Erste Eindrücke vom Blackberry Torch 9800

Vor ein paar Tagen habe ich einen Blackberry Torch 9800 zum Testen erhalten und für mich ist es seit knapp einem Jahr mal wieder der erste Kontakt mit dem Blackberry OS von RIM. Ich war ehrlich gesagt nie ein Fan von dem OS, die Geräte haben sich sicherlich wunderbar für Geschäftskunden geeignet, als normaler Konsument konnte ich für meinen Teil jedoch nie etwas mit dem Portfolio anfangen.

Dazu kam, dass mein letzter Kontakt ein Blackberry Storm war und ich einfach der Meinung bin, dass sich das OS nicht so optimal für ein reines Touchscreen-Smartphone eignet, es ist viel zu überladen. Doch seit ein paar Tagen habe ich ein Blackberry Playbook im Einsatz und da bietet sich die Kombination ein Blackberry als Smartphone wirklich an, in meinem Fall ist das der Torch 9800 geworden.

RIM hat beim Torch übrigens vor ein paar Wochen ein kleines Update nachgeschoben und den Torch 9810 angekündigt, dieser wird mein Modell dann in den kommenden Wochen ablösen. Die Unterschiede bei der Hardware liegen aber hauptsächlich im Detail und unter der Haube, der Nachfolger hat zum Beispiel einen schnelleren Prozessor spendiert bekommen.

Doch kommen wir mal zum ersten Eindruck, der Torch 9800 ist eine Kombination aus Touchscreen und Tastatur, die vollständige Qwertz-Tastatur kommt jedoch nur zum Einsatz, wenn man sie hervorschiebt. Über die Verarbeitung kann man absolut nicht meckern, hier sitzt alles fest und es gibt kein Wackeln beim Slider-Mechanismus. Die Tasten auf der Frontseite besitzen einen sehr guten Druckpunkt und auch die Tastatur kann sich sehen lassen, denn obwohl sie doch sehr kompakt ist, lässt sich dank leicht gewölbten Tasten gut auf dieser schreiben.

Bei der Verarbeitung kann das Gerät also meiner Meinung nach punkten, da habe ich bei Blackberry aber mit nichts anderem gerechnet, leider ist der Torch mit seinen 161 g (inklusive Akku) nicht gerade leicht. Viel spannender war für mich das OS: Die neuste Version Blackberry OS 6.0. Allerdings kann man das ja auch nur vollständig nutzen, wenn man einen entsprechenden Tarif hat – habe ich aber nicht. Und meiner Meinung nach gibt es da heutzutage auch genug Alternativen und es ist vielleicht nicht mehr zeitgemäß solche Extras extra zu verkaufen, aber das ist ein anderes Thema.

Das OS ist auf jeden Fall ganz schick und man bekommt auf dem Homescreen wirklich alle Informationen, die man nur angezeigt bekommen kann, angezeigt. Das Menu ist auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, wirkt aber erst mal aufgeräumt. Klingt vielleicht erst mal ganz positiv, Ich bleibe aber bei der Meinung, dass diese Oberfläche für Neulinge zu viele Informationen bietet, denn auf den zweiten Blick wirkt alles sehr überladen und verschachtelt.

Beispiel? Kurz auf die Uhrzeit am oberen Bildschirmrand geklickt und man bekommt eine Auswahl an Optionen, so zum Beispiel die für die Regelung von Wlan. Der kleine Kasten für das Häkchen ist aber so klein, dass ich nicht selten Bluetooth (de-) aktiviert habe. Nur ein Beispiel, doch dieses User Interface zieht sich natürlich durch das komplette System und auch wenn man es verbessert hat, es ist am Anfang erst mal unübersichtlich.

Als langjähriger Blackberry-Nutzer hat man hier aber sicher seine Freude, ich hatte sie aber erst mal nicht. Dazu kommt, dass der Bildschirm mit 3,2’’ nicht gerade der größte ist und das Klicken von bestimmten Menupunkten einfach zu viel Konzentration erfordert.

Vielleicht liegt es daran, dass ich noch nie lange einen Blackberry im Einsatz hatte, aber ich finde das OS ist einfach nicht für Touchscreens optimiert. Es lässt sich nutzen, hat aber seine Schwächen. Ich würde an dieser Stelle vielleicht mal den Vergleich mit Symbian ziehen, als langjähriger Nutzer des OS komme ich auch auf Geräten wie dem N8 super damit zurecht und kenne die Tricks, Neulinge müssen hier aber erst mal viel Zeit investieren.

Das war auch einer der Kritikpunkte beim E6, ein gutes Gerät für einen Vergleich mit dem Torch 9800, denn beide haben ein OS, was nicht für einen Touchscreen gedacht war und diesen weil es modern ist einfach „ausgezwungen“ bekommen. Klingt vielleicht etwas extrem und ist Ansichtssache, so ist jedoch meine subjektive Meinung dazu.

Ein Blackberry kann mächtig sein, nutzt man ihn richtig und nimmt sich viel Zeit für alle Funktionen, dann ist er vielleicht auch noch das beste Arbeitsgerät. Das ist Symbian übrigens auch. Doch den Markt für Einsteiger wird man damit weiterhin nicht erobern und dieser wächst momentan eben ganz schön schnell und wird daher auch von Android und iOS dominiert.

Ein anderer Fall ist übrigens das Playbook, hier wurde das OS komplett neu gestaltet und an das Gerät angepasst, hier gefällt mir Blackberry OS sogar richtig gut. Vielleicht hätte man sich bei RIM auch einfach für einen Neuanfang entscheiden sollen, Microsoft hat das mit Windows Phone 7 gerade noch rechtzeitig gemacht und für Symbian ist es jetzt schon zu spät. Ich denke RIM wird eine solche Entscheidung in den nächsten 1-2 Jahren ebenfalls in Betracht ziehen müssen, im Moment macht man aber erst mal wie gewohnt weiter, noch hat man schließlich einen sehr guten Marktanteil in den USA.

Einen ausführlicheren Bericht hat René bereits vor fast einem Jahr geschrieben, dort bekommt ihr auch sämtliche Details zu den technischen Spezifikationen. Ich werde mir in den kommenden Tagen dann vor allem mal Blackberry Bridge anschauen, ein Feature bei dem man bestimmte Funktionen des Smartphones mit dem Tablet bedienen kann.

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