Wero-Aktion endet im Chaos: Schnäppchenjäger sorgen für Buchungsflut
Eine Wero-Bonus-Aktion hat bei einem Verein rund 8.000 nicht autorisierte Buchungen und eine Kontosperre ausgelöst. Die Verantwortlichen haben inzwischen die Reißleine gezogen.
Die inzwischen beendete Aktion versprach neuen Wero-Nutzern 15 Euro. Voraussetzung waren Überweisungen von jeweils mindestens einem Cent an zwei verschiedene Empfänger. In Internetforen bzw. auf Schnäppchenportalen verbreitete sich daraufhin der Tipp, dafür Vereine mit öffentlich erreichbarer Wero-Kennung zu nutzen.
Das endete im Chaos. Ein Beispiel: InkluFusion e.V. wurde nach eigenen Angaben von knapp 8.000 Buchungen getroffen. Die Bank des Vereins wertete die ungewöhnliche Aktivität zunächst als möglichen Betrugsversuch und sperrte Zahlungseingänge. Spenden und Mitgliedsbeiträge konnten zeitweise nicht verarbeitet werden.
Wero-Aktion verursacht Tausende Buchungen
Für den Verein hatte die Aktion konkrete Folgen:
- knapp 8.000 einzelne Buchungen
- rund 450 Euro tatsächliche Einnahmen
- etwa 770 Euro reguläre Buchungsgebühren
- tagelange Sperre für Zahlungseingänge
Die Deutsche Skatbank erließ laut InkluFusion die Gebühren. Ohne diese Kulanz wäre der Verein nach eigener Darstellung zahlungsunfähig geworden. Sämtliche Buchungen müssen nun manuell geprüft und zugeordnet werden. InkluFusion hat Wero anschließend als Zahlungsmittel gekündigt.
Wero entschuldigte sich öffentlich. Die hohe Resonanz sei unerwartet gewesen und vermutlich durch Aufrufe auf Schnäppchenplattformen verstärkt worden. Gemeinsam mit den Bankpartnern werde die Kampagne jetzt überprüft. Wero hatte die Aktion zuvor wegen „der sehr hohen Nachfrage“ beendet.
Wero ist ein europäischer Bezahldienst der European Payments Initiative (EPI), mit dem Nutzer direkt von Bankkonto zu Bankkonto Geld senden und empfangen können. Der Dienst soll eine europäische Alternative zu Bezahllösungen wie PayPal bieten und wird direkt in Apps teilnehmender Banken integriert.
Hohe Wero-Zahlen um jeden Preis?
Ich finde den Fall bemerkenswert, weil eine eigentlich harmlose Cashback-Aktion erhebliche Nebenwirkungen für unbeteiligte Empfänger haben konnte. Gerade bei Kleinstüberweisungen hätte ein solches Szenario aus meiner Sicht vor dem Start stärker berücksichtigt werden müssen.
Am Ende offenbart der Fall vielleicht auch eine gewisse Einfachheits-Schwachstelle von Wero, die die Verantwortlichen jetzt beheben sollten. Zumindest für Vereine oder Händler, die den Dienst anbieten.
Und vielleicht sollte man mal grundlegend überlegen, wie wichtig die registrierten Nutzer sind und ob man dafür solche Bonusaktionen starten muss. 60 Millionen klingt ja nicht schlecht, wenn viele davon aber den Dienst nur einmal ausprobieren oder einen Bonus abgreifen wollen, ist wenig gewonnen.
Ich selbst bin bisher noch nicht in Verlegenheit gekommen, Wero zu nutzen. Ich hatte bisher schlicht keinen Bedarf daran, und meine privat genutzte Bank bietet es auch nicht an. Wie schaut es bei euch aus, seid ihr bereits bei Wero an Bord und nutzt ihr es aktiv?
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Ich würde wero gerne benutzen. Aber die ing unterstützt wero nur wenn der Gegenüber die Handy Nummer benutzt hat. Ein Beispiel : Meiner schwester kann ich kein Geld über wero senden. Ihre Bank lässt die Email und Handynummer zu. Meine Schwester hat wero über die Mail aktiviert. Die ing plant bis Ende des Jahres auch Mail Adressen bei wero zu unterstützen…. Aktuell ist wero ein Mischmasch aus möchte gerne kann aber nicht und jede Bank macht doch wieder irgendwie was anderes…
dumm gelaufen, aber dass der Verein ein Konto hat mit Buchungsgebühren ist nicht grad WERO anzulasten. Ansonsten ist es schon gut eine Alternative zu Paypal zu haben.
Abseits von privaten Konten sind Buchungsgebühr leider die Regel
Ich kann den hate hier nicht nachvollziehen. Abgesehen von solch dubiosen Aktionen funktioniert Wero. Ich nutze es regelmäßig um Zahlungen unter Freunden aufzuteilen und noch nie hat da irgendwer Gebühren zahlen müssen.
Nutzlos ja, wobei PayPal so auch groß geworden ist. Da hat man am Anfang 10€ (oder USD) für eine Kontoeröffnung bekommen…
Ich finde Wero ziemlich gut. Unzählige Hacks bei Paypal haben für dessen Vetrauen nicht viel getan. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis hat sich Wero etabliert.
^ ACHTUNG Wero Mitarbeiter
Das. Ich kenne von meinen 40 Leuten keinen der WERO nutzt
WERO ist nicht mies, WERO ist unnötig, so einfach ist das… Ja, ja, gleich kommt dann wieder das Schlagwort „Europa“… Liegen die Daten nicht auf einer Amazon Cloud?
Wie auch immer, Schnäppchenjäger würde ich die Leute übrigens gar nicht nennen. Das ist eine Verniedlichung. Sie kreisen wie die Geier auf Portalen wie mydealz und wenn man sich mit sinnlosen 1 Cent Transfers 5 Euro in die Tasche stecken kann, wird dafür die eigene Oma verkauft… Gar nicht mal auf diesen Fall bezogen ist meine Meinung da teilweise, dass kriminelle Energie vorhanden ist, ohne dass es den Leuten bewusst ist. Es gibt schlicht kein Unrechtsbewusstsein… Das führt jetzt aber am Thema vorbei…
Inwieweit ist da kriminelle Energie vorhanden, wenn man an einer offiziellen Cashback-Aktion teilnimmt? Das Ziel dieser Aktion war doch die Nutzerzahlen zu steigern und genau das ist geschehen. Ob diese Nutzergewinnung nachhaltig ist ist wieder eine andere Frage. Die Konsumenten einer solchen Aktion allerdings in eine kriminelle Ecke zu rücken ist vollkommen lächerlich.
Ich kenne selbst solche Geier, die alles in Kauf nehmen würden, um ein paar Euro kostenlos zu bekommen – und die haben es noch nicht einmal nötig.
Wero ist kompletter Mist.
Wie kann es sein, dass man Gebühren bei einer als „Gebührenfrei“ deklarierten Zahlungsoption verlangen kann?
Was soll das?
Kaum eine Bank unterstützt es, es gibt kaum Käuferschutz, kaum ein Onlineshop unterstützt es.
Sorry, kompletter fail. Wero wird sterben.
Die Gebühren für die Transaktionen die kontoführende Bank des Zahlungsempfängers erhoben, nicht Wero. Der Verein hatte ein Konto mit Einzelpostenabrechnung.
Jede Menge europäische Banken mit jahrelange Erfahrung und dann macht man so einen Anfängerfehler bei einer solchen Aktion? Unverständlich und amateurhaft. Das senkt das Vertrauen in Wero sehr.
Das kommt dabei raus, wenn die Marketingabteilung Entscheidungen trifft …