EU plant Elektro-Zwang für Firmenwagen und die Automobilbranche läuft Sturm

Die EU-Kommission will mit neuen Vorgaben den Anteil emissionsfreier und emissionsarmer Fahrzeuge in Firmenflotten erhöhen. Der Industrie passt dieser Elektro-Zwang gar nicht.

Die EU-Verkehrsminister beraten am Montag in Luxemburg über eine geplante Verordnung für saubere Firmenwagen. Der Vorschlag war bereits Ende 2025 im Rahmen des europäischen Automobilpakets vorgestellt worden.

Hintergrund ist die hohe Bedeutung von Unternehmensflotten, die laut EU-Kommission rund 60 Prozent aller neuen Pkw und bis zu 90 Prozent der Transporter in der Europäischen Union ausmachen.

Ab 2030 sollen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass große Unternehmen verstärkt emissionsfreie oder emissionsarme Fahrzeuge einsetzen. Wie dies umgesetzt wird, können die einzelnen Länder selbst entscheiden. Denkbar sind laut EU-Kommission unter anderem steuerliche Anreize oder Ausnahmen bei Mautgebühren.

Widerstand gegen die geplante Firmenwagen-Regelung

Verbände aus der Automobilbranche, der Leasingwirtschaft und dem Transportsektor kritisieren die Pläne. In einem gemeinsamen Positionspapier wird laut Branchenvertretern bemängelt, dass zusätzliche Vorgaben keine Lösung seien. Stattdessen verweisen die Verbände auf Defizite bei der Ladeinfrastruktur, hohe Strompreise und sinkende Restwerte von Elektroautos.

Wichtige Punkte der Pläne:

  • Regelung betrifft zunächst große Unternehmen ab 250 Beschäftigten
  • Auch Plug-in-Hybride gelten als emissionsarm
  • Mitgliedstaaten entscheiden über die konkrete Umsetzung
  • Förderungen sollen auf in der EU produzierte Fahrzeuge beschränkt werden

Kleine und mittlere Unternehmen sind nach den bisherigen Plänen zunächst ausgenommen. Zudem sollen staatliche Förderungen künftig nur Fahrzeugen zugutekommen, die sowohl emissionsarm oder emissionsfrei sind als auch innerhalb der EU hergestellt werden.

Ich halte die Debatte für bemerkenswert, weil sich zeigt, wie unterschiedlich Politik und Industrie den Weg zur weiteren Elektrifizierung des Verkehrs bewerten.


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  1. Carlo 🔅

    Planwirtschaft?

    1. Julian II. 🏅

      Nein! Politischer Lenkungsauftrag.

  2. Julian II. 🏅

    „Hohe Strompreise“ werden nicht das Problem sein. Eher die Konkurrenz abseits eingesessener Hersteller und die schlechten Wiederverkaufspreise.

    Völlig falsche eigennützige Gründe.
    Man könnte ja sinnvolles fordern , aber neeeeiiin. ….

  3. gast 🌀

    Eigentlich müsste dieses Problem doch nachfrageinduziert bereits gelöst. Von den immer vorhandenen Edge Cases abgesehen, sollte doch jeder normale Dienstwagenfahrer bei seinem Dienstherren auf Elektro pochen. 0,25% zu 1% ist Faktor 4! Wie sehr muss man Benzin, bzw. die Dämpfe lieben, um das weiterhin verbrennen zu wollen?

  4. Alexander 👋

    verrückte Idee im Zusammenhang zum vorherigen Beitrag, Greenpeace Tempolimit-Aktion.
    das vorgeschlagene Tempolimit würde nicht für Elektro Vehikel gelten dann würde sich die Industrie evtl eher darauf einlassen.

  5. Holzkopf 🌟

    > Auch Plug-in-Hybride gelten als emissionsarm
    Dann ist es doch sowieso nur fake

    1. VW-fan 🏅

      Man müsste halt auswerten wieviel Prozent elektrisch gefahren wird. Wäre jetzt technisch kein Hexenwerk… In meinem Fall fahre ich mit meinem Plugin-Hybrid mehr als 90% elektrisch.

      1. Julian II. 🏅

        Genau. Oder wie bei meinem alten Arbeitgeber einen maximalen Verbrauch auf 100km innerhalb der Nutzungsdauer. Alles darueber wurde bei uns dann mit einer „CO2-Abgabe“ berechnet. Und selbst dieser Durchschnittsverbrauch war gut machbar, obwohl ich noch einen PHEV hatte der nur 30km elektrisch kam.

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