Porsche bricht ein: Die Krise ist voll da

Porsche gab bereits 2025 an, dass 2026 nicht viel besser wird und man sogar von einem weiteren Einbruch ausgeht und den zieht man konsequent durch. Auch im dritten Quartal ging die Nachfrage zurück und man bleibt auf einem Level von ca. 16 Prozent Einbruch. Im vierten Quartal sieht die Prognose nicht viel besser aus.

Einziger Lichtblick: Der 911er. Da ging es 12 Prozent in den ersten Monaten nach oben. Wobei das gar nicht so beeindruckend ist, wenn man bedenkt, wie viele Versionen hier in letzter Zeit kamen, Porsche priorisiert seinen Sportwagen derzeit doch sehr stark. Beim Rest ging es steil bergab, wobei man es einordnen muss.

Taycan und Panamera am Boden

Der 718er ist quasi tot und wird die 4.000 in diesem Jahr vielleicht nicht schaffen. Aber der Verbrenner ist auch eingestellt worden und da wird jetzt eine Lücke bis 2028 bleiben, dann kommt der elektrische Nachfolger. Beim Macan ging es um 21 Prozent nach unten, da ist das Problem, dass der Verbrenner eingestellt wurde.

Dieser dominiert mit 27.996 zu 23.029 Einheiten in diesem Jahr, aber beim Macan Electric rollt ja auch erst langsam das komplette Portfolio an Versionen an. Porsche hat es dennoch als Fehler eingestuft, daher kommt 2028 ein neuer SUV in dieser Klasse mit Verbrenner. Man baut quasi den Audi Q5 um, es geht nur um Volumen.

Kommen wir zu den echten Sorgenkindern, dem Panamera, der 35 Prozent nach unten rauschte und zum Taycan, der um 31 Prozent eingebrochen ist. Konnte der Taycan einst den 911er überholen, so verkauft Porsche jetzt noch nicht einmal ein Viertel davon. Kein Wunder, dass man das Elektroauto in Zukunft einstellen wird.

Vielleicht ist es aber auch sinnvoll, dass man Panamera und Taycan vereint und eine elektrische Version und einen Verbrenner anbietet. Fairerweise muss man hier aber auch sagen, dass Porsche den Taycan einfach nicht gut genug gepflegt hat, das liegt nicht nur an den „herausfordernden Marktumständen“, die man gerne erwähnt.

Nur beim Cayenne muss man sich keine großen Sorgen machen, der bleibt recht stabil mit 59.586 Einheiten und das meistverkaufte Auto der Marke. Lustig, dass man sich wieder auf Sportwagen fokussiert, aber von SUVs abhängig ist, doch das ist ein anderes Thema. Der elektrische Cayenne ist auch sehr gut angelaufen.

Eine sehr riskante Wette für Porsche

Aber 178.532 Autos in den ersten 9 Monaten sind zu wenig, darauf ist Porsche im Moment nicht ausgelegt, selbst 2025 war zu diesem Zeitpunkt schon eine 2 vorne. Kein Wunder also, dass man sich auf weniger Volumen einstellt, denn langfristig könnte Porsche sogar auf das Jahr gesehen bei unter 200.000 Einheiten bleiben.

Es ist ein unglaublich schwieriger, teurer und sehr riskanter Wandel für die alte Vorzeigemarke im VW-Konzern. Man hat sich zu sehr auf dem Erfolg ausgeruht und nicht schnell genug reagiert. Der richtige Tiefpunkt dürfte 2027 kommen, dann wird sich ab 2028 zeigen, ob das Management die richtige Entscheidung getroffen hat.

Eins ist aber auch klar: Modell hin oder her, in China geht es weiter richtig steil nach unten, da kam man in diesem Jahr bisher nur auf 21.493 Einheiten. So viele verkauft Porsche in etwa auch in Deutschland. Ich bezweifle nur, dass man die Probleme in China mit den neuen Verbrennern und umgelabelten Audis langfristig lösen kann.


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