Vivo NEX Ultimate im Test: Smartphone mit ausfahrbarer Selfie-Cam

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Vivo NEX Ultimate

In der heutigen Zeit fällt einem die Entscheidung, welches Smartphone man sich denn nun kaufen möchte, nicht allzu leicht. Die Geräte unterscheiden sich kaum noch und manchmal ist gefühlt der einzige Unterschied, ob die Notch nun breit oder in der wohl kommenden trendigen Tropfenform ist und ob sich der Fingerabdrucksensor nun auf der Front- oder Rückseite befindet.

Vivo sticht mit seinem NEX Ultimate da definitiv aus der Masse heraus, denn es hat zum einen keine Notch und sehr schmale Displayränder und trotzdem eine schicke Selfie-Cam, die auch noch automatisch aus dem Gerät herausfährt. Der zweite Punkt ist der Fingerabdrucksensor, welcher direkt unter dem Display angebracht und somit nicht sichtbar ist. Das sind doch mal zwei Merkmale, die das Telefon von der Masse abhebt, oder nicht? Doch eins nach dem anderen…

Wir haben nach langer Zeit mal wieder ein Unboxing/Review zum Vivo NEX Ultimate auch auf Youtube gezerrt. Das Video könnt ihr euch hier anschauen:

Video: Vivo NEX Ultimate Test

Wie immer würden wir uns freuen, wenn ihr ein Abo unseres Youtube-Kanals dalassen würdet. Und damit aber wieder zurück zum vollständigen Testbericht in Schriftform hier im Blog:

Die technischen Details des Vivo NEX Ultimate

  • Prozessor: Snapdragon 845 – Octa Core – bis 2.8 GHz
  • GPU: Adreno 630
  • RAM: 8GB
  • Interner Speicher: 256GB
  • SIM: Dual Sim (2x Nano)
  • Kamera: 8 Megapixel Frontkamera, Hauptkamera 12 Megapixel F/1.8 – OIS – 5 Megapixel F/2.4
  • Display: 6.59 Zoll – Full Screen Display – Super AMOLED mit 2316 × 1080 Pixel
  • Konnektivität: Wi-Fi 802.11 b/g/n/ac – 2.4 Ghz + 5 Ghz | 2×2 Wifi, GPS + GLONASS, AGPS, BDS, Bluetooth 5.0
  • Akku: 4000 mAh
  • KEIN NFC
    Betriebssystem: Android 8.1 (Funtouch OS 4.0) mit den Sprachen DE, EN, CHN, ES, RUS, FR, uvm.
  • Lade-Port (USB-C), Kopfhörer Anschluss (3,5mm)
  • Maße: 162 x 77 x 7.98 mm bei 199g

Der Lieferumfang des Vivo NEX Ultimate

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In unserem Lieferumfang befand sich zum einen das Vivo Nex Ultimate, die Anleitungen, das SIM-Tool, ein USB Typ-C Kabel, Ohrhörer, ein USB-Typ-C Netzteil und ein Adapter für EU. Es befindet sich auch noch ein stabiles Case im Lieferumfang und es soll auch noch eine Displayschutzfolie enthalten sein, welche aber in meinem Fall gefehlt hat.

Zum Gerät selbst

Ich bin angenehm angetan von dem Vivo NEX Ultimate. Während mir die Marke VIVO vor diesem Testgerät noch fast gänzlich unbekannt war, haut Vivo mit dem NEX Ultimate dafür gleich so richtig auf die Kacke auf den Putz!

Das Smartphone hat in Sachen Hardware einfach mal komplett alles verbaut, was aktuell so möglich zu sein scheint und bekommt dazu auch noch Innovationen spendiert, wie den Fingerabdrucksensor unter dem Display und eine herausfahrbare Selfie-Cam. Wow!

Aber erst einmal zu Gerät selbst. Die Verarbeitung gibt keinen Grund zur Kritik. Nichts knarzt und die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt.

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Auf der rechten Seite finden wir die Powertaste und die Lautstärkewippe. Auf der Oberseite ist der Slot für die Selfie-Cam, ein Mikrofon und ein Klinkensteckeranschluss.

Auf der linken Seite etwas oberhalb der Mitte ist ein leicht geriffelter AI-Button für den Sprach-Assi und auf der Unterseite ist der USB Typ-C Anschluss, der Lautsprecher, ein Mikrofon und ein SIM-Slot (Dual-SIM Nano, keine Speichererweiterung).

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Auf der Rückseite ist dann noch die fast schon normale Dual-Kamera angebracht und einen LED-Blitz finden wir dort ebenso. Die Kameras ragen minimal aus der Rückseite heraus. Natürlich gehört ein wenig Marketing-Blabla auch noch dazu und so steht unterhalb der Kamera/LED-Kombi noch der Schriftzug NEX auf der Rückseite.

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Wieder umgedreht, fällt das große Display definitiv auf. 6,59 Zoll sind eine Wucht und dem einen oder anderen sicherlich auch schon zuviel des Guten. Mir gefällt das aber und das Gerät ist im Grunde auch nicht sehr viel größer, als mein daily driver (Huawei P20 Pro). Dies ermöglichen die schmalen Displayränder.

