Porsche ist gescheitert: Ohne Hilfe aus China geht es nicht

Porsche wollte 2026 eigentlich schon mehr Elektroautos verkaufen, aber durch eine eher schwache Modellpflege des Taycan und Verspätungen beim Macan und vor allem Cayenne sowie 718, konnte man das nicht erreichen. Und das hat Folgen.

Die CO₂-Ziele in der EU wird die VW-Marke 2026 und 2027 wohl nicht erreichen, daher verlässt man den CO₂-Pool des VW-Konzerns, vermutlich um andere Marken nicht nach unten zu ziehen, und hat sich einen neuen „Partner“ geschnappt.

Porsche benötigt Xpeng für CO₂-Ziel

Wie der Analyst Matthias Schmidt herausgefunden hat, hat Porsche bei der EU einen Antrag eingereicht, dass man jetzt einen CO₂-Pool mit Xpeng aus China anstrebt. So kann die VW-Gruppe das CO₂-Ziel vielleicht doch noch erreichen.

Man benötigt also Hilfe aus China und muss einem Neuling viel Geld bezahlen, weil man nicht auf die seit Jahren angekündigten Bedingungen des Marktes vorbereitet war. Und das, obwohl die EU die CO₂-Regularien sogar noch massiv gelockert hat.

Hinzu kommt, dass Porsche die Zeit sogar wieder um viele Jahre zurückgedreht hat, wie will man das CO₂-Ziel denn nach 2027 erreichen, wenn die Regelungen mit der Zeit immer strenger werden? Hofft man einfach auf die anderen VW-Marken?

Man kann bei Porsche froh sein, dass die EU das gelockert hat und sowas wie CO₂-Pooling überhaupt eine Option ist. Es würde mich aber nicht wundern, wenn die Politik den deutschen Automarken, die schlecht geplant haben, in Zukunft hilft.

Der Klimawandel wütet fröhlich weiter

Die Temperaturen steigen, die Wasserpegel sinken, wir feiern mal wieder einen Hitzerekord im Juni und Juli in Westeuropa, so heiß war es noch nie, seit ein paar Tagen leben wir über unsere Verhältnisse und statt die Lösung für das Problem zu sein, und das könnte der VW-Konzern, schaut man einfach so weiter dabei zu.


mobiFlip bei Google bevorzugen – unsere Beiträge öfter sehen Quelle wählen ↗
Fehler melden 7 Kommentare

   

Durch Kommentieren stimmst du unserer Netiquette und Datenschutzerklärung zu.

  1. Hans ☀️

    Wegen solcher Gesetze bekommen Chinesen Geld im Überfluss. Dann müssen Arbeitsplätze abgebaut werden, um das Geld reinzuholen.
    „Porsche hat verschlafen“ werden einige sagen. Nein, die Kunden entscheiden was sie kaufen. Wenn man am Interesse der Kunden vorbei produziert, ist man pleite. ( In Grün, man hört auf zu produzieren.)

    1. Deswegen kämpfen die deutschen Marken, weil sie die Kunden in anderen Regionen wie China nicht mehr abholen können. Bei uns läuft es ja wunderbar, also nein, die Arbeitsplätze werden nicht „wegen solcher Gesetze“ abgebaut, sondern weil das Management den Wandel verpennt hat.

  2. Alexander K 👋

    Der einzige der wütet sind Sie.
    Ein paar Sonntags-Porsche-Fahrer machen das Klima nicht kapput.
    Sie sehen das Glas viel zu leer!

    Aber aus Sicht der nicht im Öffentlichendienst arbeitet sehe ich das so:

    Die Kernprobleme der aktuellen Klimapolitik
    Wettbewerbsnachteil für Europa:

    Die EU reguliert und belastet ihre eigene Industrie so stark, dass Kapital und Wertschöpfung abwandern, anstatt dass vor Ort ausreichend investiert wird.

    Ungleiche Wettbewerbsbedingungen:

    Während Deutschland und Europa extrem strenge ESG- und Nachhaltigkeitsstandards einhalten, produzieren globale Konkurrenten wie China unter weitaus laxeren Bedingungen für ihren Inlandsmarkt.

    Fehlgeleitete Strafzahlungen:

    Anstatt die eingenommenen Strafen der Industrie (z. B. aus dem CO2-Pooling) direkt für den massiven Ausbau von erneuerbaren Energien (EEG) zu nutzen, versickern sie im allgemeinen EU-Haushalt oder gleich zu OEMs außerhalb von der EU. Super Sache, oder?

    Politischer Nebeneffekt:

    Dieser von der Politik erzeugte Druck und der daraus resultierende Jobabbau in der Industrie spielen der AfD direkt in die Karten.

    Infrastruktur-Kollaps durch Überproduktion:

    Selbst in Ländern wie China führt der blinde, unkoordinierte Ausbau von erneuerbaren Energien ohne passende Netze dazu, dass gigantische Mengen an grünem Strom ungenutzt abgeschaltet werden müssen, während gleichzeitig Kohlekraftwerke weiterlaufen.

