Elektroautos im Privatmarkt: Eigentümer fahren vor, Mieter bleiben zurück

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Die HUK-COBURG legt mit dem neuen HUK-E-Barometer eine quartalsgenaue Analyse zum privaten Umstieg auf Elektroautos vor.

Das neue HUK-E-Barometer misst die Entwicklung, Verbreitung und Akzeptanz rein elektrischer Fahrzeuge in der deutschen Privatbevölkerung. Grundlage sind interne Daten von über 14 Millionen versicherten Fahrzeugen, was einem Marktanteil von knapp einem Viertel der privat zugelassenen Pkw entspricht.

Ergänzend werden quartalsweise rund 4000 Personen im YouGov-Panel befragt. Die Ergebnisse sind nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet und repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren.

Erstmals lässt sich damit die tatsächliche Umstiegshäufigkeit von Verbrennern auf reine Elektroautos abbilden, statt nur Neuzulassungen zu betrachten, unter denen sich auch viele gewerbliche Fahrzeuge befinden. Laut Vorstand Dr. Jörg Rheinländer soll so insbesondere die Dynamik in der privaten Zielgruppe sichtbar werden.

Umstiegsquote, regionale Unterschiede und Markenpräferenzen im Überblick

Im vierten Quartal 2025 lag die Umstiegsquote bei 6,3 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel und damit so hoch wie seit Ende 2022 nicht mehr. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich mit 5,5 Prozent der bislang höchste gemessene Jahreswert. 15 Prozent der Wechselwilligen planen in den kommenden zwei Jahren einen Umstieg auf ein reines E-Auto.

Großstädter ab 500.000 Einwohner wechseln seltener als der Bundesschnitt, 4,6 gegenüber 5,5 Prozent. Außerhalb der Großstädte liegt die Quote bei 5,6 Prozent. Düsseldorf erreicht als einzige Großstadt den Bundesschnitt, während Starnberg mit 10,0 Prozent bei den Landkreisen führt. Beim Bestand liegt Stuttgart mit 4,8 Prozent über dem Bundesschnitt von 3,5 Prozent.

Zentrale Strukturdaten laut HUK-E-Barometer

Umstiegsquote und lokale Ergebnisse

Umstiege von Autos mit Verbrennungsmotor zu reinen Elektroautos | Quelle: HUK-E-Barometer

Stadt vs. Land, Eigentum vs. Miete

Verteilung des E-Auto-Besitzes auf Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter | Quelle: HUK-E-Barometer

Marken, Kosten und Wechselgründe

Anteil einzelner Marken an der Gesamtheit der im Rahmen von Fahrzeugwechseln erfolgten Umstiege von Autos mit Verbrennungsmotor zu reinen Elektroautos | Quelle: HUK-E-Barometer

Ich halte das HUK-E-Barometer für ein methodisch interessantes Instrument, weil es den privaten Markt differenziert abbildet und strukturelle Faktoren wie Wohneigentum und Stellplatz systematisch sichtbar macht.

Elektroauto als Wohlstandsfrage?

Die Ergebnisse zeigen demnach eine deutliche soziale Schieflage auf dem privaten Markt für Elektroautos. Wer im eigenen Haus lebt und über eine Garage oder zumindest einen festen Stellplatz verfügt, hat ganz andere Voraussetzungen für den Umstieg als ein Mieter in der dicht bebauten Großstadt. Ladeinfrastruktur ist eben nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Besitzverhältnisse.

Besonders auffällig ist für mich der Widerspruch zwischen Haltung und Handlung: Großstädter bewerten Elektroautos deutlich positiver, steigen aber seltener um. Das spricht weniger gegen die Akzeptanz als gegen fehlende praktische Möglichkeiten. Wer auf der Straße parkt und keinen gesicherten Ladepunkt hat, trägt ein höheres Alltagsrisiko und hat somit auch höhere Hürden.

Da 81 Prozent der privaten E-Autos von Immobilienbesitzern gefahren werden, ist Elektromobilität im Privatmarkt derzeit stark an Eigentum gekoppelt. Dadurch werden bestehende Unterschiede zwischen Eigentümern und Mietern sowie zwischen urbanen und ländlichen Räumen verstärkt. Dieser Zustand ist nicht neu und scheint sich zu verfestigen.

Aus meiner Sicht wird der Hochlauf der Elektromobilität deshalb nur dann wirklich breitenwirksam, wenn die Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum systematisch ausgebaut wird. Andernfalls bleibt das Elektroauto vor allem dort verbreitet, wo Eigentum, Platz und Planbarkeit ohnehin vorhanden sind.

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