Die Auflösung von 2316×1080 Pixeln auf dem Super AMOLED-Display vermag zu gefallen. Wie üblich schauen schwarze Flächen und auch die restlichen Farben sehr intensiv aus. Auch bei sehr schlechten Blickwinkeln kann sich das Display sehen lassen. Wie üblich gibt es in der Software auch den Augenschonmodus (Blaufilter), davon später noch ein Screenshot.

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Ebenfalls in die Rubrik Display gehört im Falle des NEX Ultimate der Fingerabdrucksensor. Dieser ist unterhalb des Displayglases angebracht und im Normalfall nicht zu sehen! Er funktioniert wie auch ein normaler Sensor durch anlernen eines Fingerabdrucks und die Erkennung klappte im Alltag auch zu grob geschätzten 80 Prozent.

Leider nicht mehr. Immer wieder mal musste ich den Finger 2mal auflegen, um das Gerät zu entsperren. Die Technik an sich ist aber super interessant und kann durchaus noch interessant werden, wenn an der Technik dahinter noch etwas gefeilt wird.

Für die nötige Performance sorgt ein Snapdragon 845 mit satten 8GB Arbeitsspeicher und 256 GB internem Speicher in Kombination mit einem 4000 mAh Akku. In AnTuTu gesprochen bedeutet das mal eben fast 300.000 Punkte. Der Akku genügt dabei locker für einen Tag und ist am Ende des Tages in meinem Fall meist noch bei ca. 30 Prozent.

Das genügt zwar nicht für einen weiteren Tag, aber der erste ist auch noch so vollgestopft mit Push-Nachrichten etc. machbar. Aufgeladen wird der 4000 mAh Akku Dank QuickCharge 4+ in 30 Minuten auf knapp 40 Prozent. Irgendwo bei guten 1 1/2 Stunden liegt dann die Zeit für eine komplette Ladung.

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Bei dieser Leistung fällt das suchen nach Rucklern schon sehr schwer. Im Alltag ist davon im Grunde fast nichts bemerkbar. Spiele wie Asphalt 9 und ähnliche Konsorten liefen in bester Qualität auf dem großen Screen anstandslos.

In Sachen Sound ist am NEX Ultimate lediglich ein Speaker auf der Unterseite verbaut. Dieser bringt den Ton sehr klar rüber und hört sich gut an. Wie immer darf man keinen tatsächlichen Bass erwarten, aber die Mitten und Höhen gehen absolut in Ordnung. Mir fehlt ein bisschen der Sound, der wie beim P20 Pro etc. über den oberen Speaker mitlaufen könnte, aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Die Kamera ist eines der Highlights des NEX Ultimate. Und dieses mal nicht die Hauptkameras auf der Rückseite, sondern die automatisch ausfahrbare Selfie-Cam.

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Wechselt das Telefon auf die Front-Kamera in der Kamera-App so fährt die Selfie-Cam oben aus dem Gerät heraus! Dies geschieht auf Wunsch mit einem kleinen Sound-Effekt, der zwischen SiFi, Maschine, Rhythmus oder auch lautlos eingestellt werden kann und geschieht innerhalb weniger Augenblicke.

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That Selfie-Cam! oO #vivonexs

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Der Mechanismus selbst ist wirklich stabil. Ich habe versucht, ob etwas passiert, wenn man den Sensor mit Druck wieder in das Gerät zurück schieben möchte und selbst hierfür muss die Kamera gut 30 % in das Gerät geschoben/gedrückt werden, bevor die Elektrik die Kamera wieder zurück fährt.

Auch so wackelt da nichts beim Versuch an der ausgefahrenen Kamera zu rütteln. Wenn also nicht irgendwann mal Staub oder dergleichen die Kamera bzw. den Mechanismus killt, dürfte selbiger bis zum Ende der Lebenszeit des Telefons durchhalten.

Auch die Hauptkamera gibt nicht wirklich viel Grund zur Kritik. Bei normalen Lichtverhältnissen macht die Kamera wirklich gute Fotos. Bei Lowlight kommt sie nicht an das Pixel 2 oder das Huawei P20 Pro ran, aber ich schätze da werden sich auch noch andere Hersteller viel Mühe geben müssen. Wie immer habe ich ein paar Fotos in eine Galerie auf Google + gepackt, damit ihr euch ein Bild von der Qualität machen könnt.

Kommen wir zum Bereich Software. Hier wurde Android 8.1 vorinstalliert und die heftig angepasste Oberfläche FunTouch OS 4.0 drüber gelegt. Sie unterscheidet sich nicht nur durch viele bunte Icons, nein auch beispielsweise die von Android bekannten Quick-Toggles etc. finden wir nicht mehr beim Runterwischen der Benachrichtigungsleiste, sondern beim Hochwischen der linken Bildschirmhälfte von außerhalb des Displays. An irgendeinen Smartphone-Hersteller aus Cupertino erinnert mich das doch? Ich komme nur beim besten Willen nicht drauf an wen???

