Volkswagen geht auf die Suche nach mehr Geld

Volkswagen steht, mal wieder, vor der größten Veränderung in der Geschichte des Unternehmens. Wobei man eher sagen kann, dass der Umbau, den man vor ein paar Jahren eingeleitet hat, einfach noch nicht abgeschlossen ist. Und der Sparplan von Volkswagen nicht ausreicht. Daher setzt man den Rotstift jetzt erneut an.

Werksschließungen, Entlassungen, deutlich weniger Modelle, es wird sehr viel diskutiert. Und auch bei den Beteiligungen scheint Volkswagen jetzt auf die Suche nach Geld zu gehen. So berichtet die Automobilwoche, dass man sich noch 2026 von einem großen Teil der Ingenieurgesellschaft IAV bei VW trennen möchte.

Laut Bloomberg will sich Volkswagen außerdem von einigen Anteilen von Traton trennen, einem Hersteller für Nutzfahrzeuge. Konzernchef Oliver Blume geht auf die Suche nach mehr Geld und da man an über 2.000 Unternehmen beteiligt ist, wäre das kurzfristig eine schnelle „Einnahmequelle“, die mehr Geld einbringt.

Wichtig ist nur, dass man das Geld dann wieder entsprechend investiert und nicht nur an Aktionäre und deren Ausschüttung denkt, was ich ein bisschen befürchte. Es ist ja grundsätzlich okay, wenn man die Investitionen bei Volkswagen neu bewertet, aber sowas ist eben auch ein Mittel, um Zahlen kurzfristig etwas zu „frisieren“.


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  1. Thorsten St. 👋

    Wohnen Sie eigentlich in Berlin oder wie kommt so ein Linkes Kapitalmarktbashing?
    Ohne Kapitalismus gebe es heute kein Internet!

    Die Dividende bei VW ist kein „Zusatzgeschenk“, das man in Krisenzeiten einfach mal so weglassen kann, ohne dass es jemand merkt.

    Wer die Dividende streicht, der:

    1. Reißt ein tiefes Loch in den Steuer- und Haushaltsplan des Landes Niedersachsen.

    2.Entzieht der deutschen Wissenschafts- und Forschungsförderung das Geld.
    Per Landesgesetz ist Niedersachsen verpflichtet, erhebliche Teile (historisch 51 %) dieser Dividenden direkt an die VolkswagenStiftung weiterzuleiten. Damit finanziert das Land unter dem Titel zukunft.niedersachsen den Großteil seiner universitären Spitzenforschung, Professuren und Innovationsprojekte

    3.Riskiert die Stabilität der eigenen Eigentümer (Porsche SE), was den gesamten VW-Konzern an den Kapitalmärkten beschädigen würde.

    Die Verschuldung der Eigentümer (Porsche SE) hat VW im Jahr 2022 eine historische Kapitalspritze eingebracht, die den Konzern bis heute überhaupt erst flüssig gehalten hat.
    Wer heute fordert, die Dividende komplett zu streichen, übersieht, dass:
    Der damalige Geldregen der Eigentümer das Fundament für die aktuellen Investitionen war.

    Der Free Cashflow heute eben nicht mehr organisch gesund durch den Verkauf von Autos pro Gewinn getragen wird, sondern schmilzt.

    Die Stabilität des VW-Konzerns untrennbar mit der Solvenz seiner Großaktionäre (Porsche SE) verknüpft ist.

    Es ist also ein Kreislauf:

    Die Eigentümer haben sich verschuldet, um VW Geld zu geben – und VW muss nun über Dividenden dafür sorgen, dass dieses System an den Finanzmärkten nicht kollabiert.

    Wer sonst finanziert den Konzern den sonst? Der Kapitalmarkt. Sollten erstmal Angelsächsische Anteilseigner die Anteile der Porsche SE übernehmen, dann wackelt das Niedersächsische-VW-Gesetz!

    Während die Mitarbeiter in guten Jahren über ihre Tarif-Boni ( fast 5.000 Euro) auch direkt am operativen Erfolg beteiligt wurden, sichert die Dividende in schlechten Jahren das Überleben des Gesamtkonstrukts VW in seiner heutigen Form.

    Jetzt muss Blume und Antlitz ans Tafelsilber, damit werden „noch“ die guten Löhne bei VW gezahlt und natürlich auch die wichtige Dividende, welche jetzt schon nicht mehr so groß ist.

    @Kamala:
    Milliardengrab Rivian steht ebenfalls zur Disposition?
    Dazu kann ich nur den Kopf schütteln.
    Seat wird in VW PKW integriert und die doppelten Strukturen aufgelöst, wo ist hier das Problem?

    1. Wieso ist es in der heutigen Zeit immer gleich „links“ oder „rechts“, wieso folgt gefühlt jeder Verblendete diesen Ideologien?

      Anyway, zum Kommentar. Da steckt Wahrheit drin, aber man kann es auch anders sehen. Der Verzicht auf eine Dividende oder das Aussetzen von dieser bedeutet ja nicht, dass das immer so ist. Ähnlich, wie wenn man zu dick ist, dann kommt eine kurze Zeit das Defizit, damit man danach wieder weitermachen kann. Ohne wird die Lage vielleicht nur schlimmer. Muss nicht sein, kann aber so kommen. Und da darf jeder eine Meinung zu haben.

      Als Ökonomiestudent aus BaWü, der nicht „links“ gewählt hat, habe ich eben meine Meinung dazu, weil ich schon zu viele große Player in einer Disruption hab scheitern sehen. Man muss beim Kapitalismus ja nicht die Nachteile ausleben, nur um die Vorteile zu genießen. Da gehört dann aber eben auch ab und an Verzicht dazu (wenn man, wie bei der VWAG, schlecht geplant hat).

    2. EVFan 🌟

      „Die Eigentümer haben sich verschuldet, um VW Geld zu geben – und VW muss nun über Dividenden dafür sorgen, dass dieses System an den Finanzmärkten nicht kollabiert.“

      Wann ist aus der Porsche-Familie Geld an VW geflossen? Es ist Geld an VW-Aktionäre gegangen bei der missglückten Übernahme in 2008/2009, davon hat VW aber nichts gesehen.

      Netto dürfte auch beim Teilverkauf der Porsche-Aktien wenig Geld an VW geflossen sein, da über die Sonderdividende wieder ein Großteil zurückfloß.

      In Summe hat über die letzten 20 Jahre die Porsche Familie deutlich mehr Geld von VW erhalten als sie in VW direkt investiert haben.

      Dass sich die Porsche-Familie bei ihren Beteiligungen zu hohe Schulden aufgebaut hat, sollte nicht zum Problem von Volkswagen werden.

  2. Kamala 👋

    Naja zurzeit stößt man ja viel ab. Porsche entlässt man in die Unabhängigkeit.

    Ducati steht vor dem Verkauf an die Italiener

    https://www.welt.de/motor/news/article6a7dd66d0773f8de24672da8/2-5-milliarden-fuer-ducati.html

    Seat steht auch zur Disposition und Verkauf als Marke. Chinesische Hersteller dürften zugreifen wie damals bei MG und Volvo.

    Die Beteiligung am Milliardengrab Rivian steht ebenfalls zur Disposition.

    Mit Rivian hat sich Amazon schon die Finger verbrannt und setzt nun auf Fiat Ducato von Stellantis.

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