Temu lässt Produkte jetzt schon im Lager prüfen

Der Online-Marktplatz Temu erweitert seine Produktkontrollen um Labortests in Logistikzentren, um Sicherheitsprobleme früher zu erkennen.

Die Labore befinden sich in Lagern von Logistikpartnern und haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. Zuvor hatte die unabhängige Prüfgesellschaft Bureau Veritas ihre technische Leistungsfähigkeit anhand ausgewählter europäischer Normen überprüft.

Temu prüft Elektronik, Spielzeug und Textilien vor dem Versand

Die neuen Labore führen stichprobenartige Untersuchungen ausgewählter Produkte durch. Dabei stehen insbesondere drei Bereiche im Mittelpunkt:

  • Elektrogeräte: Überprüfung der elektrischen Sicherheit.
  • Textilien: Qualitätsprüfungen anhand festgelegter Kriterien.
  • Spielzeug: Tests zur Einhaltung geltender Sicherheitsstandards.

Bureau Veritas untersuchte dafür unter anderem die technische Ausstattung, das Personal, die Arbeitsabläufe und die Qualitätssicherung. Die Bewertung bestätigt, dass die Labore die vorgesehenen Tests durchführen können.

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung: Die Prüfung ist keine Zertifizierung der angebotenen Produkte. Auch werden nicht sämtliche Artikel kontrolliert. Die Verkäufer bleiben weiterhin dafür verantwortlich, dass ihre Waren den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Temu ergänzt mit den Labortests bestehende Kontrollen vor der Produktlistung sowie die Überwachung nach dem Verkauf.

Temu verdoppelt geplante Ausgaben für Produktsicherheit

Für 2026 plant Temu nach eigenen Angaben weltweit Investitionen von rund 200 Millionen US-Dollar in Compliance und Qualitätssicherung. Das entspricht dem Doppelten des Vorjahresbudgets.

Bereits seit 2023 arbeitet der Marktplatz mit Bureau Veritas zusammen. Insgesamt kooperiert Temu nach eigenen Angaben mit mehr als 60 unabhängigen Prüfinstituten weltweit und erweitert zusätzlich seine Schulungsangebote für Verkäufer.

Die zusätzlichen Kontrollen direkt vor dem Versand sind grundsätzlich ein sinnvoller Ansatz. Für Kunden bleibt aber vor allem relevant, wie viele Produkte tatsächlich geprüft werden und wie zuverlässig problematische Artikel dadurch aus dem Verkehr gezogen werden. Dazu nennt Temu bislang keine konkreten Zahlen.


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