Das Pilotprojekt OctoFlexBW nutzte 700 Elektroautos, um das Stromnetz durch verschobene Ladezeiten zu stabilisieren.

In Baden-Württemberg wurden private E-Autos erstmals im größeren Maßstab in den sogenannten Redispatch eingebunden. Laut Angaben der beteiligten Unternehmen erfolgte die Netzstabilisierung allein durch zeitlich angepasste Ladevorgänge, ohne dass Nutzer Eingriffe bemerkten.

Bisher war Redispatch vor allem Aufgabe großer Kraftwerke, die ihre Leistung anpassen, um Engpässe auszugleichen. Im Projekt von TransnetBW und Octopus Energy übernehmen nun vernetzte Fahrzeuge diese Funktion teilweise digital.

Redispatch 3.0: E-Autos als flexible Stromverbraucher

Zentrale Punkte des Projekts:

  • 700 Fahrzeuge als virtuelles Kraftwerk
  • Verschiebung der Ladezeiten statt Rückspeisung
  • Keine spezielle Hardware erforderlich
  • Steuerung über intelligente Tarife und Plattformen

Technisch werden Ladevorgänge in weniger ausgelastete Zeitfenster verlagert. Ein bidirektionales Laden ist dafür nicht notwendig, stattdessen genügt laut Unternehmen eine steuerbare Wallbox und ein Smart Meter.

Nach Unternehmensangaben könnten große E-Auto-Flotten relevante Beiträge leisten und einen Teil des bisherigen Redispatch-Bedarfs abdecken. Folgeprojekte mit mehr Fahrzeugen und weiteren Anlagen sind bereits geplant.

Ich sehe in dem Ansatz eine pragmatische Ergänzung zur Energiewende, deren Erfolg stark von Infrastruktur und Regulierung abhängt.


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  1. Robin 🏆

    Ich gehöre zu einem der 700 (wobei mir die Zahl als sehr gering vorkommt). Octopus Energy ist sehr zu empfehlen, bin dort seit Ende 2024.

  2. Sam 🏆

    Wenn man das bei Bedarf auch ausschalten kann, definitiv eine bessere Lösung als Strom wieder aus den Akkus rauszuziehen. Und in 99,9% der Fälle wird man das aktiv lassen. Nur wenn man mal ausnahmsweise aus welchen Gründen auch immer mal nachts vollgeladen sein muss, sollte das eben auch möglich sein.

    1. Robin 🏆

      Kann man deaktivieren, ja.

  3. Holzkopf 🌟

    was ist da jetzt der unterschied zum dynamischen Stromtarif? ich dachte der bildet genau das ab?

    1. Oliver ☀️

      Nix. Nur dass die Steuerung durch den Netzbetreiber erfolgt anstatt über dich selbst (weil du billiger laden willst). Ergebnis ist exakt das selbe.

      Ggf. hat aber der Netzbetreiber noch ein paar zusätzliche Daten über die Auslastung der Netze die sich nicht 1:1 im Preis abbilden. Wer weiß. Aber im Ergebnis wird es wohl recht ähnlich sein.

  4. Hazz 🔅

    Wenn ein paar E-Autos das Stromnetz stabilisieren können, sollte man sich eher um die Stärkung des Stromnetzes kümmern und mehr Kraftwerke bauen, als Privatpersonen das Laden zu gewissen Zeiten zu verbieten. Da fragt man sich wirklich wie das bei einem vollständigen Switch von Verbrenner zu E-Fahrzeuge laufen soll.

    1. Stefan 🏅

      Wieso verbieten? Hier steht heimlich ohne dass der Kunde es merkt…

      Hast selber kein eAuto oder? Wann das eauto lädt ist mir eigentlich schnuppe, solange es relativ günstig ist. Also anstecken und den Betreiber bestimmen wann das bissl was fehlt (bis auf 80%) aufgeladen ist… Bis zum nächsten Morgen findet sich da sicherlich ein guter Zeitslot!

      1. ChrisH 🌟

        Naja, mittelfristig kommt das ja für alle wenn nur genügend BEV im Markt sind, denn dann wird allein die Versorgung aufgrund des Kabelquerschnitt in der Straße die begrenzende Größe, vor allem wenn dort noch genügend Wärmepumpen betrieben werden. Das ist sicher auch der Grund, warum nur Wallboxen gefördert wurden, die genau das ermöglichen.
        Alternative wäre dann nur noch, ab einer gewissen Anzahl der Wallboxen in einen Gebiet keine neuen mehr zuzulassen.
        Und die Kommunen sind nicht wirklich interessant hier in dickere Kabel zu investieren. Bei mir wurde erst die komplette Straße saniert, incl. Versorgungsanschlüsse, der Kabelquerschnitt wurde allerdings nicht angepasst.

    2. faceofingo 🌀

      Es wird nicht wirklich verboten. Du kannst dein Auto laden, wann Du möchtest, Du zahlst dann halt etwas mehr. 😡

    3. Neuhier 🔆

      Du hast „FREIHEIT“ vergessen.

      Da fragt man sich wirklich wie das bei einem vollständigen Switch von Verbrenner zu E-Fahrzeuge laufen soll.

      Ja, ich denke genau darum ging es in dem Projekt!

    4. Ronald 🔅

      Wieder jemand mit viel Meinung, aber wenig Ahnung!

      …und mehr Kraftwerke bauen,…

      Gaskraftwerke für den Redispatch stehen (lt. Gemini) zu 85 – 95% still und sind nur zu 5 – 15% im Betrieb.
      Wenn du persönlich die Unterhaltskosten für einen des teuersten Stromerzeugers übernimmst, bitte sehr!
      Oder vielleicht ist auch dein wahrer Name einfach nur Katherina Reiche?

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