Telefónica: Digitalisierung, Datendemokratisierung und Handel damit

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Seit einiger Zeit schon wissen wir von Telefónicas Plänen, 2017 eine Plattform für den Handel mit Kundendaten zu eröffnen. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche wird Vorstandschef Thorsten Dirks konkreter.

Ein genaues Datum gibt es auch jetzt nicht. Telefónicas Vorstandschef bestätigt jedoch, dass man soweit sei, an den Start zu gehen. Nachdem man vor drei Jahren ein ähnliches Projekt aufgrund heftiger Proteste von Datenschützern verwerfen musste, hätte man seine Lehren daraus gezogen und dieses Mal in Zusammenarbeit mit Behörden einen patentierten, dreistufigen Algorithmus entwickelt, der die Daten anonymisiert. Außerdem stehe man in engen Kontakt zur Bundesbeauftragten für Datenschutz.

Als konkrete Beispiele für einen Verkauf der Daten, nennt man die Städte Nürnberg und Stuttgart, in denen man die Nutzung solcher Daten für Verkehrsströme und Abgasemissionen testet. Außerdem seien Betreiber von Shoppingcentern auf sie zugekommen, sie haben Interesse daran wie die Kundenströme durch ihr Einkaufszentrum fließen, um zielgerichtete Schaufensterwerbung machen zu können. Außerdem betreibe man zur Zeit Tests mit einer, nicht näher genannten, deutschen Handelskette.

Digitalisierung: Demokratisierung der Daten, Herrschaftswissen abschaffen

Im Zuge der Fusion mit E-Plus will man das eigene Unternehmen auch weitestgehend digitalisieren. Herrschaftswissen soll abgeschafft werden, jeder Mitarbeiter soll über einen webbasierten Zugang in Echtzeit auf alle, im datenschutzrechtlichen Rahmen bereinigte, Unternehmensdaten zugreifen können.
Dirks spricht von einer vollständigen Demokratisierung der Daten.

Man möchte damit die Entscheidungsfindung dort hinbringen, wo sie am effektivsten ist. Nämlich zu den Mitarbeitern, die die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, unabhängig in welcher Position sie arbeiten. Man ziehe am gleichen Strang, und letztendlich mache das alle stärker.

Telefónica hat nach der Übernahme von E-Plus die meisten Mobilfunkkunden hierzulande, hinkt allerdings beim Umsatz den anderen Anbietern wie Deutsche Telekom oder Vodafone hinterher. Ihr neuester Schachzug um den etwas anzukurbeln, läutet hoffentlich eine neue Ära ein: O2 free.

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