Apple steigt mit dem iPhone Duo erstmals in den Markt für faltbare Smartphones ein und kombiniert zwei Displays mit dem A20 Pro.
Das iPhone Duo besitzt außen ein 5,4 Zoll großes Super Retina XDR Display. Es bietet laut Apple 90 Prozent der Bildschirmfläche des iPhone 18 Pro. Aufgeklappt steht ein 7,6-Zoll-Display zur Verfügung, das 50 Prozent mehr Fläche als das Display des iPhone 18 Pro Max bietet.
Beide OLED-Displays haben dasselbe Seitenverhältnis und unterstützen ProMotion, Always-On sowie bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit im Freien.
Das innere Display erhält eine Nano-Textur, die Reflexionen und die Sichtbarkeit der Falte reduzieren soll. Apple verbaut darüber hinaus eine Frontkamera unter dem Display.
Der Apple Pencil mit USB-C soll später im Jahr auf beiden Bildschirmen unterstützt werden. Zur biometrischen Anmeldung setzt Apple nicht auf Face ID, sondern integriert Touch ID in die Seitentaste. Eine Apple Watch kann ebenfalls zum Entsperren verwendet werden.
iPhone Duo kombiniert Titan, neues Scharnier und A20 Pro
Das Gehäuse besteht aus Titan der Güteklasse 5. Die Rückseite wird durch Ceramic Shield geschützt, während außen Ceramic Shield 2 zum Einsatz kommt. Letzteres soll laut Apple eine dreimal höhere Kratzfestigkeit als die vorherige Generation erreichen. Das iPhone Duo ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt.
Das Scharnier besteht aus mehr als 100 Einzelteilen und stützt das faltbare Display im geöffneten Zustand. Interne Verstrebungen sollen die Steifigkeit erhöhen. Apple setzt zudem Keramikfasereinsätze im Antennenbereich ein. Das innere Display besitzt eine kratzfeste Beschichtung und eine Nano-Textur aus einem speziellen Polymer.
Dieses soll bis zu 40 Prozent steifer als vergleichbare Materialien sein. Hochfestes Glas befindet sich oberhalb und unterhalb des faltbaren Panels. Spezielle Klebstoffe erlauben den einzelnen Schichten, sich beim Falten gegeneinander zu verschieben. Eine Titanplatte verstärkt die Konstruktion zusätzlich.
Der A20 Pro bringt einige konkrete technische Neuerungen:
- 6-Kern-CPU mit bis zu 20 Prozent mehr Leistung als der A19 Pro
- 7-Kern-GPU mit bis zu 40 Prozent höherer Leistung
- Dual 16-Core Neural Engine mit doppelter Rechenleistung
- 50 Prozent höhere Unified-Memory-Bandbreite
- Fertigung im 2-Nanometer-Verfahren
Apple verwendet denselben A20 Pro wie beim iPhone 18 Pro. Eine neue Chip-Verpackung nach dem Vorbild der M-Serie verbindet den Prozessor direkt mit einer speziell entwickelten Vapor Chamber. Damit soll das Duo seine Leistung bei Spielen, Multitasking und lokalen KI-Berechnungen länger halten. Apple spricht von bis zu 35 Prozent mehr dauerhafter Leistung gegenüber dem iPhone 17 Pro.
Eine eigene Display Engine steuert Innen- und Außendisplay gleichzeitig. Sie ist unter anderem für flüssige Übergänge verantwortlich, wenn das Gerät geöffnet, geschlossen oder gedreht wird.
Zwei Akkus und bis zu 44 Stunden Videowiedergabe
Apple verteilt die Akkukapazität auf zwei Batterien, jeweils eine pro Gerätehälfte. Algorithmen gleichen die Energieverteilung zwischen beiden Akkus aus. Eine konkrete Kapazität in mAh nennt Apple nicht.
Mit dem inneren Display sollen bis zu 31 Stunden Videowiedergabe möglich sein. Das Außendisplay erreicht laut Hersteller bis zu 44 Stunden. Bei gleichmäßiger Nutzung beider Displays nennt Apple eine Laufzeit von bis zu 24 Stunden pro Ladung.
Kabelgebunden lässt sich der Akku laut Apple in rund 20 Minuten auf 50 Prozent laden. Kabellos sollen 50 Prozent in etwa 30 Minuten möglich sein. Unterstützt werden MagSafe und Qi2. Die neuen Schutzhüllen sind mit Qi2-Laden mit bis zu 25 Watt kompatibel.
(Nur) zwei 48-Megapixel-Kameras und 4K mit 120 fps
Die Hauptkamera arbeitet mit 48 Megapixeln und bietet eine optische Sensor-Shift-Bildstabilisierung. Fotos lassen sich mit bis zu 48 Megapixeln aufnehmen. Standardmäßig speichert das System Bilder mit 24 Megapixeln. Ein zweifacher Zoom in optischer Qualität wird über den Hauptsensor realisiert.
Hinzu kommt eine 48-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, die Apple auch beim iPhone 18 Pro einsetzt. Sie unterstützt Makroaufnahmen. Eine separate Telekamera nennt Apple für das iPhone Duo nicht.
Die Center-Stage-Frontkamera kann ihr Sichtfeld automatisch erweitern und Aufnahmen unabhängig von der Geräteausrichtung anpassen. Zusätzlich sitzt unter dem Innendisplay eine FaceTime-Kamera.
