Withings Body Scan 2 im Test: „Nennt es bitte nicht Waage“

Withings verkauft seit ein paar Wochen die neue Body Scan 2, den Nachfolger meiner smarten Waage, die mich seit einigen Jahren begleitet. Ich bin schon seit Jahren mit Withings unterwegs, zwischenzeitlich war man ja ein Teil von Nokia, und mit dem neuen Flaggschiff wollte man einen recht aktuellen Trend ausnutzen.

Die Withings Body Scan 2 ist nicht einfach nur eine smarte Waage, es ist laut Withings eine „Longevity-Station“. Damit warb man bei der Ankündigung und der Begriff wird prominent genutzt. Das Gewicht rückt in den Hintergrund, wie auch Körperfett und Co., entscheidend ist jetzt allerdings das Health-Gesamtbild.

Ein Scan dauert über eine Minute

Bis zu 60 Biomarker werden bei einem Scan gecheckt, was dann aber auch bis zu 90 Sekunden dauern kann. Aber die Waage macht das nicht jeden Tag, in der App kann man selbst festlegen, wie oft alles geprüft wird. Ich lasse einmal die Woche alles durchlaufen, an den anderen Tagen ist das aber deutlich schneller erledigt.

Was bekommt man für 500 Euro? Die Waage selbst sieht wie der Vorgänger aus und ist sehr robust und schwer, sie steht also auch stabil auf dem Boden. Optisch tut sich nicht viel, aber das Display wandert in die Stange für die Hände. Nachteil ist, dass man die Stange nutzen muss, wenn man das Nutzerprofil ändern will.

Stört mich nicht so sehr, weil ich immer einen kurzen Check mache, meine Frau will das aber nicht immer machen und würde sich am liebsten nur auf die Waage stellen und es abhaken. Bei der alten Body Scan konnte man den Nutzer auswählen, in dem man das Gewicht verlagert, das dürfte man hier gerne auch nachreichen.

Nachtrag: Ich kann seit heute auch Nutzerprofile wie damals auswählen und muss dazu nicht die Stange nehmen, Nutzer wechselt man mit Gewichtsverlagerung.

Withings hat zwar nur ein LC-Display verbaut, aber dafür ein sehr gutes mit tollen Farben, das Ablesen macht definitiv Spaß. Und neben den Körperdaten gibt es auf Wunsch wie immer eine Wetterprognose dazu. Die Laufzeit beträgt ein gutes Jahr, was ich nicht testen konnte, aber bei der alten Generation kam da in etwa hin.

Das Ding mit der Körperfettangabe

Die Daten selbst wurden bei mir bisher sehr zuverlässig gemessen, wie zuverlässig die Daten selbst sind, kann ich aber nur bedingt überprüfen. Puls und Co. passen, nur beim Körperfett bin ich weiterhin skeptisch, auch wenn Withings „99 % DEXA-Korrelation“ verspricht. Das ist der Gold-Standard in der Branche bei Körperfett.

Dazu werde ich mich aber bald noch einmal melden, denn es folgen noch ein oder zwei Beträge zur und mit der Waage, da ich mich seit einer Weile in einer Diät befinde und abnehme und bald wieder Muskeln aufbaue. Ich will das dann wirklich mal mit einem echten DEXA-Scan und auch einer Caliper-Zange abgleichen.

Aber beim Körperfett vertrete ich auch eher die Meinung, dass das Spiegelbild passen muss, diesen Beitrag wird vermutlich kein Bodybuilder lesen, der bald auf die Bühne geht. Und selbst da ist der genaue Anteil egal. Die anderen Werte sind da schon wichtiger, wenn es um die Gesundheit geht, man wird ja nicht jünger.

Die App von Withings wurde in den letzten Jahren immer wieder überarbeitet und ist nicht schlecht, aber teilweise auch etwas unübersichtlich. Sie bietet sehr viele Daten, mit denen man sich aber auch beschäftigen muss. Das ist ähnlich wie bei Whoop und Co., wer die Daten nicht nutzt, der muss sich auch nicht sammeln.

Ich nutze die Daten aus der App aber aktiv und optimiere Sport, Ernährung und andere Dinge im Alltag. Wobei nicht alles kostenlos ist, das muss man wissen, wer die KI nutzen oder eine EKG-Analyse von einem Kardiologen möchte (bis zu 4 pro Jahr), der muss ein Abo für 10 Euro im Monat buchen (was ich gerade nutze).

Die Withings Body Scan 2 wurde durchaus so entwickelt, dass sie für das Abo optimiert ist, aber man kann sie auch ohne nutzen und die Hardware wird ohne Abo auch nicht sinnlos, wie das bei Whoop der Fall ist. Eine Übersicht von Withings+ gibt es hier, checkt vorher, ob ihr die ca. 100 Euro pro Jahr zahlen müsst/wollt.

Eine Waage für die Daten-Liebhaber

500 Euro sind sehr viel Geld, vor allem, wenn dann noch 100 Euro pro Jahr mit in die Rechnung einfließen. Aber man bekommt auch sehr viele Messwerte, nicht nur SpO2, EKG, Bluthochdruck und Körperfett, auch Dinge wie die Glukose-Resilienz und das Gefäßalter und Herzalter sind direkt in der App von Withings zu finden.

Ob man das Geld dafür ausgeben möchte, muss jeder selbst wissen. Ich sehe es so: Schade, dass immer mehr hinter ein Abo wandert, da 500 Euro für eine Waage viel Geld sind, aber 500 Euro sind für Gesundheit auch nicht falsch investiert. Und so eine Waage hält ja viele Jahre und mit Abo gibt es sogar lebenslange Garantie.

Kann ich die Withings Body Scan 2 nach den ersten Wochen empfehlen? Ja, wenn einem diese Daten wichtig sind. Ich bin jetzt kein „Longevity-Mensch“, aber ich bin durchaus jemand, der seine Daten gerne mal durchgeht und optimiert. Mich stört nur das dauerhafte Abo, denn der Grundpreis der Waage wäre schon teuer genug.

Ich würde es so machen: Entweder man geht „all in“ und nimmt eine Waage mit allen Daten oder man nimmt die günstigste Waage, die einfach nur das Gewicht trackt. Zwischenlösungen, wie die BodyFit, die den Fokus auf Körperfett legt, sind nicht mein Fall. Entweder nur die Basics oder man legt den Fokus auf Health.

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