So sieht die neue Strategie von Porsche aus

Porsche hat heute seine Strategie „Sportwagenschmiede 35“ präsentiert und neue Details genannt, auch wenn schon sehr viel darüber berichtet wurde. Eine große Überraschung gibt es nicht und man kann es eigentlich kurz zusammenfassen.

Porsche: Weniger Autos, mehr Gewinn

Die VW-Marke verkauft immer weniger Autos und rechnet nicht damit, dass man mittelfristig wieder mehr verkauft, also will man mehr pro Auto verdienen und sich „unabhängiger vom Volumen machen“. Schon bei unter 200.000 Autos pro Jahr peilt man einen Gewinn an und die Rendite soll irgendwann bei 15 Prozent liegen.

Waren es 2023 also noch weit über 300.000 Autos pro Jahr, so bereitet man sich auf ein gutes Drittel weniger vor. Gleichzeitig will Porsche die aktuelle operative Umsatzrendite verdreifachen und sehr nah den Rekordwert von 2023 kommen.

Nächste Schritte? Der 718er wird elektrisch (sollte ja schon viel früher kommen) und der Macan kommt als Verbrenner zurück. Oder jedenfalls ein SUV in dieser Größe, der auf dem Audi Q5 basiert, ob er Macan heißt, ist offen. Dauert aber noch beides bis zum Modelljahr 2028. Das wird also frühestens in einem Jahr relevant.

Danach folgen „weitere Produktneuheiten in den besonders margenstarken D- und E-Segmenten“, also größer, teurer und schwerer. Porsche plant ja einen SUV über dem Cayenne, der einst elektrisch geplant war, jetzt aber ein Verbrenner wird.

Mehr Individualisierungen, mehr „sportlicher Luxus“, mehr Verbrenner und ein 911er als Vorzeigemodell und kein Taycan als Elektroauto, so kann man es knapp sagen.

Porsche: Ein neues Flaggschiff kommt

Porsche strebt außerdem „20 Prozent weniger Modellvarianten“ an und will fast die Hälfte in Zukunft im D- und E-Segment verkaufen. Es kommt zusätzlich mal wieder ein Sportwagen, der sich über dem 911er positioniert, also ein echtes Flaggschiff.

Um Kosten zu senken, arbeitet man enger mit Audi zusammen, Porsche setzt in erster Linie auf die PPE- und PPC-Plattformen für die kommenden Neuheiten.

In der Pressemitteilung präsentiert sich Porsche-Chef Michael Leiters mit einem 911er, der Taycan wird kein einziges Mal darin erwähnt und statt den elektrischen Macan in den Mittelpunkt zu rücken, wirbt man mit einem Verbrenner für 2028.

Porsche hat die Zeit wirklich um ein Jahrzehnt zurückgedreht und hofft, dass man „an die gute alte Zeit“ anknüpfen kann. Dieser Wandel kostet Geld, sehr viel Geld, und Zeit. Und dann kommen auch nur Ableger eines Standard-SUVs von Audi.

Wenn dieser Plan nicht aufgeht, dann könnte das ernste Probleme für Porsche haben, das muss funktionieren. Die Ironie ist, dass Porsche gegen den Trend der Branche schwimmt, mal wieder. Vielleicht war man etwas zu früh und auch etwas zu Ambitioniert bei Elektroautos, aber Verbrenner sind wahrlich nicht die Zukunft.

Als 911er ja, von mir aus, da lasse ich mit mir reden. Ich kenne einige, deren Job ein bisschen vom Erfolg der Zuffenhausener abhängt, aber ich bin nicht optimistisch.


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  1. Chris 👋

    Als Cariad Mitarbeiter bin ich genau so jemand, der vom Erfolg dieser „Strategie“ abhängt und kann den Kollegen auch wirklich nur alles erdenklich Gute wünschen 🙈

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