Telekom zeigt erstmals ihren Drohnen-Schutzschirm live

Die Deutsche Telekom zeigt auf der Digital X erstmals öffentlich ihr System zur Erkennung von Drohnen und deren Piloten.

Im Mittelpunkt stehen passive Radiofrequenz-Sensoren von Vorpal und Senhive. Sie erkennen nach Angaben der Telekom Funkverbindungen zwischen Drohne und Fernsteuerung und können unter anderem Modell, Steuerung und Standort des Piloten erfassen. Je nach Einsatz ergänzt der Konzern das System um Video-, Audio-, Remote-ID- oder Radar-Sensoren.

Die Telekom ist seit 2016 in diesem Bereich aktiv und hat unter anderem Spiele der Fußball-EM 2024 sowie weitere Veranstaltungen abgesichert. Als Kunden nennt sie Flughäfen, Städte, Industrieunternehmen, Behörden und militärische Einrichtungen. Im Video ist die Drohnenabwehr in Aktion zu sehen.

Telekom verbindet Drohnen-Detektion mit KRITIS-Schutz

Das Schutzsystem kombiniert mehrere technische Bausteine:

  • Passive RF-Sensoren stören Mobilfunkanlagen nicht.
  • Sensoren lassen sich in bestehende C2-Systeme integrieren.
  • Network Slicing kann Sensordaten im Mobilfunk priorisieren.
  • Rheinmetall soll Technologien zur Drohnenabwehr ergänzen.

Künftig sollen auch 5G- und 6G-Netze bei der Drohnen-Erkennung helfen. Dafür arbeitet die Telekom unter anderem mit der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr zusammen. Zusätzlich kooperiert sie mit Unternehmen wie HENSOLDT, Quantum Systems, Proximus und der DFS.

Der Ausbau trifft auf steigenden regulatorischen Druck. Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen Risiken wie Drohnenangriffe zunehmend in ihre Sicherheitskonzepte einbeziehen.

Ich halte vor allem die Kombination aus Sensorik, priorisierter Datenübertragung und bestehenden Mobilfunkstandorten für interessant. Ob daraus ein breiter Markt entsteht, dürfte aber stark von Regulierung, Kosten und konkreten Bedrohungslagen abhängen.


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