Das faltbare Gehäuse ermöglicht mehrere neue Kamerafunktionen:
- Smart Take erkennt mit lokalen KI-Modellen posierende Personen und löst automatisch aus.
- Duo Preview zeigt das Live-Kamerabild gleichzeitig auf dem Außendisplay.
- Selfies können mit den höher auflösenden rückseitigen Kameras aufgenommen werden.
- Kid Cue zeigt Peanuts-Animationen auf dem Außendisplay, damit Kinder in die Kamera schauen.
- Duo FaceTime bindet das Außendisplay in Videoanrufe ein.
Die Hauptkamera nimmt Videos mit bis zu 4K und 120 Bildern pro Sekunde in Dolby Vision auf. Cinematic-Effekte lassen sich nachträglich mit bis zu 60 fps anwenden. Audio Mix erhält neue Algorithmen und kann Musik isolieren.
Zeitrafferaufnahmen werden in 4K mit Dolby Vision HDR unterstützt. Durch das Scharnier kann das Smartphone für längere Aufnahmen ohne separates Stativ aufgestellt werden.
iOS 27 erhält spezielle Funktionen für das faltbare Display
Apple passt iOS 27 gezielt an das neue Format an. Bedienelemente des Sperrbildschirms, das Dock sowie Navigations- und App-Elemente können seitlich angeordnet werden. Im geöffneten Zustand erscheinen zwei Home-Screen-Seiten nebeneinander. Links lässt sich zusätzlich die vertikal scrollende Today View mit Widgets darstellen.
Auch die Dynamic Island wird für das Duo verändert und vertikal an der Seite des Innen- und Außendisplays dargestellt. Live Activities und Benachrichtigungen können dort erweitert erscheinen. Inhalte reagieren auf den Faltwinkel, die Ausrichtung und darauf, welches Display gerade verwendet wird.
Split View bringt erstmals zwei gleichzeitig nebeneinander laufende Apps auf ein iPhone. Nutzer können außerdem zwei Fenster derselben App öffnen, etwa zwei Safari-Fenster. App-Paare lassen sich speichern. Apple nennt Netflix, Zoom und Slack als Beispiele für bereits angepasste Drittanbieter-Apps.
StandBy funktioniert beim iPhone Duo sowohl auf dem Innen- als auch auf dem Außendisplay und erstmals auch ohne angeschlossenes Ladegerät. Neu sind unter anderem Ansichten für Kalender und Wetter.
Siri AI startet mit iOS 27 zunächst als Beta (nicht in Deutschland). Das System kann laut Apple persönliche Zusammenhänge aus Nachrichten, E-Mails und Fotos berücksichtigen, Bildschirminhalte erfassen und Aktionen ausführen. Apple Intelligence verarbeitet Aufgaben entweder direkt auf dem Gerät oder über Private Cloud Compute.
Zu den weiteren KI-Funktionen gehören Spatial Reframing, Extend, Clean Up und fotorealistische Bilder in Image Playground. Eine geplante SynthID-Unterstützung soll bei der Erkennung KI-generierter oder KI-bearbeiteter Bilder helfen.
Wi-Fi 7, Bluetooth 6, Thread und neues C2-Modem
Für Funkverbindungen setzt Apple auf den eigenen N1-Chip. Er unterstützt Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread. Das neue C2-Modemsystem übernimmt die Mobilfunkverbindung und soll laut Apple mit KI-gestützten Verfahren Verbindungsqualität und Zuverlässigkeit verbessern. In den USA wird auch mmWave unterstützt.
Das iPhone Duo verzichtet weltweit auf einen physischen SIM-Kartenschacht und arbeitet ausschließlich mit eSIM. Apple begründet dies unter anderem mit dem gewonnenen Platz für die Akkus. Nach Unternehmensangaben unterstützen mehr als 500 Mobilfunkanbieter weltweit eSIM.
Mit iPhone Handoff können Nutzer bei unterstützten Mobilfunkanbietern außerdem zwischen zwei iPhones wechseln und dabei dieselbe Rufnummer verwenden.
Vier Speichergrößen und zwei Farben
Das iPhone Duo erscheint in Star White und Night Sky. Apple bietet 256 GB, 512 GB, 1 TB und 2 TB Speicher an. Der Preis beginnt bei 2299 Euro.
Vorbestellungen starten in Deutschland und mehr als 70 weiteren Ländern und Regionen am 16. Oktober 2026. Der reguläre Verkauf beginnt am 23. Oktober. Weitere 28 Märkte folgen am 30. Oktober. Ausgeliefert wird das iPhone Duo mit iOS 27.1.
Ich halte das iPhone Duo technisch vor allem wegen der Kombination aus zwei vollwertigen Displays, eigenem Multitasking, A20 Pro und aufwendiger Scharnierkonstruktion für interessant. Gleichzeitig gibt es klare Kompromisse. Apple verzichtet auf Face ID und eine separate Telekamera, während der Einstiegspreis bei 2299 Euro liegt.
Entscheidend wird deshalb sein, ob die angepasste Software und die neuen Nutzungsmöglichkeiten den praktischen Mehrwert gegenüber einem klassischen iPhone rechtfertigen. Ich muss ehrlich zugeben, mich persönlich reizt derzeit gar nichts an diesem Gerät.
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