    In den letzten 20 Jahren haben Deutschland und die EU ihren CO2-Ausstoß um rund 30 Prozent gesenkt, während China seinen Ausstoß im Zuge eines brachialen Wirtschaftsbooms auf fast 12 Milliarden Tonnen verdoppelt hat. Getrieben durch den beispiellosen Bau von Megacitys, bei dem zeitweise in drei Jahren mehr Zement verbaut wurde als in den USA im gesamten 20. Jahrhundert. Der massive Aufstieg von hunderten Millionen Chinesen in die Mittelschicht hat den dortigen Energiehunger explodieren lassen, den das Land zur Sicherung seiner Wirtschaft bis heute skrupellos mit billiger Kohlekraft deckt.

    Erwähnen Sie diese Fakten bitte auch mal, statt nur Panikmache zu verbreiten. Glauben Sie nicht an technologieoffenen Klimaschutz? Wer permanent nach politischer Regulierung schreit, stärkt am Ende nur die AfD. Danke dafür!

    PS: Solange ich ein Auto Made in der EU kaufen / leasen kann, werde ich das auch umsetzen.

    1. Also, ein paar Anmerkungen dazu.

      1. Ich „wüte“ nicht und selbst wenn, dann bin ich damit nicht alleine, Google hilft.
      2. Ungleiche Wettbewerbsbedingungen gab es schon immer, das hat nichts mit dem Klima zu tun, man kann Diktaturen nicht mit Demokratien vergleichen.
      3. Bei den Strafzahlungen stimme ich zu, die müssten besser genutzt werden.
      4. Dieser Partei spielt alles in die Karten, was mit wirtschaftlichem Abschwung zu tun hat, denn sie kann den dummen Menschen eine „Lösung“ verkaufen, die keine ist. Die Welt ist im Umschwung, weil Schwellenländer mehr Druck machen, selbst ohne Klimakrise wären wir da, wo wir sind. Genau genommen sind wir es sogar, denn es gibt noch keine wirklich ernsten Strafen für die Schädigung des Klimas, die aktuelle Lage ist also über den freien Markt entstanden.
      5. Daher darf es kein „unkoordinierter“ Ausbau sein.
      6. Richtig, dennoch ist die Ausgangslage von China und Deutschland eine andere. Man könnte auch damit argumentieren, dass China das „Recht“ hat, dass sie die Umwelt jetzt mehr belasten, um technologisch und wirtschaftlich auf unseren Stand zu kommen. Finde ich mit Blick auf das Klima nicht gut, aber ist eben auch eine Sichtweise.
      7. Wir machen hier keine „Panik“, ich habe in der Branche aber schon die ein oder andere Disruption erlebt und darüber berichtet und möchte eben nicht, dass die deutsche Automobilbranche, die unseren Wohlstand bestimmt, verliert.
      8. Nochmal, aktuell „stärkt“ fast alles diese Partei, weil sie den „Vorteil“ hat, dass die westlichen Länder diese Welt in Zukunft mehr mit Asien und irgendwann Afrika teilen müssen. Frei nach dem Pareto-Prinzip kann ja nicht einfach mehr da sein. Und ein wirtschaftlicher Abschwung ist immer Nährboden für rechtsradikale Parteien. Kombiniert mit Populismus, wir lügen also ohne Ende, die Wahrheit geht ja dann sowieso unter, ist das leider unser Zeitgeist.

    2. Ronald 🔅

      Ich möchte auch mal was zu dem Thema China, welches Oliver Punkt 6 getauft hat beitragen.
      Sagt der Begriff „China, Werkbank der Welt“ etwas?
      Es ist kein Kunstück CO2-Emissionen „zu Hause“ zu senken, wenn Teile der Produktion dann ins Ausland verlagert werden.
      Wenn man sich den konsumbasierten CO2-Ausstoß anschaut, geben sich die EU und China nicht viel.

      den das Land zur Sicherung seiner Wirtschaft bis heute skrupellos mit billiger Kohlekraft deckt.

      Nun ja, dies ist ja nicht so gut gealtert.
      Agora Energiewende:

      2024 verzeichnete China einen deutlich geringeren Anstieg der Emissionen als im Vorjahr, im ersten Quartal 2025 waren diese sogar rückläufig. Damit hat der Ausbau Erneuerbarer Energien erstmals den CO2-Ausstoß des Landes gesenkt

      Wind- und Solarenergie machen damit 42 Prozent der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität Chinas aus und übertreffen damit zum ersten Mal die Kohlekraft. Die Volksrepublik investierte 2024 fast 625 Milliarden US-Dollar in klimafreundliche Technologien, Energieinfrastruktur und Effizienzmaßnahmen – gut ein Drittel mehr als die EU.

      China tut also auch was.
      Mal sehen wie lange man die Ausrede „Aber China…“ noch benutzen kann.

      1. Leif 🏅

        Man muss sich dafür ja auch nur mal die neu gebauten chinesischen Werke usw anschauen. Alles zugepflastert mit PV. Zumal China auch viele Staatliche Hilfen an Bedingungen knüpft – eine sehr wichtige davon ist die CO2 Senkung bzw Investition in erneuerbare. Genau solche Dinge lässt man hier leider oft bei staatlichen Hilfen aus.

  3. Hans 👋

    „ und statt die Lösung für das Problem zu sein, und das könnte der VW-Konzern, schaut man einfach so weiter dabei zu.“

    Egal, was der VW Konzern macht, „die Lösung“ für das Problem, sind sie in keinem Fall.

mobiFlip / Mobilität / Porsche ist gescheitert: Ohne Hilfe aus China geht es nicht