Apple Pay: Meine Erfahrungen im Alltag

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Apple Pay

Seit genau einer Woche ist Apple Pay in Deutschland verfügbar. Ich habe es seitdem intensiv genutzt. Meine Erfahrungen dazu findet ihr in diesem Beitrag.

Zunächst einmal sei erwähnt, dass ich vor dem Start von Apple Pay, immer wenn es möglich war, meine Einkäufe kontaktlos bezahlt habe. Meist mit meiner Curve-Karte. Als Fallback habe ich aber auch noch einen kontaktlose Girocard von Yomo einstecken, denn beim Friseur, Tierarzt oder in der Apotheke komme ich mit einer Mastercard leider noch nicht weit.

Ich habe mich auf Apple Pay genauso gefreut, wie auf Google Pay. Ich denke, diese Dienste bringen das kontaktlose bzw. bargeldlose und sichere Bezahlen voran. Dass „mobile Payment“ ein großes Thema wird, war seit Jahren klar.

Die Banken und Sparkassen haben es nur seit Jahren nicht geschafft, brauchbare und Massenmarkt-taugliche-Lösungen auf die Beine zu stellen. Nun kommen eben Google und Apple und machen es „einfach“ – was nicht allen passt.

Apple Pay: Einrichtung leicht gemacht

Ich bin zum Glück Kunde bei mehreren Banken bzw. Zahlungsabwicklern, die Apple Pay unterstützen. In meinem Fall sind das N26, die Fidor Bank und auch VIMPay. Letzteres könnte auch eine gelungene Brücke für all diejenigen sein, deren Bank bei Apple Pay noch nicht mitmacht.

Apple Wallet Pay

Wallet auf dem iPhone mit drei Karten für Apple Pay

Die Einrichtung von Apple Pay erfolgte bei allen Anbietern in etwa 10 Sekunden. Ein Klick auf „Zu Apple Wallet hinzufügen“ innerhalb der jeweiligen Apps ist dabei die größte Aufgabe für den Nutzer. Es sei denn, man hat noch zwei Stunden Zeit und ausreichend Lust, sich die Benutzungsbedingungen durchzulesen.

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Apple Pay: So richtet ihr den Dienst ein und nutzt ihn11. Dezember 2018

Bezahlen mit Apple Pay

Mit Apple Pay kann ich unter anderem mit dem Smartphone bezahlen oder auch mit meiner Smartwatch. Beides kann nützlich sein, je nach Einsatzort. Das Bezahlen mit dem Smartphone hat mich ehrlich gesagt im Vorfeld kaum gereizt, denn ob ich nun eine kontaktlose Karte oder ein Smartphone an der Kasse aus meiner Tasche holen muss, machte in meinen Gedanken keinen großen Unterschied.

Ja, ein Smartphone habe ich im Zweifel schneller in den Fingern, als ich die Karte aus meinem Slim Wallet holen, aber der Komfortgewinn hält sich für mich eben in Grenzen.

Apple Pay Bezahlen

Mit dem iPhone und Apple Pay bezahlen

Was ich dabei allerdings nicht bedacht hatte: In einigen Geschäften habe ich mein Smartphone sowieso in der Hand, um eine Kundenkarte scannen zu lassen. Das ist zum Beispiel bei IKEA, Rossmann oder allgemein bei Payback-Partnern der Fall. Dann ist der Ablauf beim Bezahlen mit dem Smartphone sehr stimmig und es geht sogar schneller, als wenn ich erst das Smartphone wieder einstecken würde, um dann mit der Smartwatch zu bezahlen.

Falls „Bring!“ die kürzlich hinzugefügten Kundenkarten auch auf der Smartwatch platziert, sehe das also wieder etwas anders aus. Die müssten dann aber auch direkt ins Wallet, statt in die eigene App. Stocard macht das zum Beispiel, die Karten sind im Wallet auf der Uhr aber nicht mehr unterscheidbar und somit für mich nicht über das Wallet nutzbar.

Stocard Wallet Fail

Stocard im Wallet auf der Apple Watch

Vorteil Apple Watch

Immer dann, wenn es nur um das reine Bezahlen geht und ich keine Kundenkarte scannen lassen möchte, nutze ich eine Apple Watch Series 4 zum Bezahlen. Da liegt dann gleichzeitig auch der größte Vorteil von Apple Pay für mich.

Wenn ich bei Lidl an der Kasse stehe und meine Waren schneller über den Scanner wandern, als ich meinen Beutel damit befüllen kann, ist es doch recht angenehm, nicht zusätzlich noch am Slim Wallet hantieren zu müssen. Außerdem erfolgt die Zahlung mit Apple Pay immer deutlich schneller, als mit kontaktlosen Karten.

Apple Pay Mastercard Watch

Mit der Apple Watch bezahlen

Dass Apple Pay CDCVM unterstützt und die Eingabe der PIN auch bei größeren Summen entfällt, finde ich sehr gut. Auch fiel mir auf, dass es stets problemlos möglich war, mit der Uhr bequem an die Terminals zu gelangen. Hier hatte ich im Vorfeld etwas Sorge.

