Das langsame „Ende“ der Elektroautos von Nio

Nio verkauft weiterhin Elektroautos in Deutschland und Europa, ist damit aber, auch mit der neuen Billig-Marke Firefly, überhaupt nicht erfolgreich. Man wächst derzeit, aber fast nur in China, der Fokus von Nio liegt komplett auf dem Heimatmarkt.

Bei uns war immer mal wieder von einer Art Neustart die Rede, aber es deutet sich derzeit eher an, als ob Nio fast schon auf ein Ende zusteuert. Wie EV exklusiv berichtet, sieht die kurzfristige Zukunft von Nio in Europa überhaupt nicht gut aus.

Nio hat kein Interesse an Europa

Neue Modelle kommen nicht vor 2027, größere Modelle kommen gar nicht zu uns, die neue NT2.5-Plattform wird noch dauern, die bereits aktuellere NT3-Plattform startet nicht vor 2028 und neue Akkutauschstationen sind auch nicht vorgesehen.

Das Lineup von Nio ist veraltet und teuer, Preisnachlässe sind auch keine Option, auch wenn sie bitter nötig wären. Man hofft also, dass man das alte Inventar, was in China jetzt keiner mehr haben möchte, zu überteuerten Preisen in Europa loswird.

Nio blickt auf miserable Zulassungszahlen, Firefly ist schlecht gestartet und die neue Marke Onvo kommt wohl ohne den Akkutausch, so muss man nicht die neue Technik dafür in Europa aufbauen. Wenn sie überhaupt in Europa starten wird.

Angeblich sei Nio für mehr Marketing bereit, aber nur, wenn sich die alten Modelle verkaufen, was ironisch ist, da sie sich ohne Marketing kaum verkaufen. Und bei der Software geht man laut Quelle auch keine Probleme an, die seit Monaten bestehen.

Das Budget für Europa lässt nicht mehr viele Updates zu, erst Ende 2026 soll es ein größeres Update bei Nio für die Autos geben. Wurde man einst als Alternative für Tesla gesehen, die mehr Premium ist, so ist Nio mittlerweile weit abgeschlagen.

Und mit 45 Autos im April ist man quasi schon am „Ende“. Deutschland, was einst ein Kernmarkt sein sollte, verzeichnete laut Quelle nur eine Zulassung letzten Monat. Und ich gehe fast davon aus, dass das von einem Mitarbeiter von Nio war.

Der große Traum von Europa platzt

In China herrscht ein harter Preiskampf und der Automobilmarkt schwächelt, viele Marken hofften, dass sie daher ganz entspannt die höheren Margen bei uns in Europa mitnehmen können. Doch sehr viele Marken sind bisher damit gescheitert.

Einige haben daraus gelernt und passen sich an, sei es mit mehr Auswahl und mit Hybriden, oder mit attraktiven Preisen, um bekannt zu werden. Oder Marketing. Nio macht nichts davon. Und von alleine verkaufen sich die Elektroautos auch nicht.

Es würde mich also nicht wundern, wenn sich Nio ab 2027 nach und nach aus dem ein oder anderen Land in Europa zurückzieht und geplante Expansionen doch auf Eis legt. Mit dieser Strategie wird Nio bei uns jedenfalls keine Chance mehr haben.

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