Hacker manipulieren Supermarkt-Kühlanlagen in Europa

Foto: JC Gellidon

Mehrere europäische Supermarktketten melden mutmaßliche Cyberangriffe, bei denen Unbekannte die Temperaturen von Kühlanlagen manipuliert haben.

Betroffen sind nach Berichten von Reuters und Bloomberg unter anderem Geschäfte in Belgien, Schweden, Luxemburg und Estland. In einzelnen Märkten wurden die Temperaturen von Kühl- und Gefrieranlagen offenbar aus der Ferne verändert. Das kann dazu führen, dass gelagerte Lebensmittel verderben und entsorgt werden müssen.

Supermarkt-Kühlanlagen auf bis zu 50 Grad erhitzt

Besonders auffällig ist ein Vorfall bei ICA Kvantum in Schweden. Ein Markt berichtete auf Facebook, dass seine Kühl- und Gefrieranlagen über Nacht gehackt worden seien. Die Temperatur sei dabei auf 50 Grad Celsius angehoben worden.

Auch die schwedische Supermarktkette Coop bestätigte gegenüber Business Insider unbefugte Zugriffe auf die Kühlsysteme eines kleinen Teils ihrer Filialen. Der Handelskonzern Ahold Delhaize wiederum erklärte, dass ein IT-Vorfall die Temperaturen von Kühlanlagen in Dutzenden Supermärkten in Belgien und Luxemburg verändert habe.

Das vollständige Ausmaß der Vorfälle ist bislang nicht geklärt. Ebenso ist offen, ob sämtliche Angriffe miteinander zusammenhängen.

Bereits im Oktober waren Hunderte Kühlanlagen französischer Supermärkte offenbar Ziel eines Cyberangriffs geworden. Der Schaden durch verdorbene Lebensmittel wurde auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Auch bei Kühlanlagen auf US-Militärstützpunkten gab es verdächtige Störungen.

Viele moderne Supermarkt-Kühlanlagen sind mit dem Internet verbunden. Das ermöglicht Fernwartung und automatische Störungsmeldungen, schafft aber zugleich mögliche Angriffspunkte.

Die Vorfälle verdeutlichen ein Problem vernetzter Infrastruktur: Ein erfolgreicher Zugriff auf vermeintlich unspektakuläre Technik kann erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Dafür müssen Angreifer nicht einmal die eigentlichen Kassensysteme oder Kundendaten erreichen.

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