Honda: Verbrenner in der Nische sind der Fokus in Europa

Hat Honda überhaupt noch eine Zukunft in Europa? Vor allem jetzt, wo langsam die Elektroautos zulegen und man gerade die elektrischen Pläne für die Zukunft auf Eis gelegt hat? Man betonte vor ein paar Tagen, dass man Europa noch nicht aufgibt.

Hans De Jaeger von Honda Motor Europe hat sich jetzt den Fragen von Automotive News Europe gestellt und betont, dass die Marke in Europa aktiv bleibt. Aber man gibt den Massenmarkt auf und überlässt diesen im Preiskampf der Konkurrenz.

Honda will sich dem Wettbewerb aus China nicht stellen und setzt noch mehr auf die Nische. Von über 130.000 Autos vor wenigen Jahren rauschte Honda letztes Jahr auf knapp 70.000 Autos nach unten und die Ambitionen sind nicht, dass man an alte Zeiten anknüpft. Honda priorisiert Profit (und ist in Europa profitabel).

Honda gibt Elektroautos nicht ganz auf

Bei Honda glaubt man, dass man mit Verbrennern und Hybridantrieb noch eine Chance in Europa hat, aber man gibt Elektroautos nicht ganz auf. Man „hält Ausschau nach Möglichkeiten im Bereich der Elektroautos“, so Hans De Jaeger.

Leider wollte er nicht weiter ins Detail gehen, aber das heißt am Ende, dass man wohl (wie Mazda und andere Marken) eher auf Technik von Drittanbietern setzt.

Honda hat jedenfalls kein Interesse an einer eigenen und guten Plattform für die elektrische Zukunft in Europa, das ist klar. Ohne Elektroautos wird es aber definitiv auch nicht gehen, in Deutschland verkauft Honda beispielsweise kein Elektroauto mehr. Man hofft, wie viele „Legacy-Marken“, dass der Verbrenner noch ausreicht.

Honda wird es schwer in Europa haben

Eine Disruption ist immer spannend, vor allem etablierte Marken tun sich oft damit schwer, weil sie zu spät reagieren und nicht mutig genug sind. Honda ist für mich ein Beispiel dafür und es würde mich nicht wundern, wenn man Europa noch vor 2040 aufgibt. Hybride helfen noch eine Weile, aber der Einbruch wird anhalten.

Funfact: Vor zwei Jahrzehnten hatte Honda hier einen Marktanteil von über 2 Prozent und verkaufte fast 400.000 Autos pro Jahr. Dann ging es bergab und nach 2020 war Honda in unserer Region nicht mehr im sechsstelligen Bereich unterwegs.

Und wir haben in den letzten Jahren wirklich oft genug gesehen, wie viele Marken mit dieser Strategie (weniger verkaufen und mehr verdienen) gescheitert sind.


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  1. Carlo 🔅

    Der Rückgang von Honda in Europa lag weniger an einer fehlenden Elektroauto-Strategie als daran, dass das Modellangebot immer dünner wurde. Beliebte Segmente wurden nicht mehr bedient, wichtige Modelle verschwanden oder wurden verspätet ersetzt, und Honda konzentrierte sich zunehmend auf andere Märkte. Dadurch verloren sie unabhängig vom Antriebssystem Marktanteile.
    Also bitte nicht immer alles auf E-Autos schieben oder so tun, als wäre mit E-Autos automatisch alles besser.

    1. Das ist doch klar, als der Einbruch kam, gab es diese ja noch gar nicht in der breiten Masse. Es geht bei der Elektromobilität eher um den Blick nach vorne als um den Blick zurück.

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