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Die restliche Steuerung durch Android nimmt man mit der modifizierten Steuerung übrigens so vor, dass man mittig von unten hochwischt, um zum Home-Screen zu gelangen und von rechts hochwischen emuliert den Zurück-Button. Dadurch wird auch der untere Bereich fast komplett für den reinen Inhalt genutzt und verschwendet nicht durch eingeblendete Soft-Keys Teile des Bildschirms. Wer möchte kann aber auch die alt gewöhnten Soft-Keys einblenden lassen und muss sich dann keine neuen Gesten merken.

Auf meinem Gerät war trotz dem Hinweis Multi-Lang-Firmware bei den Kollegen von Tradingshenzhen kein Playstore installiert. Als Sprache ließ sich zwar Deutsch einstellen, aber die Tastatur hatte übelst Probleme damit die deutschen Wörter nicht in chinesische Schriftzeichen zu interpretieren.

All das ist aber kein zu großes Problem, denn mit wenigen Handgriffen lässt sich der Google Play Service nebst Playstore installieren. Danach kann das Google Konto eingerichtet werden und es ließen sich auch die Apps fast problemlos installieren. Dropbox, Google Chrome etc. klappten ohne meckern, die zweite App von AnTuTu wollte dagegen nur zu 50 % laden und quittierte dann mit einer Fehlermeldung. Die APK von APKMirror installieren klappte aber auch dann.

ANLEITUNG Google Play

Im Grunde ist die Installation von Google Play etc. gar nicht so schwierig. Einfach den vorinstallierten Appstore starten und Google oben in die Suchleiste eingeben. Bei den Ergebnissen dann (ganz unten auf dem folgenden Screenshot) das bunte G auswählen, da hierbei die Google Services, Google Play usw. komplett installiert wird. Dann empfehle ich zur Sicherheit noch einen Neustart und schon könnt ihr wie gewohnt Apps etc. aus Google Play laden usw.

Vivo Nex Ultimate Screenshot (1)

Ich habe mir dann noch SwiftKey runtergeladen, damit ich mich auch nicht mehr mit der Tastatur umgewöhnen musste und dann konnte ich mit dem NEX Ultimate werkeln, wie ich es gewohnt bin.

Zurück zu FunTouch

Auf meinem NEX Ultimate fand ich die eine oder andere App mit chinesischen Schriftzeichen als Namen vorinstalliert. All diese ließen sich aber durch langes drücken auf eines der Icons und anschließendem drücken auf das X problemlos löschen. Danach konnte ich während der Testzeit prima mit dem Smartphone arbeiten.

Es gibt sehr viele Anpassungen in der Firmware, die den Alltag erleichtern sollen. Die Softkeys, die Screenshot-Funktion, uvm. Der Einfachheit halber habe ich einige Screenshots für euch angefertigt. Vieles erinnert an iOS, aber das ist wohl so vom Hersteller gewollt und kann zumindest ein wenig durch Themes abgeändert werden.

Und sonst noch?

Telefonieren war auch mit dem Ultimate ohne größere Zwischenfälle möglich. Über etwaige mangelnde Qualität von meiner Seite aus hatte sich im Testzeitraum niemand beklagt. Allerdings hörten sich meine Gegenüber teils etwas blechern an, weil der Speaker im NEX Ultimate irgendwie unter dem Display verbaut sein muss. Ich kann euch nicht sagen, wie das funktioniert, weil man weder einen Annäherungssensor, noch einen Lautsprecher am sehr schmalen oberen Displayrand sieht, aber es klappt trotzdem gut.

NFC ist in meinen Augen einer der wenigen Punkte, die am Ultimate zu kritisieren sind. Selbiges wurde nicht verbaut und damit fallen Dinge wie Google Pay und auch der einfache Transfer von Fotos oder das koppeln von Bluetooth-Kopfhörern leider aus.

Fazit zum Vivo NEX Ultimate

Das Vivo NEX Ultimate ist in meinen Augen ein sehr interessantes Gerät. Es steckt voller Top-Hardware und hat mit dem Fingerabdrucksensor und der ausfahrbaren Selfie-Cam auch interessante Gimmicks spendiert bekommen, die es spannend machen.

Die Power und Performance ist toll und der Akku sorgt dafür, dass es lockerst einen Tag durchhält. Die Kamera dürfte für die meisten Ansprüche genügen, wenn sie vielleicht auch nicht ganz an das P20 Pro oder dergleichen rankommt.

Für mich der einzige Nachteil wäre die teils immer noch chinesische Firmware. So richtig „nur Deutsch“ konnte ich nicht einstellen. Ich schätze aber, dass das durch ein neues flashen der aktuellsten Firmware behoben werden kann. Abgesehen davon kann ich das Gerät definitiv empfehlen.

Vielen Dank an tradingshenzhen für die zeitnahe Bereitstellung des Testgeräts. Das Vivo NEX Ultimate geht im Anschluss an diesen Test wieder zurück. Falls ihr Interesse daran habt, findet ihr das Gerät hier im Online-Shop von tradingshenzhen.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Vivo NEX Ultimate mit 4.2 von 5 Punkten.

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