr. Ich habe mir Super Mario Run schon angeschaut und eine Runde gespielt. Hier mein Fazit zum Spiel.

Super Mario Run: Was erwartet euch?

Euch erwartet bei Super Mario Run ein klassisches Mario-Spiel. Dank Musik und Animationen fühlt sich Super Mario Run wie ein typisches Mario an, welches man vielleicht in letzter Zeit auf dem Nintendo 3DS gespielt hat. Insgesamt könnt ihr 6 Welten erobern, die jeweils vier Level besitzen. Macht also 24 Level.

Hinweis: Das sind in diesem Fall also weniger Welten, als bei einem „normalen“ Super Mario. Dafür ist das Spiel für iOS eben auch um einiges günstiger.

Dazu gehören immer 3 normale Welten und eine mit einem Endgegner. Die Level sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Sie laden außerdem dazu ein, dass man sie immer wieder spielt. Das liegt daran, dass ihr pro Level 5 Münzen sammeln könnt und nachdem ihr die ersten 5 Münzen am Stück geschnappt habt, gibt es noch zwei weitere Stufen, wo euch ebenfalls noch mal 5 Münzen (jeweils) erwarten.

Die Positionen der Münzen im ersten Durchgang sind meistens sehr leicht zu sehen und erreichen, im zweiten wird es dann aber schon schwieriger und für den dritten Durchgang benötigt man in der Regel einige Versuche. Wichtig ist auch, dass ihr alle Münzen in einem Durchgang und nicht nach und nach sammelt.

Nicht nur die letzten 5 Münzen sind schwer zu schaffen, allgemein ist Super Mario Run ein durchaus anspruchsvolles Spiel. Vor allem, wenn man mal in Welt 3 oder 4 angekommen ist. Dieser Schwierigkeitsgrad dürfte dafür sorgen, dass man ein paar Stunden mit dem Spiel verbringen wird. Ich habe Super Mario Run zwar in knapp zwei Tagen durchgespielt, doch ich da ging es mir erst mal nur um einen Eindruck von jedem Level. Das Sammeln der Münzen habe ich nicht abgeschlossen.

Allgemein kann man sagen, dass Super Mario Run auch einen guten Mix auf den bekannten Welten von Super Mario, also Wüste, Wolken, etc. besitzt. Die Welten sind, im Gegensatz zu anderen Mario-Spielen, jedoch nicht nur für ein Gebiet (zum Beispiel Welt 3 nur für die Wüste) ausgelegt. Es ist ein sehr bunter Mix.

Falls euch das zu langweilig wird, dann gibt es noch den Rallye-Modus. Hier kann man gegen Freunde antreten und muss dafür sorgen, dass einen Toads anfeuern, während man ein Level spielt. Das passiert unter anderem durch anspruchsvolle Sprünge. Begeisterte Toads folgen euch dann in euer Königreich. Wer mehr Toads gefangen hat, geht beim Duell außerdem auch als Sieger vom Platz.

Womit wir beim dritten Modus wären, der eigentlich kein Spiel ist. Hier kann man jedoch sein Königreich, welches zerstört wurde, nach und nach aufbauen. Es gibt einen Shop, wo man mit Münzen und bunten Toads diverse Gegenstände kaufen kann. So werden dann zum Beispiel auch Charaktere wie Luigi freigeschaltet.

Um es kurz zu machen: Euch erwartet ein „Story-Modus“ mit 24 Level, die durchaus anspruchsvoll sind und die man mehr als nur einmal spielen kann. Hinzu kommt ein Multiplayer-Modus, wo man gegen Freunde antreten kann, der mich im Test jetzt aber nicht überzeugt hat (ändert sich mit richtigen Freunden vielleicht noch) und es gibt die Option ein Königreich mit Gegenständen aufzubauen.

Super Mario Run: Das Gameplay

Der Modus, der die meisten von euch erst mal interessieren dürfte, ist wohl der Modus mit den 6 Welten. Ich will euch hier gar nicht so viel erzählen und glaube, dass das Video mit den Gameplay-Szenen wesentlich aussagekräftiger ist. Ich hatte in den ersten Stunden mit Super Mario Run aber eine Menge Spaß.

Das liegt vor allem am Gameplay. Das Spiel wurde für den Touchscreen angepasst und man benötigt nur einen Finger zum Springen. Super Mario überspringt einige Gegner und Hindernisse außerdem auch automatisch. Zum Glück hat Nintendo hier keine virtuellen Buttons auf dem Bildschirm untergebracht, wie man das von vielen anderen Jump’n’Runs kennt. In meinen Augen ein großer Pluspunkt.

Mario rennt in dem Spiel automatisch, man kann nur springen. Daran muss man sich als Super Mario-Spieler erst mal gewöhnen. Verpasst man nämlich eine Box mit Fragezeichen, will man nicht selten zurück und diese Münze noch schnappen. Geht hier nicht. Zumindest nicht nach Belieben. Es gibt bei jedem Neustart eines Levels immer die Option sich in eine Blase versetzen zu lassen. Diese schwebt dann so lange zurück, bis man diese mit einem Klick platzen lässt.

