BMW kritisiert Tesla und hält weiter am Verbrenner fest

Bmw X5 Black Header

Ist Tesla eine Premium-Marke? Da gibt es keine objektive Sichtweise. In vielen Bereichen kann man ein Model 3 durchaus als Premium-Auto einordnen, aber es bleiben auch noch Schwächen, die man bei Audi, Mercedes und BMW nicht findet.

Für Oliver Zipse von BMW ist die Sache daher klar: Tesla bietet eine zu schlechte Qualität, jedenfalls entspricht diese nicht dem Standard von BMW. Er hat auch schon Anfang des Jahres betont, dass es Tesla in Zukunft nicht leicht haben wird.

Tesla Model 3 Performance 2021

Die Frage ist nur: Wie misst man Qualität? Verarbeitung? Da stimme ich dem Chef von BMW zu. Software und Technik des Elektroantriebs? Nun, da sieht die Sache doch schon wieder anders aus. Und was passiert, wenn wir auch noch das eigene Ladenetzwerk von Tesla einkalkulieren? Ihr seht, ganz so leicht ist das nicht mehr.

In der heutigen Zeit reicht es jedenfalls nicht, wenn der Spalt zwischen Tür und Karosserie perfekt passt und man etwas Leder im Cockpit verbaut. Ich beurteile Premium mittlerweile komplett anders, als das noch vor 10 Jahren der Fall war.

BMW hält weiter am Verbrenner fest

Doch das war noch nicht alles, was der Chef von BMW im Rahmen eines Events vom Handelsblatt zu sagen hatte. BMW gehört zu den deutschen Marken, welche die Erklärung von Glasgow (kein Verbrenner ab 2040) nicht unterzeichnet haben.

Bmw I4 M50 Seite

Das hat hier und da für Kritik gesorgt, denn auch die Bundesregierung und die Volkswagen AG haben nicht unterzeichnet (Mercedes übrigens schon). Oliver Zipse glaubt aber, dass der Verbrenner auch im Jahr 2035 weiterhin wichtig sein wird.

Würde man sich jetzt endgültig festlegen, dann müsste man die Entwicklung an der Technologie einstellen. Das will BMW aber nicht, denn im Gegensatz zu Audi und Mercedes (die kaum noch Investitionen tätigen) glaubt man an den Verbrenner.

Die Zukunft wird zeigen, ob das stimmt und BMW dann vielleicht einen Vorteil hat. Allerdings steht man mit der Meinung mittlerweile recht alleine da. Ich gehe davon aus, dass sich BMW zurückhält, weil man nicht so weit wie die Konkurrenz ist und die neue Elektro-Plattform erst 2025 kommt – danach sieht es sicher anders aus.

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Bitte bleibe freundlich.

  1. Tobias

    BMW wird mit seiner Strategie der Gewinner sein. Warum den Verbrenner verschwinden lassen ? Mittlerweile gibt es Karfstoffe auf dem Markt die 0 Emission haben und getankt werden können. Ich denke auf die Sache wird es rauslaufen. Klar wird die E Technologie auch weiter aufholen aber für Langstrecken PKW / LKW wird der Verbrenner unverzichtbar bleiben. Und dann mit 0 Emission Kraftstoffen ein Gamechanger.

    Was die Software angeht ist Tesla ( noch ) Spitze. Sollten unsere Konzerne ( SAP & Co ) unseren Autobauern zur Seite stehen, wird auch hier die schnelle Entwicklung zu sehen sein. Man muss auch sagen, wie schnell VW Merzedes & Co ihre E Autos auf den Markt gebracht haben war schon gut. Es ist die erste Charge und noch mit Fehlern behaftet. Da wird wohl in Zukunft schneller noch mehr und besseres kommen…auch von BMW:

    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, wie in der Stadt jedes Auto über Nacht geladen werden soll. Wo kommt der Strom her ? Ab 2022 ist Deutschland raus aus dem Atomstrom. Dazu die zig tausenden Ladeplätze. Kabel in der Stadt über jeden Gehweg. Das wird wohl nicht werden.

    1. Paul

      Du sprichst vom Strom. Wo soll deiner Meinung nach der Strom herkommen um die E-Fuels herzustellen? Die Produktion braucht Unmengen an Strom. Dazu braucht man auch noch Energie um die E-Fuels von der Raffinerie zu den Tankstellen zu bringen. Das wird sehr oft vergessen. Was ich sagen will , E-Fuels sind nicht die Lösung alles Probleme.

    2. 10tacle

      Echt? E-Fuels gibts schon am Markt? Wo?

    3. kingpint

      Hier muss man vielleicht Produkt und Service differenzieren. Ich selbst fahre einen BMW. Letztens hab ich mit einem Kumpel seinen zweiten Tesla beim Händler geholt. Sein erstes Model 3 (USA) soll schlechter verarbeitet gewesen sein, als sein Neuer (China). Ich hab nur die Made in China Version näher betrachten können… da ist man bei Kunststoffen usw. noch weit entfernt von einem BMW (und meiner ist auch schon 10 Jahre alt…). Die Software und das Ladenetz sind aber wirklich gut und das würde ich dann eher in eine Kategorie „Service“ packen. Die Produktqualität von deutschen Automobilherstellern erreicht Tesla m.M.n. also nicht, aber beim Service ist man vermutlich schon weit voraus. Erinnert mich vielleicht ein Stück an den Kampf von Nokia oder Motorola gegen die neueren Player. Da hat man sich zu sehr auf seine Tugenden verlassen und das Publikum wollte etwas gänzlich anderes…

    4. René H.

      Es gibt keinen "0-Emission-Kraftstoff"! Die Schadstoffbelastung ist ähnlich hoch wie bei fossilem Kraftstoff und CO2-Neutralität ist da Wunschdenken.

