Trade Republic verdient plötzlich richtig viel Geld

Der Neobroker Trade Republic hat seinen Umsatz auf 754 Millionen Euro gesteigert und den Jahresgewinn beinahe versiebenfacht.

Das geht aus dem Geschäftsbericht für das im September 2025 beendete Geschäftsjahr 2024/25 hervor, der dem „Handelsblatt“ vorliegt. Der Jahresüberschuss kletterte von 34,8 auf 232,6 Millionen Euro.

Seit dem Marktstart 2019 hat das Berliner Fintech damit erstmals insgesamt mehr Geld verdient als verloren. Der kumulierte bilanzielle Gewinn liegt bei 86,2 Millionen Euro.

Trade Republic profitiert vom Wertpapierhandel

Wichtigster Umsatztreiber waren die Provisionserträge aus Wertpapiergeschäften. Sie haben sich auf rund 733 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Allerdings fällt ein Teil dieser Einnahmen künftig weg.

Bislang erhielt Trade Republic auch Rückvergütungen für die Weiterleitung von Kundenaufträgen an bestimmte Handelsplätze. Diese sogenannten Payments for Order Flow sind seit Juli 2026 verboten. Laut Unternehmen machten sie zuvor weniger als 20 Prozent der Provisionserträge aus.

Um den Wegfall auszugleichen, hat Trade Republic ein eigenes Handelsmodell mit entsprechender Infrastruktur eingeführt. Zusätzliche Einnahmen sollen neue Angebote rund um Kryptowährungen, Zinsen und Privatmarktinvestitionen bringen.

Auch die Ausgaben sind deutlich gestiegen:

  • Personalkosten: 129,6 Millionen Euro, etwa doppelt so viel wie zuvor.
  • Verwaltungskosten: 290,6 Millionen Euro, ein Anstieg um 83 Prozent.
  • Marketing: höhere Ausgaben zur Expansion in Europa.

Trade Republic ist inzwischen in 18 europäischen Märkten aktiv und zählt mehr als zehn Millionen Kunden. Zu den Ergebnissen des gerade abgeschlossenen Geschäftsjahres 2025/26 nennt das Unternehmen noch keine konkreten Zahlen.

Die Entwicklung ist bemerkenswert, zumal Trade Republic trotz steigender Kosten inzwischen erhebliche Gewinne erzielt. Für Kunden dürfte allerdings interessanter sein, ob das neue Handelsmodell langfristig ebenso günstige Konditionen ermöglicht. Schließlich muss der Broker künftig auf eine bislang lukrative Einnahmequelle verzichten.

Zu Trade Republic →

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