Die Zahlterminals hängen aber meist relativ niedrig, aufgrund einer möglichen PIN-Eingabe. Selbst bei Terminals, welche das Kontaktlosfeld an der Seite habe, gab es keine Probleme, zumindest dann, wenn man wie ich die Uhr am linken Handgelenk trägt.

Apple Pay in Apps und im Web

Apple Pay ist nicht nur für das Bezahlen mit dem Smartphone oder der smarten Uhr im lokalen Geschäft gedacht, sondern auch für das Bezahlen in Apps und auf Webseiten.

So konnte ich zum Beispiel meinen Revolut-Account mit Apple Pay in wenigen Sekunden aufladen. Wer sich mal anschauen möchte, wie das Ganze in der Praxis ausschaut, kann hier bei Apple eine Testzahlung durchführen (die nicht belastet wird).

Revolut Apple Pay

Revolut mit Apple Pay aufladen

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Einige eher negative Punkte mit Apple Pay habe ich auch erlebt. Oft schauen die Kassierer/innen etwas komisch, wenn ich mit der Uhr bezahle. Damit habe ich überhaupt kein Problem.

Man merkt allerdings schon, dass bei vielen Kassenkräften das Basiswissen fehlt. Da geht es dann nicht darum, ob Apple Pay funktioniert oder nicht (es funktioniert oft sowieso), sondern da wird es schonmal für nahezu unmöglich gehalten, dass es heutzutage bereits möglich ist, mit einer Uhr zu bezahlen.

Ein „WAS HABEN SIE DA GERADE GEMACHT?“ in strengem Ton kommt einem durchaus häufiger unter. Cool bleiben und am besten einen vorformulierten Erklärbär-Hinweis abspulen ist dann der beste Weg. Schlaumeierkommentare von intoleranten Warteschlangenmitmenschen kommen auch mal vor, aber zum Glück eher selten.

„Mit Karte bitte!“

Da ich keine Lust habe mich irgendwie zu erklären oder Zeit mit einem Gespräch über mein Bezahlverfahren zu vergeuden, sage ich in jedem Fall an der Kasse „Mit Karte bitte!“ und der Rest klappt dann so, wie es soll.

Im Grunde ist das ja auch nicht falsch, denn Apple Pay und Co. sind am Ende auch nur eine Zahlkarte in digitaler Form.

Apple Pay Wallet Watch

Zahlungen mit der Apple Watch in der Watch-App

Softwarefehler

Auch haben einige Handelsunternehmen ihre Terminals noch nicht korrekt konfiguriert, sodass diese beim Bezahlen mit Apple Pay (und auch Google Pay) nicht so reagieren, wie sie sollen.

Bei Globus hängt sich zum Beispiel das Terminal gerne mal komplett auf oder fordert eine eigentlich nicht benötigte PIN. Bei IKEA besteht Terminal und Kassierer/in auf eine zusätzliche Unterschrift für einen Lastschrifteinzug, obwohl die Zahlung längst durch ist. Das ist nicht optimal, aber zu verschmerzen.

Push-ception und Rückerstattungen

Was ich noch als etwas störend empfinde, sind die doppelten Push-Meldungen beim Bezahlen. Auf der einen Seite möchte ich jederzeit per Push-Meldung darüber informiert werden, wenn ich mit Apple Pay oder meiner Karte bezahle, auf der anderen Seite möchte ich diese Info nicht immer doppelt haben. Hier wäre es wünschenswert, wenn die jeweilige Bank eine Option anbieten würde: Keine Push-Meldung bei Zahlung mit Apple Pay (oder so etwas in der Art).

Was ich noch nicht ausprobiert habe, ist eine Rückerstattung über Apple Pay. Als ich neulich bei IKEA ein Teil zurückgegeben habe, wurde mir der Betrag unkompliziert auf meine Curve-Karte gutgeschrieben. Das soll mit Apple Pay auch funktionieren. Laut Apple kann der Mitarbeiter den Einkauf anhand der Geräteaccountnummer ermitteln und die Rückgabe einleiten.

Hallo Zukunft!

Apple Pay ist nicht neu. Mit ein wenig Mühe konnte man es auch hierzulande bereits seit geraumer Zeit nutzen. Das war nichts für mich. Ich bin erst jetzt, nach dem offiziellen Start eingestiegen und kann nach einer Woche sagen: Hallo Zukunft. Genau so muss das funktionieren.

Sowohl mit einem iPhone, als auch mit der Apple Watch ist die Zahlung schnell und unkompliziert möglich. Von der Einrichtung bis zur Nutzung an der Kasse ist die Erfahrung mit Apple Pay einfach ziemlich rund.

Eure Erfahrungen?

Mich würde nun interessieren, wie eure Erfahrungen mit Apple Pay bisher waren. Lief alles rund? Welche Probleme fallen euch auf oder wo seht ihr Verbesserungspotential?

Da viele von mir genannte Punkte auch für andere Dienste wie Google Pay zutreffen, könnt ihr auch dazu gerne Feedback in den Kommentaren hinterlassen.

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