      1. Paul

        Wieso ist die Schadstoffbelastung ähnlich hoch wie bei fossilen Brennstoffen? Wenn der Strom für die Produktion der e-Fuels aus 100% regenerativen Quellen kommt, wo ist dann eine ähnlich hohe Belastung?

        1. René H.

          Mit Schadstoffen meine ich Stickoxide, unvollständig verbrannte Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid, Partikel usw. Unter Idealbedingungen wird die Verbrennung deutlich sauberer sein, da eFuels weniger langkettige Kohlenwasserstoffe enthalten. Aber gerade bei niedrigeren Temperaturen, beim Kaltstart oder unter hoher Last sind nach wie vor weitere Maßnahmen erforderlich, damit aus dem Auspuff wirklich nur noch Wasser und CO2 herauskommt. Vor diesen technischen Maßnahmen drückt sich die Industrie seit Jahren (oder Jahrzehnten), weil das wieder die Kosten erhöht.

  2. Ole

    Das e-fuel Märchen. Wenn man Sprit für 5€/l tanken möchte… Go for it.

  3. Axel

    BMW kennt seine Kunden ganz genau. Klar werden sie massenweise E-Autos verkaufen, aber eben nicht nur. Porsche sieht das ganz genauso und hat auch kein Problem damit, den letzten Verbrenner der Welt zu bauen. Man sollte sich hier mal vor Augen halten, um was es geht: nicht darum, ob das E-Auto mehr Zukunft + mehr Stücke hat, sondern darum, ob überhaupt noch Verbrenner prodiziert werden. Kritiker sind keine Kunden, sondern nur Aktivisten. Ihnen geht es nämlich nicht um den Klimaschutz, sondern um das generelle Verbot. Die brennen BMW-Flaggen auch noch in 2050 an, nur weil die Firma ein paar Verbrenner verkauft. Die Welt ist irre.

  4. Thomas

    "Premium" ist bei Audi, BMW und Mercedes lediglich die Aufpreisliste.

  5. Christian

    Die bei BMW sollten mal lieber ganz ganz kleine Brötchen backen.

  6. zoula

    Verantwortung für unser aller Zukunft übernehmen wäre Premium!

  7. René H.

    Tesla und Premium? Die Modelle S und X sind aufgrund ihrer Ausstattung, ihrer Fahrleistungen und ihres Preisniveaus sicher im Premiumbereich einzuordnen. Allerdings sind sie aus meiner Sicht eher obere Mittelklasse (MB E-Klasse, 5er) mit starker Motorisierung und entsprechendem Preis, als Oberklasse (S-Klasse etc.). Zu letzterem fehlt dann doch noch der Luxus und die Gediegenheit.
    Model 3 und Y sind klar Volumenmodelle. Model 3 ist als 35.000-Dollar-Auto konzipiert mit dem Ziel, so viel wie möglich zu verkaufen. Dieses Ziel steht bei Premiumanbietern gewöhnlich nicht an oberster Stelle (da steht Kundenbindung und Rendite). Bei der teuren Technik des Model 3 (Batterie, LE, ADAS) musste folglich sehr günstig gebaut werden. Model Y teilt sich dieselbe Plattform. Ein Preispremium gibt es wie bei allen Volumenherstellern für die höher motorisierten Varianten.

    BMW hebt für sich hervor, dass sie mehr Wert auf Sicherheit und Qualität legen als Tesla. Bei der Sicherheit kann er nur das FSD-Beta-Programm meinen. Die sonstige Sicherheit, aktiv und passiv bei Tesla ist nicht zu beanstanden. Da ist BMW nicht besser, bzgl. Crashsicherheit nach NCAP und Euro-NCAP eher hinter Tesla. Die Verarbeitungsqualität ist zumindest im chinesischen Teslawerk auch guter Industriestandard. Den Modellen 3 und Y fehlen (ebenso wie z.B. ID.3 und ID.4) höhere Ausstattungslinien bei der Innenausstattung.

    BMW läuft auf längere Sicht in ein Dilemma hinein mit ihrer Strategie der "Technologieoffenheit". Wenn der VW-Konzern seine Wette auf BEV gewinnt, hat BMW zum Zeitpunkt zu wenige BEV-Modelle am Markt und gleichzeitig zu viel Geld für auslaufende Technologien aufgewendet. Sollte BMW tatsächlich auf eFuels setzen, dann muss man sich fragen, auf was und wen sie warten. Ich habe noch nichts gehört, dass BMW (wie z.B. Porsche) in eFuels- oder zumindest Wasserstoff-Kapazitäten investiert oder Konsortien bildet.

  8. Christian

    Die bei BMW sollten lieber mal kleiner Brötchen backen.

    Hinken ganz schön hinterher und Klammern sich zweifelhaft an den Verbrenner.

    Ich glaube das BMW der erste sein wird, der Hops gehen wird.

  9. Philipp

    Und ich glaube, was du glaubst ist ganz schöner Blödsinn.

  10. Hendrik

    Das glaube ich aber auch. Bmw war einer der ersten die vernünftige E-Autos auf den Markt gebracht haben. Und Verbrenner können sie eben weitaus besser als viele andere. Der Kunde entscheidet, Bmw hat Audi und Daimler geschlagen… sieht man deutlich an den Verkaufszahlen

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