Volkswagen soll „grundlegend neu ausgerichtet“ werden

Bild: Volkswagen

Nach gut vier Stunden im Aufsichtsrat von Volkswagen gab es zwar noch keine konkrete Entscheidung für weitere Maßnahmen beim Abbau von Arbeitsplätzen und Werksschließungen, aber das „Zukunftsbild 2030“ des Konzerns wird etwas klarer.

Von einst 12 Millionen Autos pro Jahr hat man sich schon getrennt und 2 Millionen Einheiten reduziert, in Zukunft sollen es nur noch 9 Millionen pro Jahr sein. Das ist eine indirekte Ansage, dass es ohne Werksschließungen nicht mehr gehen wird.

Volkswagen will sich neu ausrichten

Die Modellpalette soll um die Hälfte reduziert werden, welche Modelle aber genau aus dem Sortiment fliegen, das ist weiterhin unklar und wird sicher auch von den Marken entschieden. Aber auch bei den Ausstattungsoptionen mistet man aus, und das sehr massiv, denn hier wird das Angebot direkt um 75 Prozent gestrichen.

Weniger Autos von Audi, VW, Skoda und Co. und weniger Häkchen im Konfigurator, das ist also ein Plan. Finanzchef Arno Antlitz machte am Donnerstagmittag klar, dass die Volkswagen AG so nicht weitermachen kann, das „Geschäftsmodell muss grundlegend neu ausgerichtet werden“. Der Konzern ist zu komplex aufgestellt.

Volkswagen hat sich zu sehr ausgeruht

Schneller, effizienter, günstiger, man muss an allen Stellschrauben drehen, denn so langsam zeigt sich mit voller Härte, was der einstige Marktführer bei Autos in den letzten Jahren verschlafen hat, als er sich auf dem Erfolg in der Branche ausruhte.

Doch es bleibt weiterhin bei großen Worten und warnenden Ansagen, es fehlt an konkreten Taten und vor allem den Details zur Strategie. Welche Modelle fallen weg? Wo wird im Konfigurator ausgemistet? Wie will man technologisch wieder führend sein, wenn das einzige Ziel derzeit auf massive Entlassungen abzielt?

Fragen, die es in den nächsten Monaten und Jahren zu beantworten gilt. Bleibt zu hoffen, dass der VW-Konzern diese Zeit hat und nicht den Anschluss verliert.

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