Das funktioniert aber nur zwei Mal pro Spielzug eines Levels. Das ist vermutlich die Lösung für „zurück“, da man so immerhin zwei Mal pro Level eine verpasste Münze (zum Beispiel eine der wichtigen farbigen Münzen) erneut sammeln kann. Sterbt ihr, wird euch jedoch eine der zwei Blasen abgezogen, die sind also auch Leben.

Nintendo hat aber auch ein paar Elemente eingebaut, mit denen man zum Beispiel nach hinten springen kann. Diese begegnen euch hier und da in den Level.

Alles in allem ist es eine Mischung aus Endless-Runner und klassischem Jump’n’Run. Das simple Gameplay heißt aber nicht, dass das Spiel simpel ist. Wie ich bereits geschrieben habe: Vor allem ab Welt 3 oder 4 wird das Spiel dann doch an einigen Stellen anspruchsvoll (wenn man alle farbigen Bonus-Münzen möchte). Dafür sind die Endgegner der jeweiligen Welten meiner Meinung nach etwas zu leicht und die Welten könnten auch ein kleines bisschen länger für meinen Geschmack sein.

Super Mario Run: Video-Test

Es würde mich freuen, wenn ihr dem Video bei YouTube einen Daumen hoch gebt. Natürlich nur, wenn es euch auch gefallen hat. Damit erkennt YouTube, dass es kein Clickbait ist.

Super Mario Run: Gameplay-Video

Super Mario Run: Das Fazit

Super Mario Run fühlt sich wie ein richtiges Super Mario an. Es ist das, was ich mir seit Jahren für mein iPad mini gewünscht habe. Nintendo hat nicht einfach nur ein altes Super Mario genommen und diesem virtuelle Knöpfe spendiert, man hat ein neues Spielkonzept für Smartphones und Tablets entwickelt. Super Mario Run spielt sich auf dem iPad übrigens wesentlich angenehmer, als auf dem iPhone.

Die Bedienung ergibt Sinn und ist gleichzeitig einfach, aber auch anspruchsvoll. Der Spagat gelingt Nintendo. Das Spiel wurde für Touchscreens entwickelt. Ich glaube also nicht, dass es irgendwann eine Version für den Apple TV geben wird. Wer Mario auf dem TV möchte, der wird auf die Switch im März 2017 warten müssen.

Lohnt sich die Investition von 10 Euro? Das ist glaube ich die spannendste Frage an dieser Stelle. Super Mario Run besitzt weniger und kürzere Level, als zum Beispiel Super Mario Bros. für den 3DS. Dafür kostet es auch nur ein Viertel. Trotzdem stellt sich bei vielen die Frage, ob das vielleicht doch zu viel ist.

Ich finde es geht gerade noch so in Ordnung. Super Mario Run bietet eine Menge Spielspaß, um 10 Euro in meinen Augen zu rechtfertigen. Natürlich zahlt man hier auch ein bisschen die Marke mit, ein anderer Hersteller hätte für so ein Spiel keine 10 Euro verlangen können. Der optimale Preis wäre, im Vergleich mit anderen Spielen gemessen, vermutlich so bei 4,99 Euro für das, was derzeit geboten wird.

Super Mario dürfte der bekannteste Held in der Geschichte der Videospiele sein und das spielt Nintendo natürlich in die Karten. Merkt man auch am aktuellen Hype.

Das tolle an Super Mario Run: Das Spiel ist nicht zugemüllt mit In-App-Käufen. Es gäbe mit Sicherheit genug Elemente, wo man solche hätte einbauen können, aber man zahlt einmal 10 Euro und hat dann seine Ruhe. Sowas mag ich. Und weil ich sowas unterstützen möchte, würde ich die 10 Euro dafür auch zahlen.

Ihr habt außerdem den Vorteil, dass man die ersten 3 Level kostenlos spielen und sich selbst ein Bild machen kann. Diese reichen meiner Meinung nach aus, um ein Gefühl für Super Mario Run zu bekommen. Entscheidet man sich die 10 Euro für die Vollversion zu zahlen, ist das in meinen Augen kein Fehler. Das Spiel wird über die Weihnachtsfeiertage mit Sicherheit für eine Menge Spielspaß sorgen. Ich habe für Kinofilme schon mehr Geld gezahlt und hatte dabei weniger Spaß.

Preis: Kostenlos+

Zwei Kritikpunkte gibt es zum Abschluss aber auch noch: Das Spiel kann nur mit einer Online-Verbindung gespielt werden. Finde ich persönlich schade, denn so ein Spiel will man ja auch mal an Orten spielen, wo es kein Internet gibt. Außerdem wird ein Account bei Nintendo benötigt, wenn man Spieldaten online sichern will. Ich hätte mir hier zusätzlich die Synchronisation über iCloud gewünscht.

Ich bin jetzt mal gespannt, wie es mit Super Mario Run weiter geht. Werden weitere Welten kommen? Ich habe da etwas in der Richtung gehört. Gehe ich auch fest von aus. Interessant ist dann, ob man für kommende Updates zahlen muss, oder ob die 10 Euro auch in Zukunft den vollen Umfang von Super Mario Run garantieren.

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